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beziehe sich auf den römischen Kaiser und Kaiserstuhl sei ein germanisierter Name.1) Ihm schliesst sich nun auch Pfarrer Alois Wind in seiner verdienstvollen Schrift: „Kaiserstuhl in Geschichte und Sage" an. Er sagt: „Unter der römischen Herrschaft wurde Kaiserstuhl genannt Solium Cæsaris, Tribunal Caesaris, Praetorium, u. s. w." Es ist dieses ein Satz, der sich mit keiner einzigen Stelle belegen lässt. Nach Pauli's Realencyclopaedie kommt der Ortsname Praetorium im alten römischen Reiche mehrmal vor, aber der nächstgelegene so genannte Ort liegt im alten Pannonien. Die beiden anderen finden sich überhaupt als Ortsnamen gar nicht vor.

Der Name Kaiserstuhl kann erst in Gebrauch gekommen sein, als es fränkische Kaiser gab, deren gräfliche Sendbote den Landtagen vorstanden. Der Name Kaiserstuhl geht daher nicht vor das Jahr 800 zurück. Damit soll nicht gesagt sein, dass der Ort nicht schon vorher bestand, und es ist sogar höchst wahrscheinlich, dass schon zu Römerzeiten hier eine Ansiedelung bestand, wenn auch die Annahme, der sog. Römerthurm in Kaiserstuhl sei römischen Ursprungs, von Fachmännern bestritten wird. Ebenso ist es mehr als wahrscheinlich, dass schon vor der Frankenherrschaft bei Kaiserstuhl am Rheine eine alamanniche Dingstätte war, indem die fränkischen Könige und Kaiser nach der Unterjochung der Alamannen deren alten Rechte und Gewohnheiten so ziemlich bestehen liessen, und so auch die alten Dingstätten respectierten. Aber erst die Ankunft kaiserlicher Richter konnte zur Folge haben, dass eine Landgerichtsstelle den Namen Kaiserstuhl erhalten konnte.

Wenn auch die oben angeführten lateinischen Namen in. Chroniken und Urkunden erscheinen, so sind sie eben nichts. anders, als eine Uebertragung des deutschen Namens in's la teinische Idiom.

1) Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins. 7. Bd. 281.

B

Litteratur

der V Orte von den Jahren 1894 und 1895.

(Schriften über die V Orte und aus den V Orten.)

Zusammengestellt von

J. L. Brandstetter, Professor.

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Geschichtsfrd. Bd. LI.

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Bemerkung.

Wie schon früher im Berichte des Vorstandes erwähnt wurde, hat der Präsident des Vereins in Verbindung mit dort genannten Herren und Instituten dieses Jahr es über sich genommen, die Litteratur aus den V Orten zusammenzustellen. Unbedingt aber müssen wir jede Verantwortlichkeit auf Vollständigkeit von uns ablehnen. Einerseits sind nicht alle unsere Anfragen beantwortet worden; anderseits ist es ein Ding der Unmöglichkeit, sämtliche Zeitungen und Zeitschriften aus den Orten, und dann noch einige Dutzend solcher ausser unserm Vereinsgebiete lesen oder gar zu halten, um zu erfahren, ob etwas Bezügliches in denselben enthalten sei. Wollen die Herren Verfasser ihre Arbeiten in diesem Verzeichnisse erwähnt wissen, so müssen wir sie dringend ersuchen, die Titel derselben oder noch besser Abzüge ihrer gedruckten Arbeiten dem Vorstande einzusenden. Die Titel der periodisch erscheinenden Blätter, die schon im Vorjahre erwähnt sind, werden nicht mehr aufgenommen. Die Abkürzungen sind dieselben, wie im vorjährigen Berichte.

1894.

1. Ackermann, Felix. Peter Balan und seine Geschichte Italiens. Kath. Schweizerblätter. 10 Bd.

2. Ackermann, Kaplan. Einst und jetzt. Was die alten Protokolle von Menzingen erzählen. Zugerkalender 1895. 3. Ab Egg, Gottfried. Ueber Handwerk und Gewerbe im Lande Uri. Urner Wochenblatt und seperat. Altdorf.

4. Von Ah, Jos. Jg. Wie steht es in der Welt? Kath. Schweizerblätter. 10. Bd.

5.

Von der Ah zum Rhein. Main und Nekar. Nidw. Volksbl. Nr 36-46.

6.

Litanie zu unserm sel. Landesvater Br. Nikolaus

v. Flüe. Mit Bild. Benziger.

7.

Der Humor in der Weltgeschichte. Vaterland Nrn. 163, 186, 210, 222, 233, 245, 256, 274, 285, 296.

8. Festpredigt in der neuen Institutskirche im Melchthal. Sont. den 21. Okt. 1894 bei der Glockenweihe. Räber.

9. Alte und neue Welt. Einsiedeln, Benziger. Darin: Melchthalgruppe. Gletscherschwankungen sonst und jetzt. Die Urner Landsgemeinde.

10. Am See, Erni. (Karl Engelberger.) Der Sang vom Rotzberg. Epische Dichtung. Luzern. Doleschal.

11.

Ein vaterländischer Dichter: Krauer. St. Gallerblätter Nr. 38. 39.

12. Anderegg, F. und Anderegg, Dr. E. Bibliographie der schweiz. Landeskunde: Landwirtschaft. Bern.

13. Arnet Th. Struthan von Winkelried. Vaterländisches Volksschauspiel in drei Aufzügen mit Gesang. Luzern, Räber.

14.

Bericht über das Volksschulwesen des KtLuzern für das Schuljahr 1892/93. Luzern, Räber.

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