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DIE FAMILIE PETRI.

JOHANNES PETRI von LANGENDORF.

Er ist geboren in dem genannten Städtchen an der Saale in Franken, im Jahr 1441 (Iselins Lexic. Supplement), also ein Landsmann Joh. Frobens. Im Jahr 1488 ward er Bürger von Basel. (Rathsprotokoll) Wurstisen sagt von ihm (Kurzer Begriff der Geschichte von Basel p. 289), dass ihm die Baslerischen Buchdruckereien vieles schuldig seyn, darum weil er durch seinen Fleiss und Geschicklichkeit mehrere aufgemuntert, und weil er verschiedene neue Dinge zu Verbesserung der Buchdruckerkunst erfunden. Ersteres Lob hat er besonders um Joh. Froben verdient, der ihn desshalb auch in dem ihm gesetzten Grabstein seinen Patronus nennt, und das andere Lob wird ihm auf diesem Grabstein auch zu Theil, wenn sein Freund von ihm rühmt: Cui informamdorum librorum ars multas instrumentorum commoditates acceptas fert. Ausser an diesen Kunsttugenden muss er auch reich gewesen sein an vielen andern, indem er zugleich geschildert wird als ein vir raris virtutibus et incomparabili ingenio præditus.

Er war vermählt mit Barbara Mellinger, und hatte von ihr drei Söhne, welche aber früh in der Kindheit schon starben.

Er folgte ihnen im Tod, nach Tonjola und Gross im Jahr 1511, nach Wurstisen und Leu 1512. Keine von beiden Angaben stimmt zu seinem letzten Druckwerk, welches 1514 erst herausgekommen.

Sein Grab ist in der Predigerkirche) (templ. Dominicanorum) und enthält neben den Gebeinen seiner Kinder auch die seiner 1512 verstorbenen Gattin, wie das erwähnte von seinem Froben ihm 1519 geweihte Epitaphium angiebt, dessen Schluss lautet:

Jo. Frobenius όμοτεχνικος και όμοπατρις

Patrono h. m.

ponendum curavit

M.D.XIX.

) Leider habe ich den Stein dort nicht mehr auffinden können, was mir wegen der verschiedenen Todesangaben besonders interessant gewesen wäre. Tonj. u. Wursteisen haben die Inschrift.

Seine wichtigsten Druckwerke:

Er hat nur Weniges allein gedruckt; das Meiste gemeinschaftlich, theils mit Joh. Amerbach und Joh. Froben, theils bloss mit letzterem. Es genügt also, bei diesen gemeinschaftlichen Werken einfach auf jene Drucker hinzuweisen.

1) s. Jo. Frob. No 4.

2) s. Jo. Frob. No 8.

3) s. Jo. Frob. No 10.

4) s. Jo. Frob. No 11.

5) s. Jo. Frob. No 15.

6) s. Jo. Amerb. II. b. No 30.

7) s. Jo. Frob. No 17.

8) s. Jo. Amerb. II. b. N° 32.

9) D. Ambrosii Opera omnia denuo accuratissime revisa et noviter impressa.

3 Theile. Am Schluss: Libri B. Ambrosii etc. ad Christianismi cultum amplectendum et ampliandum per Jo. Petri de Langendorf Basilee civem. Finiunt feliciter. Quart.

10) s. Jo. Amerb. II. b. N° 33.

11) s. Jo. Frob. No 20.

12) s. Jo. Amerb. II. b. No 35.

13) s. Jo. Amerb. II. b. N° 36.

14) s. Jo. Amerb. II. b. N° 37.

1494.

1496.

1498.

1499.

1502.

1505.

1506.

1509.

1511.

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20) Joannis Brassicani Grammatice institutiones Bas. ap. Jo. Petri de Langen- 1514.

dorf. Quart.

ADAM PETRI von LANGENDORF.

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Er war 1454 daselbst geb. (Iselin), u. verlor seinen Vater früh, worauf Joh. Petri sein Oheim als Pflegevater für ihn sorgte und ihn als sechsjährigen Knaben mit nach Basel brachte. Im Jahr 1507 ward er hier Bürger (Rathsprotok.) und übernahm nach seines Oheims Tod dessen Druckerei. Er hatte keinen Erasmus, der ihm drohte, und so wurden die Reformatoren, besonders Luther, die Helden seiner Presse. Es ist bewundernswerth, wie blitzschnell er mit seinen Drucken den Originalwerken auf dem Fusse folgte. Luthers deutsches N. Test. erschien zu Wittenberg

1522 im September, und im December schon besass Basel dasselbe Werk eigen von Adam Petri. Er scheint dadurch auch reich geworden zu sein im Gegensatz gegen seinen Freund Froben; denn Erasmus mag wohl auf ihn deuten, wenn er an Emsted schreibt (Ep. 922): Es gebe welche, die aus streitsüchtigen Schriften keinen geringen Gewinn zögen. Es ist das begreiflich, denn bei Luthers Auftreten in den zwanziger Jahren des 16ten Jahrhunderts wollte alle Welt nur Lutherisches kaufen. (Ep. 721). Für die zierliche Ausstattung seiner Werke bediente er sich des geschickten Zeichners Hans Schäuffelin. Bei allem seinem reformatorischen Druckeifer scheint Adam Petri doch gut katholisch gesinnt gewesen zu seyn; denn er schenkte gar viele seiner Bücher den Carthäusern im Kl. Basel, wie diese es selbst in ihrem Tagzeitenbuch rühmlich erwähnen;

