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Besoldung des cantoris: 25 fl. gibt der gemeine kasten; 12 schfl. korn und 6 fl. gibt der pfarrer von dem custer ampt; item das precium von den knaben bekumpt er halb; item 1 gr. von einem toten zu begraben.

Inventarium der pfarr: als Valentin Khune auf Michaelis im 52. iare das pfarr ampt zu Prettyn angenommen und angefangen, haben ihm die ersamen herrn Andres Schumann und Brose Rehan von wegen der kirchen uberantwort dis inventarium, zur pfarr gehörend, wie volget: 3 schwein vor 3 alt ẞ minus 1 gr. kauft; 1 sau zur zucht; 3 faß bier; 4 kühe, ie eine ein nau ẞ wert; ein kuchen rind, 312 B wert, wie es die herren selbs gewirdet; 1 kessel mit einem eisern ring und eisern gehenk; 1 kupfern fischtigel; 10 alte bierfaß, sehr gering; 6 alte viertel, waren wenig nutz; 1 verschlossenen tisch; 1 kupfern ofen topf oder blasen; 3 zinern schussel, wegen 5; 1 stubichens kandel uf welsch, wegt 6; 1 viertel kann uf welsch one liedt, wigt 41; 1 schlechte kann, weget 21⁄2 ; 1 nossel kandel, wigt 12; 2 saltzirlein; 1 mörsel; 1 messing durchschlack; 1 groß messing becken; 1 messingen leuchter mit 3 rören; 1 ehrnen tiegel mit 3 bein; 3 ehrnen beinichte töpf, deren 2 haben eiserne ringe; 1 eisernen bratspis; 1 spanbette; 1 klein zienen salzmeßlein; 1 kese; 12 huner und ein han; 1 schfl. rübensaat; 6 schfl. korn; 7 schfl. stroe; 2 fuder hau und aber 4 ß stroe, fur 2 fuder hau gerechnet. Und dieweil die kuhe sehr geringe, hat der pfarrer im andern iare eine müssen schlachten; ist ungeferlich eins thalers wert zugeniessen gewesen. Item denselben folgenden sommer ist eine pfarrkuhe dem inventario abgangen altershalben, hat sunst keinen schaden, krankheit noch gebrechen gehabt, und als er es den kasten herrn angezeigt, haben sie gewilligt, sie solle ihme nicht zugerechnet werden. Item dis iar ist noch eine pfarrkuhe abgangen; ist also noch eine pfarrkuhe vorhanden, geht ins neunde iar, uf 3 fl. wert geschatzt. Ist diser kühen halben dise vergleichung gemacht, das der pfarrer 1 rthlr. der kirchen geben soll fur die kuhe, so er geschlacht und genossen hat, so sollen die kirchveter 3 andere gute kühe zu der ubrigen vierten erkeufen, die soll der pfarrer nachmals in dem alter und wirden, wie er sie bekommen hat, wider bei der pfarr lassen. Dieweil auch die kirchveter den ochsen zum inventario gehörend verkauft haben, sollen sie wider einen in die stat kaufen, so ferr und wenn es der pfarrer begeren wirt.

Neue zulage. Der cantor ist mit seiner besoldung zufrieden gewesen, gleich wie auch der schulmeister, hat aber umb der haushaltung und viehzucht willen umb wisewachs gebeten; als haben die vorsteher gewilligt, dem cantori noch eine kasten wisen zur erbwisen volgen zu lassen, die soll der cantor von wegen des schweren gehegs ierlich mit 30 gr. verzinsen, do sie zuvor 40 gr. geben hat.

Uf furbitt der visitatorn ist auch dem iungfrau schulmeister eine zulag von 20 gr. geordnet, das er also ierlich ein silbern schock bekommen soll, dagegen ist ihm eingebunden, das er alle tag vormittag

2 stund und nachmittag auch 2 stund mit den kindern zubringe und seins dienst treulich warte. Und damit dise schul perpetuirt werde, ist in diser visitation verordent, das nach absterben des altaristen M. Ambrosii Reicharts, dem alle iar uf sein leben 8 fl. aus dem gemeinen kasten gegeben werden, solche 8 fl. dem iungfrau schulmeister fur und fur zu dem silber B, so er ietz hat, uberraicht werden; mitler weil aber soll er sich mit dem silber schock behelfen, davon sollen ihm alle quartal 15 gr. one verzug erleget werden.

