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1582 (Herbst).

Der Pfarrer bittet, da er arm sei und kein Vieh, auch nur schwache Pferde halten könne, zudem den Acker zu beschicken ungeschickt und unvermögend, ihn mit einer anderen Pfarre zu versehen, da er Korn im Sack bekäme: Superintendent soll Fleiß haben, ob er einen solchen Wechsel zwischen ihm und einem anderen treffen könne.

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Dieser Pfarrer soll auch ein seltsames Leben führen mit seinem Weibe, wenn er im Kruge sitzet, soll er mit singen, in Umwechslung der Kleider mit anderen leichtfertigen Personen sich seltsam verhalten. Da er deshalb gestraft, entschuldigt er sich, und es ist doch die Wahrheit soll vor das Konsistorium gefordert und ihm solches mit Ernst untersagt werden.

Des Pastoris Haus stehet noch ungebauet, und alles auf dieser Pfarre ist so wüst, daß es in manches Hirten Hause viel besser stehet. Die Kirchfahrt will etwas zum Pfarrbau tun, wenn nur der Pfar(rer) anch das seine täte.

1598.

Magdeburg, St. Arch. A 50, XI No. 85, Bl. 540 a.

Battyn mit Zwißkow (beide Amt Schweinitz).

Kollator: das Konsistorium zu Wittenberg.

Pastor: Christian (1602: Chilian) Pommeranus, 67 Jahre alt (1602: 74 [1608: 78] Jahre alt, 31 [1608: 38] Jahre hier Pfarrer, vorher 20 Jahre Kantor und Schulmeister gewesen).

Kustos: Thomas Gebler (1602: Kegeler, 1608: Köler), ein Schneider, 1602: 16 Jahre hier.

Der Pfarrer predigt alle Sonntag 2 Predigten, desgleichen predigt er in der Woche den Katechismus, außerdem treibt der Küster am Sonntag-Nachmittag und in der Woche den Katechismus. Die Gemeinde ist fleißig im Kirchenbesuch, auch zum Türkengebet und zum Examen kommen sie.

Schule deest.

1602 (11. Juli).

Magdeburg, St. Arch. A 50, XI No. 86, Bl. 34 a.

Die Leute finden sich unfleißig zum Katechismus, halten auch ihre Kinder, besonders im Sommer, unfleißig dazu. Das kleine Gesinde zu Zwieẞkow läuft zu großem Ärgernis aus der Kirche. Bei Hausleuten geht die Gemeinde nicht mit zum Begräbnis. Die jungen Burß tanzen in Hosen und Wams und jauchzen dem Pfarrer zu Trotz.

Die Leute in Battyn geben dem Pfarrer den Dezem nicht nach dem rechten Jessenischen Scheffel, und die Gärtner zu kleine Brote.

Der Küster klagt, daß ihm die Bauern die Holzfuhre nicht leisten. wollen, wenn er nicht ihnen eine Mahlzeit gibt, während der Abschied des Konsistorii ihn anweist, nur 6 gr. zu geben, auch wollen sie ihm nicht die Wohnung bessern: - der Schösser soll sie dazu anhalten.

Der Schulmeister von Zwißkow Bartholomaeus Juncker bittet um Zulage, so will er die Betglocke schlagen: mag mit den Leuten

handeln.

1608.

Magdeburg, St. Arch. A 50, XI No. 87, Bl. 265 a.

Der Küster klagt, daß er 3 Schfl. Roggen, die aus dem Vorwerke im Filial Zwiẞkow ihm gegeben werden müßten, weder zu Lebzeiten Poppo Reckes noch jetzt von dessen Witwe je habe erlangen können: -soll bei dem Konsistorium wieder anhalten.

Keine sonderlichen Klagen, nur wird von einem Bauern berichtet, daß er das Verbot, die Knechte sollten nicht, ohne Röcke anzuziehen, tanzen, zum Gespötte mache. Die Gemeinde klagt über den Kustos, daß er zu viel Vieh halte und seine Kinder die Leute schabernacken: Visitator soll ihm nochmalen Verweisung tun.

1618 (14. März).

Magdeburg, St. Arch. A 50, XI No. 90, Bl. 23 a.

Battyn.

