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kräfte entwickelt, die an Intensität die natürlichen Repulsivwirkungen übertreffen.

Um die schwache Magnetisirung der Mineralsubstanzen sichtbar zu machen, muss man das Magnetoskop zu Hülfe nehmen d. h. ein astatisches System, bei welchem die beiden Elemente viel länger und viel entfernter sind als bei einem Galvanometer von grosser Empfindlichkeit, und welches daher erlaubt, das Mineral in gehöriger Entfernung von der oberen Nadel zu halten, und somit die Entwicklung der Reactionsanziehungen zu vermeiden.

Mehre Felsarten, welche im natürlichen Zustand anscheinend weder auf das Magnetoskop noch auf die gewöhnliche Declinationsnadel eine Wirkung ausüben, ziehen die Enden eines in seinem Schwerpunkt frei aufgehängten Magnetstabes von bedeutenden Dimensionen an und erlangen dadurch zugleich eine permanente Magnetisirung, die am Magnetoskop wahrnehmbar ist.

Aus dieser Thatsache und aus den mehr oder weniger intensiven Wirkungen, die jede Mineralspecies auf Magnetstäbe von verschiedenen Dimensionen ausübt, geht hervor, dass die Coërcitivkraft von einer zur andern magnetischen Felsart verschieden ist.

Dieselben Versuche und der mehr oder weniger ausgesprochene Magnetisirungszustand fast aller eisenschüssigen Gesteine führen auch zu der Folgerung, dass die in letzter Zeit angewandte Methode, gepülverte Felsarten der Wirkung eines sehr kräftigen Magnets zu unterwerfen, um daraus, mittelst der Verhältnisse der angezogenen Quantität, abzuleiten die Magnetkraft dieser Felsarten und die Störungen, welche sie in ihrem Integralzustand auf die zur Erforschung des Erdmagnetismus bestimmten Instrumente ausüben, eine

ganz

falsche ist. Bei gleichen Intensitäten ist die störende Wirkung der Felsarten, die aus der magnetischen Reaction hervorgeht, viel geringer als die aus der Magnetisirung entspringende; sie erstreckt sich nicht unbegränzt in den Raum, wie die directen Anziehungs- und Abstossungskräfte, sondern erlöscht vollständig in einem gewissen Abstand, welcher von der Magnetkraft der angewandten Instrumente abhängt.

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Hr. Braun las über das Vorkommen von Zink im Pflanzenreich.

Es ist bekannt, dass die Galmeihügel Rheinpreussens und des angrenzenden Belgiens eine eigenthümliche Flora besitzen; namentlich wird der Besucher dieser Gegenden durch ein der Viola tricolor verwandtes Veilchen überrascht, das seine zahlreichen, schön gelben Blüthen in ununterbrochener Folge vom Frühling bis zum späten Herbste entfaltet und in der Gegend von Aachen (bei Stollberg, Hergenrath, auf dem Altenberg u. s. w.) allgemein unter dem Namen des Galmeiveilchens, in der dortigen Volkssprache Kelmesveilchen oder Kelmesblume, bekannt ist. Lejeune hat dieses Veilchen in seiner Revue de la Flore de Spaa (1824, p. 49) unter dem Namen Viola calaminaria als eigene Art unterschieden, es aber später (im Compendium Flor. Belg. 1828) selbst wieder als Viola lutea Smith bezeichnet. Ebenso betrachten Koch und andere Autoren dasselbe wohl mit Recht als Abart der Viola lutea (Smith) oder grandiflora (Huds), einer Art, die sich von Viola tricolor hauptsächlich durch fadenförmige unterirdische Ausläufer, durch welche sie den Winter überdauert, unterscheidet. Von Viola lutea der Alpen und Voralpen, so wie von der in den hohen Vogesen auf Granit und Syenitboden vorkommenden Form derselben, welche Spach Viola (Mnemnion) elegans genannt hat, unterscheidet sich das Galmeiveilchen übrigens wenigstens im Habitus bedeutend, indem seine Stengel mehr niederliegend und am Grunde sehr vielfach verzweigt (daher V. lutea var. multicaulis Koch), auch die Blüthen im Allgemeinen weniger gross sind. Ich will mich übrigens auf die schwierige Frage, ob das Galmeiveilchen als eigene Art betrachtet werden kann, oder nicht, hier nicht weiter einlassen; die Veilchen aus der Gruppe der Viola tricolor bieten dem systematischen Botaniker, ob sie gleich in neuster Zeit ein Gegenstand vielfacher Bearbeitung geworden sind, wegen ihrer ausserordentlichen Wandelbarkeit viele Schwierigkeiten, so dass der richtige Mittelweg zwischen der Vereinigung aller unter Viola tricolor und der Unterscheidung sehr zahlreicher Arten, wie sie Jordan versucht hat, schwer zu finden ist.