Der kirchen zu Prettyn einkomen. Einnam an gelde: 22 ẞ 1) 56 gr. 7 & in der rechnung des 53. iars im rest blieben. 18 B 45 gr. sind im 54ten iar an schulden ermahnet. 72 B 2 gr. 2 ierliche zins, nemlich 24 ẞ 52 gr. 8 & erbzinse in der stat und dörfern von den eckern zu den stiften und lehen, sind der leut erbgüter; 10 3 30 gr. zins von des gemeinen kastens erbeckern und wisen, sind der leute laßgüter; 36 39 gr. 6 widerkeufliche zins bei den leuten hin und wider stehend; 24 16 gr. in dem 54 ten iar vom rat empfangen silbergelt, so sie uf gnedigst nachlassen des churfursten zu Sachsen unsers gnedigsten herrn in beisein des amptmans zur Schweinitz in verschienen iarn aus dem silberwerk oder clinodien der kirchen erkauft und den armen burgern nach dem brande aldo furgestrackt, und sein noch 9 8 4 gr. ausstendig und durch den rat zu ermanen; 4ẞ 15 gr. an gemeiner einnam empfangen, ist merernteils von testamenten der leute gefallen. Summa aller einnam, im 54 ten iar gefallen: 142 B 14 gr. 9 .

Ausgab: dagegen ist im 54 ten iar ausgeben, damit das spital, kirch, pfarr, schulen mit nötigen gebeuden gebessert worden, und fur andere gemeine ausgab: 58 ẞ 25 gr. 11 ; mehr zur besoldung der kirch und schuldiener: 52 B 23 gr., nemlich dem pfarrer vom salve 20 gr., dem prediger zu seiner besoldung 60 fl., dem schulmeister 40 fl., dem cantori 25 fl., dem statschreiber 10 fl., den dreien vorstehern 1ẞ 30 gr., dem iungfrau schulmeister 40 gr., M. Ambrosio Reichart altaristen uf sein leben 8 fl. Summa aller ausgaben im 54ten iar: 110 58 gr. 11, ist im rest blieben: 31 B 15 gr. 10 .

Inventarium der kirchen zu Prettyn: 3 alte sammete meßgewant, von einem ist die stola und manipula hinweg; 4 messinge grosse altarleuchter; 1 klein leuchter mit 3 rören; 3 zinnern kenlein; 4 handquelen; 2 altar tucher; 2 kelch, silbern und ubergult, unter welchen der eine der kirchen zu Labrun zustehet, ist in der Spanier zeit oder krig herein gegeben; 1 alten sprengkessel. Aus churfürstlichen bevel soll eine teutsche biblia etc. (siehe unter Herzberg).

Gebeude: die pfarr ist ietziger zeit nach notturft wol erbauet, soll der pfarrer dieselben im beulichen wesen mit flickwerk 2) erhalten; auch sind die andern gebeude zimlich verwaret.

Clag und bitt: erstlich hat der pfarrer geclagt uber einen priester er Wolfgang, den der iegermeister ufs haus Liechteberg zum prediger

1) Pr: 20 ẞ.

2) mit flickwerk fehlt in Pr.

2

Geschichtsq. d. Pr. S. Bd. XXXXI. Abt. II, Teil 3.

angenommen hat und gern mit abbruch der güter doselbst wolt pfarrer machen, welcher sich an andern orten mit unordenlichem, unzuchtigem leben also gehalten hat, das er nit lenger do het bleiben dorfen, auch zu Prettyn ein grossen hader und geschlag angericht und dazu den pfarrer zu Prettyn zu erschiessen getrauet het. Als aber nachmals derselb vertriebene herr Wolfgang, fur die visitatores gen Jessen erfordert, erschienen ist neben dem pfarrer zu Prettyn, ist er nit in abreden gewesen, das er sich mit eines andern ehefrauen vergriffen, het aber offentliche buß gethan. Dieweil er aber des kein testimonium kont uflegen, ist ihm verboten worden, zu Lichteberg oder sunst im Chürkreis zu predigen, er bringe den zuvor ein zeugnis seiner poenitenz oder thue dieselbe noch.