Pfarrer: Martin Nörpel, Sohn des Hans Nörpel zu Prata, zuerst in Wittenberg, dann 6 Jahre in der Fürstenschule zu Grimm zur Schule gegangen, hat sodann fast 11 Jahre zu Wittenberg studiert, ist zuerst Substitut in Rackit 2 Jahre gewesen, nach dem Absterben des Pfarrers hat er sich nach Dänemark begeben, wo er 11 Jahre geblieben ist; von dort zurückkehrend, ist er von der Kurfürstin-Witwe hierher voziert. Itzo Johannes Keraeus] (1624: Johannes Herous).

Er braucht zu seinen Predigten D. Habermanns, Gigantis und Widenbachs Postillen, verliest in der Kirche den Katechismus selbst und der Küster examiniert daraus.

Der Kirchenbesuch in Zwißkow ist schlecht. Auch lassen die Leute dort die Kinder ungetauft liegen, meist bis zum Sonnabend, dann saufen sie die ganze Nacht und verschlafen die Predigten des Sonntags. (Dies ist im Synodalprotokoll von 1624 als einziges moniert.)

Geldeinkommen der Pfarre: 1 fl. 2 gr. von wüsten Höfen in beiden Dörfern; 8 fl. 12 gr. von 3 Pfarrhufen in Zwiẞkow Zins, die jetzt D. Carl Förster, Besitzer des Hauses Jessen, bei dem Vorwerke dortselbst hat; 2 fl. 20 gr. von 25 Hufnern zu Battyn und Zwißkow, jeder 2 gr., und von 12 Gärtnern, jeder 1 gr.; 2 a. Opfergeld; 2 gr. jährlich aus der Kirche, die Register zu halten. Getreide: 3 Schfl. Weizen von den

Geschichtsq. d. Pr. S. Bd. XXXXI. Abt. II, Teil 3.

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3 Pfarrhufen zu Zwiẞkow; 40 Schfl. Roggen die Hüfner zu Battyn; 10 Schfl. Roggen 3 Hüfner zu Zwießkow. Brote: 76 aus beiden Dörfern, jeder Wirt 2. Acker: 2 Hufen zu Battyn, die treibt der Pfarrer selbst (die 3 Hufen in Zwiẞkow sind von dem alten Pfarrhause ab- und zu dem Vorwerke gekommen). Garten: ein Garten hinter der Scheune zu 4 Schfl. Aussaat. Wiesewachs: nur was auf den Enden des Ackers wächst. Holz: vakat. Accidentia: 3 gr. vom Aufbieten und Trauen; 1 gr. oder die Mahlzeit vom Taufen; 2 gr. vom Begräbnis; 2 gr. aus der Kirche Zwißkow für die Mahlzeit am grünen Donnerstag.

Kustos: Georg Ernst.

Besoldung: 20 Schfl. Dezemkorn und 44 Brote aus Battyn; 19 Schfl. Dezemkorn und 32 Brote aus Zwißkow, dazu 3 Schfl. von den 3 Pfarrhufen; 9 gr. von jeder Kirche für Besorgung des Kirchenweins von Prettin, wo er alle 14 Tage 12 Nössel holen kann, oder anders woher, für „Abladt" (Oblaten ?), Glockenschmiere etc., davon muß er dem Küster in Prettin 16 geben; 6 von jedem Neubauer und ein Paar Hausgenossen, ein einzelner gibt 3; ein Stück Acker, „in die wüsten Höfe gelegen", zu ca. 6 Mtz. Aussaat; eine Schulwiese vor der Heide zu 1 Fuder. Accidentia: 1 gr. von einer großen, 12 gr. von einer kleinen Leiche zu Battyn und Zwiẞkow.

1624.

Im Synodalprotokoll ist außer obigem nichts Bemerkenswertes aufgezeichnet.

1672.

Merseburg, Reg. Arch. 50 II, No. 42, Bl. 454.

Battin (15 Hüfner, 4 Kossäten, 1 Neubauer)

mit Zwisigko1) (10 Hüfner, unter welchen das Vorwerk, dazu die ,,Pfarrstelle" mit 3 Pfarrhufen gezogen, 7 Kossäten und 7 Neubauer, deren Stellen noch wüste liegen).

Kollator: der Kurfürst.