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In Gesellschaft der Viola calaminaria finden sich noch mehrere andere für die genannten Galmeibügel charakteristische Pflanzen, von denen ich namentlich Alsine verna, Armeria vulgaris und Thlaspi alpestre (Thl. calaminare Lejeune) anführen will, Pflanzen, die, wenn auch in jener Gegend den Galmeihügeln eigentbümlich, doch in vielen anderen Gegenden auf galmeifreiem Boden wachsen.

Die Blüthenfarbe von Viola lutea (grandiflora) der Alpen und Vogesen wechselt vom dunkelsten Violett durch mancherlei Abstufungen und Mischungen bis zum reinsten Gelb, während die Blüthen der V. calaminaria, wenigstens in der Gegend von Aachen, fast immer gelb sind, bald dunkler, fast bis ins Dottergelbe, bald lichter weissgelb. Nur an den Grenzen des Galmeigebietes finden sich hier und da Exemplare mit hellvioletten oder bläulichen oder gelb und bläulich gemischten Blüthen, welche von Kaltenbach in seiner Flora des Aachener Beckens als Bastardte des Galmeiveilchens und der gewöhnlichen Viola tricolor, welche allerdings auf bebautem Land in der Nähe vorkommt, betrachtet werden. Merkwürdig war es mir übrigens auch eine ächte Viola calaminaria mit dunkelvioletter Blüthe zu erhalten, die von meinem Bruder Max bei Blankenrode im Kreis Warburg, im östlichsten Theile Westfalens, auf Galmeiboden, und zwar auch dort in Gesellschaft der Alsine verna, gefunden wurde.

Die am Altenberge wohnenden Bergbeamten versicherten mich, dass das Galmeiveilchen in den Gärten nicht cultivirt werden könne ohne auszuarten und dem gemeinen dreifarbigen Veilchen ähnlich zu werden. Wahrscheinlich bezieht sich jedoch dieser vermeintliche Übergang bloss auf eine Veränderung der Blüthenfarbe, worüber bereits eingeleitete Culturversuche im hiesigen botanischen Garten Aufschluss geben werden.

Das an den Galmeigehalt des Bodens geknüpfte Vorkommen der Viola calaminaria, welches so constant ist, dass selbst bergmännische Versuche auf die blosse Anzeige dieses Veilchens mit Erfolg unternommen worden sind, veranlasste mich bei meiner Anwesenheit in Aachen im Herbste vorigen Jahres Hrn. Victor Monheim daselbst, der als Mineralog und Chemiker rühmlichst bekannt ist, zu einer chemischen Untersuchung dieser Pflanze, mit namentlicher Prüfung derselben auf etwaigen Zinkgehalt, aufzufordern. Hr. Monheim war so freundlich meinem Wunsche nachzukommen and theilte mir im November v. J. den nachfolgenden Bericht über eine in seinem Laboratorium und unter seiner Aufsicht von Hrn. Friedrich Bellingrodt ausgeführte chemische Untersuchung des erwähnten Veilchens mit, welche ich der phys. math. Klasse mit den eigenen Worten des Hrn. Bellingrodt vorzulegen um Erlaubniss bitte, und aus welcher sich unzweifelhaft ergiebt, dass den bisher bekannten 18 Elementen, welche in den Bau der PAanze eingehen, das Zink als 19 tes heizufügen ist.

