Berlin, ein Stadtschicksal

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E. Reiss, 1910 - 267 páginas
 

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Página 118 - ... Finden Sie nicht, obschon die Stadt neu, schön und regelmäßig gebaut ist, so macht sie doch einen etwas nüchternen Eindruck. Die Frau von Stael bemerkt sehr scharfsinnig: „Berlin, cette ville toute moderne, quelque belle qu'elle soit, ne fait pas une impression assez serieuse: on n'y...
Página 259 - Kultur nicht emporzusprießen vermag; über die Tragik eines Schicksals, das das aus einer wendischen Fischersiedlung zur mächtigen Millionenstadt und Reichshauptstadt emporgewachsene Berlin dazu verdammt: immerfort zu werden und niemals zu sein.
Página 9 - ... Süden verhält sich der Osten wie zum Mutterland das Tochterland . . . Das Klima sogar mutet östlich an. schon ein wenig wie Steppenklima. Solange dieses weite Land auch schon zum Reich gehört, immer scheint es noch Neuland zu sein, bewohnt von einem Geschlecht harter und trockener Pioniere . . . Berlin ist buchstäblich geworden wie eine Kolonialstadt, wie im neunzehnten Jahrhundert die amerikanischen und australischen Städte tief im Busch entstanden sind ." Karl Scheffler: Berlin, ein Stadtschicksal,...
Página 252 - Es will einem in solchen Augenblicken eines höheren Optimismus scheinen, als sei Berlin der letzten Konsequenzen der amerikanischen Kolonistenkühnheit fähig und könne das Neue und Kühne doch zugleich maßvoll schön veredeln, weil es die Stadt eines Landes ist, das auf gefestigte alte Kulturtraditionen zurückblickt; als vermöchte das einem als möglich vorschwebende Groß-Berlin sich das alte Kulturgewissen Europas zu bewahren und doch auch den Wirklichkeitssinn Amerikas zu haben, und als...
Página 158 - Derselbe Trieb, der aus dem Bürgerhaus einen imitierten Palast gemacht hat, erweckte im Kaiser den Ehrgeiz, aus dem formlos häßlichen Berlin mit Mitteln des Scheins und eines toten Akademismus die <schönste Stadt der Welt> zu machen. Er ist einer gefährlichen Baulust verfallen, in einer Zeit, wo die Baukunst entartet ist wie nie zuvor; der Initiative dieses Kaisers verdankt das neue Berlin den Dom und das Kaiser-Friedrich-Museum, die Bibliothek und den schlimmen Plan eines...
Página 250 - Durchbrüche zu bewerkstelligen, umfassende Flußregulierungen vorzunehmen, führende Linien durch das schematische Straßengewirr zu ziehen, halb Berlin und das Meiste in den Vororten niederzureißen und von kapitalkräftigen Baugesellschaften unter strenger Aufsicht die häßliche neue Großstadt als eine schöne neue Großstadt wieder aufzubauen.
Página 250 - Arbeit, das Land zum Wohnen, so daß rings um die Industrie- und Arbeitsstadt ein Kranz von Gartenstädten entsteht, untereinander und mit dem Zentrum gut verbunden, jede in sich ein kleiner Organismus, in dem es sich behaglich, bequem und gesund wohnen läßt, wo eine neue Jugend kräftig und im Genuß aller Vorteile des Landes heranwachsen kann.

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