sie lasen zum Dank Messen für den Geber. Oder darf man daraus nicht schliessen auf Petri's katholische Gesinnung, sondern eher auf seinen geheimen Zweck, Samen der Reformation ins Kloster zu streuen? Die Carthäuser wiesen wenigstens diese Gefahren höflich von sich, indem sie die Geschenke zwar dankbar annahmen, aber doch warnende Bemerkungen vorn in einige bedenkliche Bücher schrieben. So z. B. in das erwähnte N. Test., wo auf dem Blatt vor dem Titel, nachdem Petri's Grossmuth gehörig belobt worden, der Schluss lautet: Doch sol ein yeklicher dise ding mit guotem bescheid vserkiesen, vnd nit wytter wollen hieruff buwen dann die gemein christlich kilch leret vnd haltet. Ebenso auf dem Werk der 5 Bücher Mosis von Luther, gleichfalls einem Geschenk Petris im Jahr 1523, heisst es: Darumb ouch neben war zuo nemen ist, dass man sich nit zuo vil mit söllicher Neuwerung bekümmere, noch den Nebenglösslinen zuo vil Glouben gebe. Wer weiss was darhinder steckt? Doch was Gott lert, mag nit vergen.

Er war vermählt mit Anna Silber, Tochter des Notarius Sixtus, welche nach dieses Gatten Tod den gelehrten Sabastian Münster geheirathet hat. Von seinen beiden Söhnen Hieronymus und Heinrich ist letzterer auch Drucker geworden, ersterer ging später nach Nürnberg; der Vater hat für diesen einige grammatische Bücher gedruckt, wie solches auf dem Titel angegeben ist. S. z. B. im Jahr 1527.

Sein Todesjahr ist noch unbestimmter als das seines Oheims. Tonjola (p. 252) hat sein Epitaphium in der Barfüsserkirche (Templ. Franciscanor.) befindlich, mit dem Todesjahr 1525, und Schweighausers Manuscript behauptet, es sey nach eigener Prüfung richtig vom Stein abgeschrieben.*) Dagegen geben Wurstisen (p. 227) und Iselin (Lexic. Suppl.) und Leu das Jahr 1527 an. Im August dieses Jahrs erschien unter seinem Namen das grammatische Werk Rhemnius Palæmon etc., mit einem ausführlichen Brief an seinen Sohn Hieronymus, unter dem Datum: Ex ædibus nostris, mense Aug. M.D.XXVII. Ja, noch im Jahr 1528 sind Werke erschienen unter seinem Namen.

*) Ich habe leider auch dieses Grabmal dort vergebens gesucht, indem Gebirge von Salzfässern etc. den Zugang zu den stillen Kammern unsrer Väter sperren.

1509.

Seine wichtigsten Druckwerke:

1) Passio domini nostri J. Ch. secundum seriem quatuor evangelistar. p. quendam fratrem Ord. Minor. de observ. Directorium dominicæ passionis. Quart. 1540. 2) Joannis de Colonia Quæstiones Magistrales in subtilissimi Scoti Volumina. 40 3) Guillermi Parisiensis Postilla super Epistolas et Evangelia.

1511.

1512.

1515.

4) Magistralis totius parvuli Artis Logices Compilatio etc. Quart.

5) Passio Domini. Dan. Agricolæ Directorium in Passionis Dom. articulos. 4° 6) Ambrosius Calepinus Bergomates: professor devotus ordinis Eremitarum Scti Augustini: Dictionum latinarum e græco pariter dirivantium etc. collector studiosissimus etc.: ita ut in unum collegerit volumen Nonium Marcellum etc. Dieses im Eingang mit einem Hexastichon. Am Schluss: Præsens latium ad Argivos se protendens, vocabulor. fontale volumen etc., woraus eigentlich erst der Inhalt klar wird. Impensis providi viri Leonardi alantsee, civitatis wiennensis accola bibliopolæque. Folio.

7) Polyanthea: Opus suavissimis florib. exornatum compositum p. Nanum Mirabellium Civem Albensem. Sumptu Leon. Alantsæi et Lucæ fratrum civ. Vien. civ. Folio.

8) Cristenlich bilgerschafft zum ewigen vatterland, fruchtbarlich angzeigt in glychnuss und eigenschafft eines wegfertigen bilgers. Gepredigt durch den hochgelerten herr Johanns geiler gnant von keiserssbergk, doctor der heiligen schrifft, predicant löblicher gedechtnuss zu strassburgk.

Dieser Titel steht in einer Einfassung, über einem Holzschnitt, der einen Pilgrim vorstellt. Die Rückseite des Titelblatts füllt die Zueignungsschrift des Herausgebers Jakob Others an eine Frouw Radegund Gossenbröteryn zu Füessen, geben zu Fryburg 1511, worin jener meldet, dass er dieses Buch, nachdem es vorher unvollkommenlich, dickerenmol gedruckt worden, nach underwysung eigener handgeschrifft des Verfassers dem Druck übergeben habe. CCXXVIII Blätter, auf deren letztem: Hie endet sich der Christenlich bilger Und gedruckt zu Basel durch den fürsichtigen Adam petri von Langendorff etc. In Folio.

9) Petri Lombardi Parrhysiensis ecclesie quondam antistitis etc. Sententiarum Sextus etc. Dieses Seite 1. Auf der Rückseite: Frater Daniel Agricola Ordi

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