Von Hrn. Victor Monheim wurde mir der Auftrag die Viola lutea calaminaria, welche auf den Halden der Zinkgruben und deren Umgebung, so wie auf den Feldern und Wiesen, die von dem Wasser der Galmeiwäschen erreicht werden, vorkömmt, auf Zinkgehalt zu untersuchen.

Zu dem Zwecke wurde die theilweise noch blühende Pflanze im Monat October auf den Halden des Altenberges bei Aachen und in der nächsten Umgebung dieses bedeutenden Zinkwerkes gesammelt.

Das frische, unzerschnittene Kraut mit den Wurzeln wurde, um die adhärirenden Erdtheilchen vollständig zu entfernen, so lange mit Wasser gewaschen, bis dasselbe, 16 bis 18 Stunden mit salzsäurehaltigem Wasser macerirt, nichts Unorganisches an die verdünnte Säure abgab. Kraut und Wurzeln wurden dann fein zerkleinert, mit Wasser und Chlorwasserstoffsäure während 12 Stunden im Dampfbade digerirt, und nachdem die Pflanzensubstanz von der Flüssigkeit getrennt, der Auszug mit chlorsaurem Kali behandelt. Aus dem entfärbten Auszug wurde nun, durch Ammoniak im Überschuss, Thonerde, organische Substanzen, und das Eisen theilweise gefällt.

Der in dem Filtrate durch Schwefelammonium bewirkte Niederschlag wurde in Chlorwasserstoffsäure gelöst, mit Salpetersäure oxydirt, und mit Ammoniak das Eisen vollständig ausgeschieden. Ein Theil der abfiltrirten Flüssigkeit wurde mit Kalilange gekocht, wo sich Spuren von Mangan abschieden. (Der Manganniederschlag wurde durch Schmelzen mit kohlen

saurem Natron und Salpeter auf Platinblech durch die grüne Färbung als solcher constatirt.)

In dem Filtrate wurde durch Schwefelwasserstoffwasser das Zink evident nachgewiesen.

Ein anderer Theil, der von dem Eisenoxydniederschlag abfiltrirten Flüssigkeit wurde direkt mit Schwefelammonium gefällt, der getrocknete Niederschlag im Platintiegel geglüht, mit Salpetersäure befeuchtet, wieder geglüht, das Ganze mit verdünnter Essigsäure behandelt, und aus der essigsauren Lösung durch Schwefelwasserstoffwasser das Zink gefällt.

Aus einem andern Theile des, von den äusseren Unreinigkeiten befreiten Krautes wurde der Saft abgepresst, und auch darin, nach oben angegebenen Verfahren, das Zink deutlich nachgewiesen."

12. Januar. Gesammtsitzung der Akademie.

Hr. Müller las über verschiedene Formen von Seethieren.

Hr. Pinder las über unedirte goldene Legionsmünzen des Kaisers Victorinus.

Hr. Dove legte ein meteorologisches Beobachtungsjournal des Hrn. Otto Schomburgk vom Juli 1851 bis Juni 1852 einschliesslich (dritter Jahrgang) aus Buchsfelde bei Adelaide in Süd - Australien vor und begleitete es mit einigen Bemerkungen über die Bedeutung der Beobachtungen. Das Journal enthält Beobachtungen der Temperatur, des atmosphärischen Drucks, der Feuchtigkeit, Windesrichtung und der Wärme der Erde in 3 Fufs Tiefe.

Endlich wurde folgender Bericht des Hrn. Dirichlet vorgetragen.

Hr. Dr. Woepcke, welcher mit einer gründlichen Kenntniss des Arabischen die der Methoden der neueren Analysis verbindet und schon in früheren Schriften durch diese so seltene Vereinigung bedeutende neue Aufschlüsse über die Geschichte der mathematischen Wissenschaften im Mittelalter gegeben hatte, liefert in der der Akademie übersandten Abhand

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