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pax domini nostri Iesu Christi, quatinus et hic fructum bone actionis | percipiant et aput districtum iudicem premia eternę pacis inueniant. AMEN. AMEN. AMEN.

R. Ego Eugenius catholicę ecclesię episcopus ss. BV.
+ Ego Conradus Sabinensis episcopus ss.

+ Ego Gregorius presb. card. tit. Calixti ss.
† Ego Rainerius presb. card. tit. sancte Prisce ss.
+ Ego Manfredus presb. card. tit. sancie Sauine ss.
+ Ego Ubaldus presb. card. tit. sancte Crucis ss.

+ Ego Iordanus presb. card. tit. sanctę Susannę ss.

+ Ego Otto diac. card. sancti Georgii ad Uelum aureum ss. + Ego Iohannes diac. card. sancti Adriani ss.

Dat. Lat. per manum ROBERTI sanctę Romanę ecclesię presb. card. et cancell(arii), II non. ian(uarii), indictione VIIII, incarnationis dominicę anno M C XL VI, pontificatus uero domni EVGenii. III. pape anno 1.

9.

Das Mandat Innocenz' II. für Ranshofen.

Aus dem Mandat Celestins III. für das Kloster Ranshofen1) war bekannt, daß Innocenz II. ein Mandat gleichen Inhaltes ausgestellt hatte. Der Text findet sich nun in einer Ranshofener Bibelhandschrift des 12. Jahrhunderts 2), wo er auf dem letzten Blatte eingetragen ist. Zum Verständnis des Inhaltes muß man beachten, daß die ursprüngliche Kapelle Ranshofen durch Heinrich III. in eine Pfarrkirche umgewandelt war3), deren Besitz, wie unser Mandat zeigt, sofort nach der Einrichtung des Chorherrenstiftes durch Herzog Heinrich von Baiern im Jahre 1125 zu Streitigkeiten zwischen dem Ordinarius und dem Stifte führte. Die Kurie stellte sich in diesem Falle durch unser Mandat auf die Seite der Chorherren.

Die Zeit des Mandates wird dadurch bestimmt, daß es von demselben Tage datiert ist, wie ein Mandat an denselben

1) S. 205 n. 5 (1195 April 29).

2) München Hof- und Staatsbibliothek cod. lat. 12601.
3) St. 2155. 2168.

Bischof zugunsten von Reichersberg. Da dieses Mandat aber nur an Bischof R(eginbert) gerichtet sein kann1), so wird die Ausfertigung beider auf die Jahre 1139-41 festgelegt. Vielleicht darf man aber noch bestimmter an das Jahr 1139 denken; denn in diesem Jahre wurden in den Tagen vom 9.-13. April eine große Anzahl Salzburger und Passauer Klöster privilegiert. Es ist also wahrscheinlich, daß damals auch unsere Mandate in Rom erbeten wurden.

Der Text lautet (vgl. Germ. pontif. I 204 n. 1):

Innocentius) [episcopus]2) seruus seruorum Dei. Venerabili fratri R(eginberto) Patauiensi episcopo salutem et apostolicam benedictionem. Nichil magis constat episcopalis esse officii quam religionem diligere et eidem propagande diligenter intendere. Fratres siquidem Raneshouenses conquesti sunt, quod locum illorum ab antiqua niteris institucione3) diuellere et ecclesię illius iura ab antiquis temporibus possessa comminuere. Cum enim eadem ecclesia ita sit instituta, ut is, qui in ea locum regiminis obtinet, curam quoque plebis debeat obtinere, tu eandem plebis curam a cu[ra] claustri intendis diuidere atque, ut id mel(ius) obtinere ualeas, quendam iuuenem [non cano]nice electum sine uoluntate fratrum inibi lo[co] prelationis manutenere contendis. Apostolica igitur auctoritate mandamus atque precipimus, ut eundem adolescen[tem] de loco prelationis ̧sine dilatio[ne] moueas et ei, quem fratres illi cano[nice] elegerint, tam curam plebis quam claustri cum omnibus [eid]em ecclesię pertinentibus in pace habere permitt[as], sicut eius predecessor[es tuorum1) predecess[orum] ac tuis etiam temporibus habuisse di[noscuntur].