Pfarrer: Christian Ziegra von Döbeln, 62 Jahre alt, hat in Leipzig studiert und in baccalaureum philosophiae promoviert, ist 1638 von der Kurfürstin-Witwe Hedwig hierher berufen.

1) Von 1641-53 ist auch Gorsdorf mit Battin vereinigt gewesen, wie aus dem,,Extract aus einem Stück Jessner Ephoral-Acten, die Kirchen, Pfarre und Schulen zu Battin und Zwiesigko betr." No. 10, Aktenstück des Pfarrarchivs zu Battin, Pfarrmatrikel S. 209 fg, hervorgeht. Dieser Extrakt lautet:

Die Pfarre zu Gorßdorf mit den Filialen Grabo und Hemsendorf ist auf Befehl der Churfürstin Hedwig 1641 mit der Pfarre zu Battin vereinigt worden, weil beide Kirchspiele wegen der Kriegsunruhen fast ganz wüste liegen und in Battin mit Zwiesigko im ganzen nur 13 Hüfner und Kossäthen geblieben sind, welche 29 Schfl. Korn Jeßnisch Maß, do zwei Schfl. nur ein Dreßdinsche zu

Christian Hennig, Schulmeister in Battin und Zwisigko, Bürger und Tuchmacher in Jessen, auch allda geboren und in die Schule gegangen, 49 Jahre alt, hat am 6. November 1667 auf Anordnung des Amtmannes zur Schweinitz vor den Eingepfarrten beider Gemeinden in der Hauptkirche seine proba gesungen, ist darauf von den Gemeinden gewählt und hat vom Amtmann mit Vorbewußt des Superintendenten seine Vokation erhalten. Der Pfarrer ist voll Feindschaft gegen diesen Küster, zu dessen Berufung er nicht seine Zustimmung gegeben hat. Er behauptet, schon vor 11 Jahren habe der Küster auf Anordnung des Konsistorii entfernt werden sollen; der Hauptmann habe dies aber nicht getan, sondern ihn im Dienst gelassen, so daß er noch Schule hält, läutet und in die Kirche geht. Aber der Pfarrer läßt ihn weder im Gottesdienste noch bei Begräbnissen singen und singt selbst die Gesänge, aber so elend und erbärmlich, daß die Gemeinden sich beklagen.

Katechet in Zwisigko: Jacob Märker aus Hirschfeld, auf der Schule zu Nossen informiert, dann beim Schösser von Moritzburg Informator gewesen, 51 Jahre alt, vor 8 Jahren auf diesen Dienst vom Superintendenten, Pfarrer und der Gemeinde angenommen, noch nicht konfirmiert.

Der Pfarrer predigt alle Sonntage wechselweise in beiden Dörfern, ebenso werden das ganze Jahr hindurch (exkl. Erntezeit) wechselweise am Freitag Wochenpredigten (Katechismus und Passion), auch am Mittwoch zu Battin Betstunde gehalten.

Der Küster liest den Katechismus nach der Epistel früh und nachmittags in beiden Dörfern, auch soll er in Zwisigko auf dem Gerichte. den Katechismus (wann?) vorlesen.

Pfarrbesoldung. An Geld: 10 fl. aus dem Ampt; 8 fl. 12 gr. das Vorwerk in Zwisigko (vorher vom Erbsassen in Jessen Hieronymus Wecker, z. Zt. von Junker Raban von Kanne, Major, auch Erbsaß zu Jessen, erkauft und besessen) für die 3 Pfarrhufen; 1 fl. 2 gr. aus beiden Dörfern von wüsten Höfen; 2 fl. 20 gr. von 22 Hüfnern (inkl. Vorwerk) zu Battin und Zwisigko, je 2 gr., und 11 Kossäten, je 2 (1) gr.; 2 a.ß Opfergeld; je 4 gr. aus beiden Kirchen, die Register zu halten; 2 gr. aus der Kirche zu Zwisigko für die Mahlzeit am grünen Donnerstag.

Getreide: 3 Schfl. Weizen vom Vorwerk in Zwisigko; 40 Schfl. Korn die Hüfner in Battin, 20 Schfl. die Hüfner in Zwisigko.

