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ligionis iuxta novam constitutionem pape Iohannis XXII, que incipit: Antiq. ».

Die Redaktionskommission hat also das Formular, wie es aus der vorausgehenden Zeit vorlag. im Kern bestehen lassen und, von neuen Zusätzen abgesehen, sich auf die Kennzeichnung einzelner Stücke durch besondere Vermerke beschränkt. Die Vorlage, die sie benützte, hat aber noch eine ältere, handschriftlich nicht erhaltene zur Grundlage. In der Wiener Handschrift (V) ist an verschiedenen Stellen auf Textverschiedenheiten in einem älteren Formular hingewiesen. So bei Nr. 14: << Nota in antiquo sic habetur », Nr. 16: « Nota mutationem in antiquo», Nr. 29: « In antiquo, verum super etc. »; es folgt ein längerer Zusatz, der sich mit Ausnahme der letzten Zeile wörtlich in der hiermit identischen Formel des Thomasius findet, während die korrespondierende Formel zu Nr. 14 sich nicht bei letzterem nachweisen lässt. Daraus geht hervor, dass das von dem Autor dieser Vermerke benützte Formularium nicht das Briefbuch des Kardinals von Capua sein kann; dieser muss vielmehr ein jüngeres Exemplar vor sich gehabt haben, in dem noch der Zusammenhang mit jenem enger ist als in den späteren. in dem aber auch schon zahlreiche Zusätze vorhanden waren. Wir haben also hiernach vier Stadien in der Fortbildung des Formelbuches zu unterscheiden: 1) Die Sammlung des Kardinals von Capua, 2) Eine zweite Kollektio mit Zusätzen wohl aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, 3) Die Vorlage, die der Neuredaktion unter Benedikt XII. zugrunde lag und besonders durch die Zusätze unter Aquasparta und Gentilis charakterisiert wird, 4) Die Neuausgabe des Formelbuches unter Benedikt XII. In dem Formularium O finden sich an verschiedenen Stellen (fol. 3, 58, 60, 64, 74) «Notae » von ziemlich gleichzeitiger Hand, die man wohl als Vorläufer der zahlreichen Verweise dieser Art im Formular Walters von Strassburg betrachten kann.

In der folgenden Zeit hat eine offizielle vom Papst selbst herrührende Neuredaktion des Benediktinischen Formulars nicht mehr stattgefunden. Es galt trotz zahlreicher neuer Fälle und trotz der grossen Erweiterung der Befugnisse des Grosspönitentiars als das massgebende amtliche Handbuch in der Pönitentiarie. Bei seiner grossen Bedeutung wird es nicht ohne

Wert sein, den Hauptinhalt nach den Rubriken der Wiener Handschrift folgen zu lassen:

Incipiunt rubrice novi formularii officii penitentiarie d. pape correcti et reformati de speciali mandato d. Benedicti pape XII.

De symonia commissa per abh. et conv. promittentes se missas celebraturos pro pecunia, 1-32.

Forme nonnulle » et «si inveneris » super iniectione manuum, conspiratione, inobedientia etc.

39.

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De laicali homicidio, peiurio, absolutione generali et occultorum peccatorum, peregrinatione, sacrilegio, penitentie (?) spɔlio 82.

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De heresi: Et primo de heret cis conversis ad penitentiam inquisitione committenda contra hereticos

-

144: de 147; de confitente errorem — 149; 156: de filiis hereticarum promovendis in 158; de proicientibus ligna ad hereticos 163; de inquisi

de habito suspecto de heresi
religione et de iam promotis
comburendos 161; de iis, qui fecerunt se circumcidi

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198.

170.

De occultis et gravibus et manifestis excessibus De questionariis et falsariis et abusoribus 184. De iniectione manuum De excommunicatione 255; (Quod episcopus possit absolvere clericos et laicos de sua civitate et dioc. usque ad certum numerum 209-212; de sententiis ordinariorum et canonum 218; de hiis, qui excommunicati et suspensi celebrarunt 222; de eo, qui celebravit excommunicatis presentibus vel qui excommunicatus ordines recepit 224; de sententiis generalibus et specialibus et de dispensatione 228; de non obedientibus sententiis generalibus et statutis et particularibus 237; de eodem in generalibus studiis 239; de generalibus sententiis - 243; de generalibus sententiis vel de absolutione ad cautelam - 252: de sententiis generalibus

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De rebellibus contra Romanam ecclesiam

De incendiariis 275.

De concubinariis 288.

274.

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De celebrantibus in loco interdicto et violantibus interdictum (Quod quis possit tempore interdicti celebrare divina 296-299)

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recipiunt ordines 319-322; de ordinato a non suo episcopo vel tempore non statuto et non ieiunio ve! per saltum 355).

De ferente sententiam sine scriptis, procurationibus, audientibus leges vel phisicam, advocatis 362.

De votis, peregrinatione, signo crucis, esu carnium

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Expliciunt tituli novi formularii officii penitentiarie d. pape.