Dat. Lat.3) idus apr(ilis).

1) Vgl. die Anmerkung zum Regest in der Germ. pontif. I 192 n. 7. 2) Fehlt in der Copie. 3) Cop.: instucione.

4) Cop.: tuo. ❝) Cop.: Litere.

10.

Die Urkunden Alexanders III. und Lucius' III. für
Kremsmünster.

Kremsmünster hat bis zum Ende des 12. Jahrhunderts nur ein päpstliches Privileg und außerdem eine Reihe von Mandaten erhalten. Die späte Privilegierung - sie geschah erst durch Alexander III. im Jahre 11791) — erklärt sich wohl aus dem engen Verhältnis zum Passauer Bistum, dem das Kloster durch Otto II. 975 übereignet war. Durch dieses Verhältnis sind aber auch der Inhalt des Privilegs wie die sämtlichen Mandate bestimmt worden. In dem Privileg werden nämlich der Abtei nicht weniger als 17 Kirchen, darunter 11 Pfarreien bestätigt, und auf die namentliche Aufzählung dieser Pfarreien beschränkt sich, wenn wir von einer Schenkung Herzog Heinrichs absehen, der gesamte Inhalt der Güterliste. Es ist klar, daß das Privileg dadurch für das Verhältnis zum Passauer Bischof von besonderer Bedeutung wurde; ob man diesen Umstand mit der gewaltsamen Einsetzung Manegolds als Abtes durch seinen Bruder, Bischof Diepold von Passau, in Verbindung bringen darf, wage ich nicht zu entscheiden; Tatsache ist, daß das anfangs freundliche Verhältnis des Bischofs2) sich später völlig änderte und ein erbitterter Streit zwischen ihm und der Abtei ausbrach3). An der Echtheit der Güterliste zu zweifeln haben wir keinen Grund, zumal wir für mehrere Kirchen und Pfarreien den Erwerbstitel nachweisen können1). Bedenklich könnte nur der nachgefügte Satz erscheinen: In praenominatis autem parrochiis ex iure fundi liberam investituram et peticionem. Man könnte zunächst an

1) S. 212 n. 1.

2) Das wird durch die Urkunde Bischof Diepolds vom 26. August 1173 bewiesen (Th. Hagn Urkundenbuch von Kremsmünster S. 44 n. 35; L. Groß a. a. O. S. 649 n. 124).

3) Der Streit ist in der Historia Cremifanensis (Script. XXV 633) und im Auctarium Cremifanense (Script. IX 554) erwähnt und durch die Mandate Lucius' III. und Urbans III. bezeugt.

4) Für Puehchirichen (Buchkirchen) vgl. Th. Hagn a. a. O. S. 376 n. XIV., Weißchirichen (Weißkirchen) S. 374 n. XI., Martinsberg S. 38 n. 30, Kirchberg S. 44 n. 35.

Brackmann, Studien I.

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der Stellung des Satzes Anstoß nehmen; denn inhaltlich gehört er zu dem Abschnitt über die Kirchen und Pfarreien, während er tatsächlich von ihm durch den langen Satz über die Schenkung des Baiernherzogs getrennt ist. Allein es liegt doch auch in dieser Anordnung System, da die Güterliste auf diese Weise geschlossen bleibt und dann mit In praenominatis etc. die Aufzählung der Rechte beginnt. Gegen den Inhalt könnte man weiterhin die grundsätzliche Haltung der Kurie gegenüber den Pfarrkirchen ins Feld führen, die durchweg auf den Schutz der alten Pfarrgerechtsame hinauslief und die Bestrebungen der Klöster, diese Gerechtsame für die abhängigen Kirchen zu gewinnen, nicht unterstützte. Aber es ist erst jüngst darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Kurie überall da, wo der bisherige Besitz von Pfarrgerechtsamen der abhängigen Kirchen seitens der Klöster nachgewiesen wurde, die Rechte der Klöster gleichwohl schützte1). Nun beginnt die Güterliste des Alexanderprivilegs mit dem nachdrücklichen Hinweis auf eine Schenkung der Pfarrgerechtsame in Kirchberg durch den gegenwärtigen Inhaber des bischöflichen Stuhles2), so daß die päpstliche Bestätigung der Pfarrei hier in der Tat nur als eine einfache Bestätigung des bisherigen Besitzrechtes erscheint. Allerdings finden sich in der Liste keine weiteren Bemerkungen über vorhandene Rechtstitel, aber indem der Hinweis auf ein bischöfliches Privileg an die Spitze der ganzen Liste gesetzt wurde, konnte auch die Bestätigung der übrigen Pfarreien als Bestätigung vorhandenen Besitzes erscheinen. Dann aber fügt sich jene Bestimmung durchaus in die übliche Praxis der Kurie ein, und die Bedenken erledigen sich um so eher, als sämtliche hier genannten Pfarrkirchen auch in dem um 1330 geschriebenen Verzeichnis der Stiftspfarren3) begegnen und größtenteils in den späteren Privilegien Innocenz' VI. von