Brote: 72, von jedem Wirte zu Michaelis und Weihnachten je 1 Brot, darunter 2 Brote vom Vorwerke in Zwisigko, 4 Brote von den beiden Hirten in Battin und Zwisigko.

schätzen, gegeben haben. Wegen Mangel des Gesindes etc. haben die Pfarrhufen in Battin nicht genutzt werden können. Gorßdorf bat in die 23 Jahre wüste gelegen, in welchem niemand gewohnet, als etliche Persohnen aus dem Hause HemBendorf.

Der Pfarrer Christian Ziegra bittet beim Konsistorium in Wittenberg den 3. Mai 1653, daß ihm das Gorsdorfer Kirchspiel noch auf 10 Jahre gegeben werde.

Acker: 2 Hufen, zur Bestellung braucht der Pfarrer über 40 fl. Gesindelohn des Jahres.

Gärten: 2 hinter der Scheune, zu 2 Schfl. Gerste Aussaat.

Heu: nur auf den Enden des Ackers und den gemeinen Kabeln, ca. 6 Fuder.

Holz: der Pfarrer bittet um erneuerte Bewilligung der 3 rindschäligen Gnadenbäume.

Accidentia: 6 gr. pro proclamatione; 6 gr. fürs Zeugnis; 1 Rtlr. für die Trauung und den Sermon; 6 gr. von der Kindtaufe; 2 gr. für die Fürbitte; 2 gr. für die Danksagung; 1 Rtlr. für eine Leichenpredigt; 8 gr. für eine Abdankung; 4 gr. vom Gange; 4 gr. von einem Patienten zu berichten; i. Sa. 14-15 fl.

Vieh kann der Pfarrer gemäß seiner 2 Hufen halten: 20 Rinder, 40 Schafe, 28 Schweine, davon sind 1 Kuh, 2 Färsen und 2 Kälber schuttfrei.

Pfarrinventar: 40 gr., 2 Fuder Lachenheu, 1 verschlossener und 1 schlechter Tisch, 1 Kuh und 2 „Verschen", 2 junge Kälber.

Die Kirche zu Battin hat an Einkommen: 15 gr. und 712 gr. von 2 Höfen; 42 gr. vom großen Horn und 32 gr. vom kleinen Horn Ackerzins, diese werden zu gewissen Jahren besät und von den Gärtnern genutzt; daneben andere Geldzinsen, Altar- und Büchsen-, sowie Stuhlgeld.

Als Inventar ist ein von der Kurfürstin-Witwe gestifteter Kelch mit 5 Edelsteinen erhalten, alles andere, Kaseln und Alben und zinnerne Geräte sind im Kriege abhanden gekommen und noch nicht ersetzt.

Die Kirche zu Zwisigko hat als Einkommen: 4 gr. und 6 gr. Zins von 2 Höfen; 2 gr. von einem Garten; 3 gr. 6 und 10 gr. 6 ♪ von 2 Leuten Wachszins. Die 5 Schfl. Schmiedekorn sind zurzeit noch nicht gangbar, da die Schmiede abgebrannt ist und noch nicht aufgebaut, daneben Geldzinsen etc.

Auch hier sind Kasel und Albe verloren gegangen und noch nicht wiedergekauft, vorhanden ist noch ein zinnerner Kelch. Die drei Glocken sind bei der Verbrennung des Dorfes geschmolzen, vom Reste ist von der Kirche und der Gemeinde eine neue Glocke beschafft. Diese hängt in einem kleinen Bau, da man zum Bau eines Glockenturms an Stelle des abgebrannten noch nicht gekommen ist.

Die Pfarre hat schon ihres gefährlichen Zustandes wegen vor 34 Jahren gebaut werden sollen; es ist aber in den langen Jahren nur Flickarbeit getan, so daß sie ganz unsicher zu bewohnen ist.

Die Küsterbesoldung ist jetzt folgendermaßen angegeben.1) An Geld erhält der Küster 5 gr. und 3 gr. (der Pfarrer behauptet: in Summa 9 gr.) für Glockenschmiere und Beschaffung des Kirchenweins in Battin; 3 gr. (2 gr.) für Reinigung der Kirchengeräte (der Kirche)

1) Sowohl der Pfarrer wie der Küster haben darüber Angaben gemacht; wo beide differieren, ist die des Küsters in den Text genommen und die des Pfarrers in Klammern daneben gesetzt.

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