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Dr. Heinrich Kurz,

Mitglied der Bibliothek - Commission des Kantons Aargau, Professor an der Kantonsschule,

und

Erster Band.

Placid. Weissenbach,

d. Z. Präsidenten des Grossen Raths, und Mitglied des Obergerichts des Kantons Aargau,
gew. Referenten der Klosterarchive.

Aarau 1846.

H. R. Sauerländer, Verlagsbuchhandlung.

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Vorwort.

Der Kanton Aargau ist - wie vielleicht kaum ein anderer Kanton der Schweiz und im Verhältniss andere Staaten reich an Archiven und Bibliotheken.

Wir führen hier die Archive des Staats, der Städte Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Kaiserstuhl, Klingnau, Laufenburg, Lenzburg, Mellingen, Rheinfelden, Zofingen, Zurzach, die der noch bestehenden oder aufgehobenen Stifte und Klöster Baden, Fahr, Gnadenthal, Hermetschwil, Königsfelden, Leuggern, Maria Krönung zu Baden, Muri, Olsberg, Rheinfelden, Zofingen, Zurzach, ferner die Archive von Dorfgemeinden und Pfarreien, endlich einzelner Geschlechter, so der von Hallwil u. s. f., auf.

Durch die häufigen Brände namentlich des 14. und 15. Jahrhunderts wurden zwar viele ältere Archivschätze vernichtet, dennoch darf das Vorhandene als bedeutender Reichthum erklärt werden und die Aussicht auf schöne Ausbeute für die Geschichtskunde zusichern. Wie daraus die Geschichte der betreffenden Gemeinwesen und Korporationen beleuchtet werden kann, so liegen besonders auch darin Aufschlüsse über den da gesessenen, oder herstammenden, oder berechtigten und handelnden ältern Adel mit seinen Grafen, Freiherrn, Rittern und Edelknechten, von dem in die Weltgeschichte eingreifenden Hause Habsburg, von den alten Grafenhäusern Rore, Lenzburg, Baden, Rheinfelden, Aarburg, auch Froburg, Kyburg, Dillingen, Homberg Rapperschwil, Thierstein, Toggenburg, Fürstenberg u. s. f., von den alten freiherrlichen Geschlechtern Schwarzenberg, auch Eschenbach und Schnabelburg, Reussegg, Büttikon, Wildenstein, Kaiserstuhl, ferner Regensberg, Sellenbüren u. s. f. bis auf das jetzt noch blühende Haus Hallwil, bis auf die Ritter und Dienstmannen, deren Schlösser und Burgen fast alle Thäler

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und Höhen einst besetzten. Ueber solche Mittheilungen, einzelne Gegenden und bedeutende Geschlechter betreffend, stellen sich dann Aufschlüsse über die allgemeinen Verhältnisse des Volkes, des Landes und der Kirche bis hinauf in die Zeiten Burgundiens und Alamanniens, über Rechts- und Sittenzustände, wodurch nicht nur über den engern Gesichtskreis des jetzigen Kantons, sondern auch je nach den Entwicklungen und Stürmen der Zeit über benachbarte Gauen und Völkerschaften Licht verbreitet wird.

Ohnehin ist jede Specialgeschichte ein Bestandtheil der allgemeinen und diese wird erst möglich, wenn jene allerwärts gepflegt wird. Auch wirft manche örtliche That ihren Wellenkreis weit über jede Berechnung hinaus, und Zustände und Ereignisse auseinanderliegender Völkerschaften reichen sich oft auf eine überraschende Weise die Hände. Was der Dichter der Freiheit träumt, hat die Geschichte schon oft gesehen, dass die Alpen sich in der Nordsee, aber auch in den Meeren des Südens spiegeln. Welche Folge hatte, was freilich zum Theil noch in den Kreis der Sagen fällt, das Anschwellen des Wildbachs bei Rudolfstetten, als der jagende Rudolf von Habsburg, später König, sein Pferd dem Priester gab? Welche Folgen hatte, um mit der sicheren Geschichte zu reden, die Mordthat auf dem Königsfelde? Wie liegt nicht in dem Auftreten der Mächtigern in Muri und Wohlen gegen die Freien die Geschichte der ganzen damaligen staatsrechtlichen Entwicklung enthüllt? Wir könnten noch eine Menge ähnlicher Fragen über Ereignisse auf aargauischem Boden stellen.

Manches ist schon aus den Archiven und Bibliotheken des Kantons Aargau, sei es durch urkundliche Mittheilung, sei es durch Bearbeitung hervorgeholt und bekannt gemacht worden, wir erinnern an Tschudi, Guillimann, Kopp, Herrgott, Heer, Gerbert, Neugart, Zapf, Lichnowsky, ferner an Oelhafens Chronik der Stadt Aarau, an die Zofinger Chronik, an Redings Regesten von Baden, und an andere in Zeitschriften oder grössern geschichtlichen Arbeiten enthaltene Mittheilungen, allein bei weitem das Meiste ist noch nicht, oder noch nicht gehörig gegeben und benutzt worden, so dass die Herausgeber der Hoffnung sich hingeben dürfen, nicht nur eine Lücke zu ergänzen oder eine blosse Nachlese zu liefern.

Das wohlwollende Entgegenkommen der Aargauischen Regierung bezüglich der unter ihrer Verfügung stehenden Archive, so wie die Zusicherungen anderer Behörden und Privaten, unter denen Archive stehen, berechtiget uns zu der Annahme, dass unserm Vorhaben keine Hindernisse in den Weg treten werden.

Auch die Bibliotheken des Kantons werden uns reiche Ausbeute gewähren. Zwar enthalten die Sammlungen der aufgehobenen Klöster Muri und Wettingen bei weitem nicht so viel, als man nach dem langen Bestand und dem Reichthum derselben hätte erwarten dürfen; insbesondere findet sich in den Handschriften derselben im Ganzen nur wenig Bedeutendes, dagegen wird die Kantonsbibliothek und in dieser namentlich die Zurlauben'sche Sammlung viel Treffliches darbieten, dann neben ihr die Zofinger Stadtbibliothek bedeutenden Stoff liefern.

Ein grosser Theil des Reichthums der Aargauischen Büchersammlungen besteht in Incunabeln und seltenen Drucken unter denen selbst solche sich vorfinden, die von den besten Bibliographen als gar nicht existirend angegeben werden. Auch auf diese für Literatur und Bücherkunde gleich wichtigen Schätze werden wir die gebührende Rücksicht nehmen.

So viel über den Gehalt der Quellen. Nun frägt es sich noch um die Form der Ausbeute und der Arbeiten.

Die Reichhaltigkeit der aus den Archiven und Bibliotheken herausfliessenden Quellen und die Mannigfaltigkeit ihrer Auffassung und Behandlung machen es fast unmöglich, die daherigen Mittheilungen zum Voraus in bestimmte, begränzende Abschnitte zu söndern oder zu beengen und ihnen einen eigenen Zuschnitt vorzuschreiben. Die Versuche anderer Unternehmungen aus und auf dem gleichen Gebiete zu solcher Eintheilung beweisen dieses.

Jedoch mögen zur leichtern Uebersicht und zur Entrollung der Aufgabe hier einige Fächer angedeutet werden, ohne dass die zu gewärtigenden Arbeiten unbedingt daran gebunden sind. Diese Sönderung wird nicht so sehr durch die Art und Weise der Bearbeitung, der historischen Objecte und der Chronologie als durch die Natur der Quellen bedingt. Wir denken einmal an folgende Abschnitte:

I. Mittheilungen von wichtigen Originalurkunden und

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