1) Vgl. Schreiber Kurie und Kloster II 33 ff.

2) Parrochia videlicet Kirichperch cum tota decima et dote sua omnique integritate iuris, quod a Theobaldo Pataviensi ep. canonice suscepit et privilegio ipsius cum omni utilitate quiete possidet; das Privileg Diepolds ist erhalten (vgl. Th. Hagn a. a. O. S. 44 n. 35).

3) Gedr. von Th. Hagn S. 369–378.

12471) und 12492) wiederkehren. Wenn in diesen Privilegien der Satz selbst fehlt, so erklärt sich das aus den inzwischen veränderten Rechtsgewohnheiten, d. h. aus der neuen Form der Inkorporation, die andere Formeln mit sich brachte 3).

Wenige Jahre nach diesem Privileg setzte Bischof Diepold seinen Bruder als Abt nach Kremsmünster. Der innere Zusammenhang beider Tatsachen ist, wie gesagt, nicht zu erweisen, aber er liegt mindestens sehr nahe: auf das päpstliche Privileg, das eine gewisse Selbständigkeit des Klosters voraussetzt, antwortet der Bischof mit dem Versuch, das bischöfliche Kloster wieder in größere Abhängigkeit zu bringen. Das Mandat, aus dem wir zum ersten Male über diesen Gegensatz erfahren, war bislang nur in Auszügen bekannt, da es im erzbischöflichen Archiv zu Salzburg (jetzt in Wien) aufbewahrt und daher im Kremsmünsterschen Urkundenbuch nicht abgedruckt wurde. Ich lasse daher den Wortlaut hier folgen (vgl. Germ. pontif. I 213 n. 2):

Lucius episcopus seruus seruorum Dei. Dilectis filiis1) Marhuar(do) de Kaerstem, .. de sancta Cruce in Saltlbach abbatibus, maiori Salzburgen(si) et . . Nuwenburgen(si) prepositis salutem et apostolicam benedictionem. Ad audientiam nostram peruenisse noueritis, quod cum monasterio de Chremis pastorali regimine destituto monachi eius in dilectum filium nostrum Rafold(um) fratrem eorum coram D(iepoldo) Pathauien(si) episcopo unanimiter conuenissent et elegissent eum in | suum abbatem, episcopus ipse electionem illius distulit confirmare. Postmodum uero M(anegoldum) fratrem suum, qui undecim cenobia detinebat, idem episcopus a remotis partibus aduocauit et in prescriptum cenobium uiolenter intrusit. Ille uero cum militibus et aliorum magna

1) Gedr. Th. Hagn S. 91 n. 74. 2) Gedr. Th. Hagn S. 95 n. 76. 3) Da das Alexanderprivileg, wie ich bemerken möchte, dieselben Unterschriften und fast dasselbe Formular zeigt, wie das Alexanderprivileg für Garsten vom 5. April 1179, so wird man das Recht haben, es ebenfalls zu diesem Datum zu setzen.

4) Vor Marhuar. ist eine größere Lücke gelassen und am Ende der Lücke de ausradiert; der Schreiber wollte also anfangs schreiben: filiis . . de Kaerstem.

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