So ist auch furter mit dem iegermeister gehandelt, das ihm nit gebur, einen pfarrer gen Liechteberg ufs haus zu setzen, do dasselb haus und das dorf sich alles pfarrechten aus der stat pfarr ie und alle weg het erholen müssen; als er aber gebeten, das der pfarrer oder diacon zu Prettyn alle sontag hinaus gehn und im haus Lichteberg predigen wolt, ist solchs dem pfarrer zu thun oder zu bestellen nachgelassen, iedoch mit dem bescheide, das der iegermeister eine gewisse ierliche besoldung mache demienigen, so das haus Lichteberg mit der seelsorg forthin versehen wirt, und do sie sich einer besoldung vorglichen hetten, sollen sie volgends dieselbe den visitatorn zuschreiben, damit solche in die registratur verzeichnet werde.

Als auch der pfarrer zu Prettyn geclagt, das nachdem der pfarracker und des hofes acker uf dem Liechtebergischen feld unter einander vermengt ligen und kein teil sein feld besonder habe, sei ein stuck ackers bei der scheferei gelegen, an welchem der hof, die baurn und der pfarrer zu Prettyn gleiche teil haben, der iegermeister dasselbe stuck acker allein umbreisse und also der pfarr ihren teil entziehe. Ist solchs auch dem iegermeister zum Jessen furgehalten, der hat zugesagt, dem pfarrer seinen acker nit zu schmelern, sunder abmessen zu lassen. Auch ist ihm der baurn, so gen Prettyn pfarren, klag vermeldet, das sie am sontag oftmals mit hofdiensten und iagt verhindert keine predigt in vil wochen hören könten, welchs sich auch in der verhör befunden hat, dann sie sehr wenig haben beten können; hat er geantwort: die baurn hetten die visitatores zu mild bericht, und do es gleich bisher geschehen were, wolt er sich desselben hinfürder enthalten.

Der schuldiener klag: die bede schuldiener haben mangel an holz geclagt, welchs ihn bei solcher geringer besoldung zu erkaufen nit wol möglich sei. Derhalb ist unser gnedigster herr unterthenigst gebeten, das seine churf. gnad dem rat gnedigst erleuben wöll, uf anweisung ierlich 12 durre beumen aus der nechsten heiden zu hauen, damit sie die knaben und iungfrau schul sampt derselben diener, auch das hospital mit holz notturftiglich versorgen können, in hoffnung, unser gnedigster herr werde sich hierin mildiglich erzeigen.

Weiter haben sie geclagt, das ihnen die burger hart zusetzen, und sunderlich einer aus den burgermeistern, Holler genant, soll sich grob and unfreuntlich gegen den schuldienern erzeigen und dieselben bald mit dem urlaub betrauen, do sie nit in allen stücken seinem kopf nachleben, so sie doch, wie aus ihrer schulordnung zu sehen und vorstendiger leut zeugnis erfahren ist, grossen vleis bei der iugent und kirchen erzeigen und solche geschickte person sein in latinischer sprach und teutscher schrift, auch in musica, das die groben leut solten Gott danken, das sie solche wolgeschickte burgerskinder hetten, damit sie ihre schul bestellen könnten. Ist derwegen von den churfürstlichen visitatorn dem rat und burgermeistern ernstlich geboten, das (sie) ob disen und kunftigen ihren schuldienern halten, so ferr sie ihr ampt ausrichten, und soll kein burgermeister macht haben, sie seins gefallens zu urlauben, sunder do an der schuldiener einem unvleis im lehren. oder ein ergerlich leben gespüret würde, sollen der pfarrer, ganze rat und kirchveter zugleich mit einander der urlaubung halben schliessen und solch ihr furhaben dem superintendenten und consistorio zu Witteberg vermelden und mit desselben vorwilligung ihre schuldiener ent

setzen.

Es sollen auch die burgermeister die bürger, so hochzeit machen, dohin weisen, das sie den schuldienern was guts und gemeßlichs fur die brautsuppen schiken, wie vor alters gebreuchlich gewesen; do ihn einer angegeben würde, der so gering speis und getrenk, das nit wol zu geniessen wer, uf die schul schikt, den sollen sie in straf nemen, andern zur warnung.

Es sollen auch forthin die schuldiener und furnemlich der pfarrer, caplan mit der muhe, gest uf die hochzeit zu laden, auch die zech vom ehrbier einzufordern, in alle weg verschonet bleiben.

Das frue und spat geleut soll forthin durch einen wechter bestellet und der cantor weiter damit nit beladen werden.