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Mit dem Formelbuch hängt aufs engste die Taxrolle der Pönitentiarie vom Jahre 1338 zusammen, die Denifle erstmals veröffentlicht und eingehend besprochen hat 1). Da man aber bei der Herausgabe weder das Formular des Kardinals von Capua noch die übrigen Rezensionen der Taxliste kannte, bedürfen die Ausführungen Denifles in einigen Punkten der Ergänzung und Korrektur. « Die Briefe, bemerkt der Herausgeber, welche zur Abfassung des Formelbuchs dienten, sind weit älter als die Taxrolle... Möglich, dass die Abfassung des Formelbuches weiter zurückreicht, als in die Zeit Benedikts XII. Sicher geht es der Taxrolle der Zeit nach voraus und bildet für dieselbe die Grundlage ». Dass die Abfassung des Formulars weiter zurückreicht, haben die vorausgehenden Untersuchungen ergeben. Dass aber die Formelsammlung allein die Grundlage gebildet habe, lässt sich nicht festhalten. Eine Vergleichung beider ergiebt, dass, wie D. richtig bemerkt, nur wenige Formeln in den Rubriken der Taxliste nicht vertreten sind, auf der anderen Seite stehen aber auch in der letzteren die Taxen zu einigen Briefen, die man im Formelbuch vergeblich suchen wird. Da ist es nun auffällig, dass in einzelnen Fällen, wo die Sammlung Benedikts XII. Lücken aufweist, die den Rubriken zu den Taxansätzen entsprechenden Briefe in dem Formular des Thomasius sich finden. Der Wortlaut der Taxrubriken entspricht in mehreren Fällen nicht dem der Überschriften in dem

1) Archiv IV, S. 221.

Formular Benedikts XII., sondern demjenigen in der Sammlung des Thomasius. Hieraus geht unzweifelhaft hervor, dass die Taxliste ebenfalls nicht völlig neu hergestellt wurde, sondern ebenso wie das Formelbuch in frühere Zeit zurückreicht 1).

In einzelnen Handschriften ist das Taxverzeichnis gespalten, indem ein kleiner Bruchteil erst nach den der Liste angefügten Verordnungen folgt. Nehmen wir das Formelbuch zur Hand, so ergiebt sich sofort, dass dieser abgetrennte Teil die Taxen zu den sog. << forme nove » Benedikts XII. enthält. Besonders zu beachten ist, dass den Formeln « de sepulturis » nur eine Rubrik in der Taxliste entspricht. Die hieran sich noch anschliessenden Taxansätze von 10 Briefen entsprechen nicht der Reihenfolge des Formulars 2).

Das Hauptverdienst Benedikts XII. besteht darin, dass er des im Verlaufe der Zeit immer weiter ausgestaltete << officium poenitentiariae » in seiner Gesamtorganisation durch die Bulle << In agro Dominico » fest begründete. Diese Konstitution, bereits in das Bullarium Romanum aufgenommen, veröffentlichte Denifle noch einmal nach dem Text des Vat. Registers. Wie der Papst in der Einleitung hervorhebt, lag ihm daran, « ut officium penitentiarie in omni puritate et sinceritate procedat, et ut maior et alii minores penitentiarii... et scriptores penitentiarie et posteri ac procuratores ceterique ministri dicti officii nitide, pure ac sincere, que eis ratione dicti officii imminent vel imminebunt agenda, studeant exercere ». Die Konstitution giebt genaue Bestimmungen « De doctore deputando, de correctoribus, de minoribus penitentiariis, de scriptoribus, de concubinariis, de procuratoribus penitentiarie » und enthält die Eidesformeln für die Anstellung der genannten Beamten.

1) Besonders charakteristisch für das Verhältnis zwischen Taxrolle und Formularium sind die allgemeinen und von Denifle (S. 206 f.) durch Beispiele belegten Formeln: «Nonnulli; si inveneris; licet non credas vel recolas » ; und die formae « universis ». Vgl. hierzu unten.

2) Auf die Arbeiten von Woker, Das kirchliche Finanzwesen der Päpste (Nördlingen 1878) S. 161-202, Dupin de St. André, Taxe de la pénitencerie apostolique d'après l'édition publiée à Paris en 1520 (Paris 1879), Gibbings, The taxe of the apostolic penitentiary (Dublin 1872) werde ich bei der ausführlichen Behandlung des Tax wesens im zweiten Bande zu sprechen kommen.

Zu dieser Generalverordnung kommen nun noch einzelne Verfügungen des Papstes, die die Vollmachten des Grosspönitentiars sowie der einfachen Pönitentiare betreffen. Hierher gehören:

a) Die bereits erwähnten Casus, die zusammen mit denen Johanns XXII. sich gewöhnlich an die Summe Nicolaus' IV. in den Handschriften anschliessen. Hiervon sind besonders hervorzuheben: Die Vollmacht, die Anhänger Ludwigs des Bayern zu absolvieren, unter Androhung der Exkommunikation zum Gehorsam gegen die Mandate des Grosspönitentiars anzuhalten. Ferner verordnete Benedikt, dass der Gewinn aus der Überfuhr verbotener Waaren « ad partes ultramarinas >> der päpstlichen Kammer für die Zwecke des hl. Landes zu restituieren sei 1). Die beiden letzten Punkte sind auch gesondert mit den schon erwähnten Johanns XXII. handschriftlich überliefert.

b) Einige Bestimmungen für die poenitentiarii minores, die in den späteren Handschriften wenigstens Benedikt XII., dessen Autorschaft sich jedoch nicht feststellen lässt, zugeschrieben werden 2).

5.

Das Formularium des Kardinals Albornoz.

Eine den Jahren 1357-58 angehörende Sammlung von 72 Briefen des Kardinals Albornoz, der vor seiner grossen italienischen Zeit Grosspönitentiar war, hat P. Lecacheux nach einer Handschrift des spanischen Kollegs in Bologna teilweise veröffentlicht und besprochen 3). Die Briefe sind meist ohne Datum. Einzelne Vermerke charakterisieren diese Sammlung

1) Vgl. Lang, Beiträge S. 39.

2) S. oben S. 27 und T. II. S. 177.

3) Un formulaire de la pénitencerie apostolique au temps du cardinal Albornoz (1357-59), Mélanges d'archéologie et d'histoire XVIII (Paris 1898) S. 37 ff. Über die Stellung des Kardinals Albornoz vgl. unten S. 91.

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