Es soll aber den schuldienern hiemit ein maß gegeben sein, wenn sie uf hochzeit gehn, das sie nit mit verseumnis der iugent bede die ganzen hochzeit auswarten, sonder soll ihnen beden der erste tag erleubet sein, den andern tag soll der eine aus ihnen mit abwechslung der schul warten.

Domit aber die schulperson dester vleissiger und die iugent desto lüstiger zu lernen sein, soll der pfarrer neben einem burgermeister oder ratsperson und statschreiber alle quartal einmal die schul visitirn und die knaben examinirn und die, so loblich antworten und sich dis quatember gebessert haben, mit etwas zur ergetzlichkeit begaben, dazu dan ein grosch oder fünf aus dem gemeinen kasten sollen genommen werden, davon semmel oder dergleichen den kindern nach dem examen zu keufen.

Es soll auch der pfarrer die bürger von der canzel oftmals vermahnen, das sie ihre kinder wöllen vleissiger zur schul halten und sunderlich der ursach halben, domit doch bürger mogen uferzogen

werden, die zur not lesen und schreiben können, an welchem ietz in disem flecken sunderlich mangel ist, welchs ein schand zu horen.

Der vorsteher und gemeinden clag. Der rat und die vorsteher haben angezeigt, das herr Heinrich Bongarten zwei stuck ackers, altsteter genant, umb 20 gr. ierlichen zins inne hab, die wolle er und seine erben fur erblich anzihen; als aber gedachter herr Heinrich beschikt und dises ackers halben befragt, hat er berichtet, das er keinen beweis hat, das diser acker sein erblich wer, het sich auch desselben in der gestalt nie angemasset; dieweil er aber solche 2 stuck nu in die 20 iar inne gehabt, hat er gebeten, man wolt ihm dieselben noch sein leben lang gebrauchen lassen umb vorgemelten zins, nach seinem tode aber sollen seine erben weiter bei den kirchvetern darumb ansuchen und als laßgut aus gunst gelassen werden, welchs also von dem rat und vorstehern verwilligt.

Nachdem durch alte fürstliche stiftung die kirch zu Prettyn schuldig ist, etlichen umbligenden flecken und dörfern ierlich brot und wein fur die communicanten zu verschaffen, ist dem rat und vorstehern bevolen, solcher stiftung nachzusetzen und den nachtbarn ihre gebür one weiter vorhalten oder disputirn volgen zu lassen. Sunderlich aber hat der pfarrer von der Schweinitz ein alte schrift ufgelegt, das vor 270 iaren durch churfürstliche stiftung ist verordnet, das der kirchen zur Schweinitz alle notturft an brot und wein zur communion soll aus Prettyn zukommen. Dieweil sich aber bede kirchen bisher der anzal halben des weins nit haben vergleichen können, sind sie in diser visitation zu Prettyn in beisein des pfarrers zur Schweinitz also vertragen, das aus dem gemeinen kasten zu Prettyn dem gotshaus zur Schweinitz forthin alle iar fur die oblaten und den wein 10 gr. sollen gegeben werden und damit alle weitere anforderung ufgehaben sein, und sollen die 10 gr. uf Ostern des 56 ten iars erstlich und forthin ierlich uf Ostern erleget werden.

Es sind den visitatorn vielfeltige clag furkommen, nachdem die kirch zu Prettyn etliche ecker und wisen umb ierliche zins als laßgut auszuthun hat, dieselben vom rat one vorwissen des pfarrers nach gunst ausgethan werden, und können arme leut und kirchdiener, die dieselben hoch bedorften, nimermehr dazu kommen: als ist dem rat bevolen, das er zu vorhuten solche böse nachrede und wider willen der armen sich nit allein anmasse, nach gunst die kirchgüter auszuthun allein den reichen, sondern do etwas ledig würde, den pfarrer und die kirchveter zu sich ziehe und alsdann, doch gleichwol mit des ampts vorwissen und vergunstigung, dieselbe ecker oder wisen uf etliche iar auflasse und nach verflossener zeit einem andern zukommen lasse, also das furnemlich der kirchdiener und armen dörftigen burger not und nutz betracht und gefurdert werde. 1)

') Im Auszug etlicher clag fol. 93 bitten Rat und Vorsteher der Kirche sowie die Schuldiener um 12 dürre oder rindschälige Bäume in der Lochischen Heide,

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