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5. Im Jahre 1280 (Herrgott) gibt Hartmann von Froburg dem Kloster St. Urban eine Area zu Zofingen,,, nulli attinentem vel quovis jure obnoxiam, de voluntate burgensium dictae villae." Er und die Bürger versprechen, dass die Mönche von St. Urban occasione dictae domus jus burgensiae liberum habeant in ipsa villa, et quod ipsos tamquam nostros dilectos comburgenses pro viribus defendamus. - Er und sein Sohn Ludwig leisten dem Kloster für diese area Gewähr. Auch hier wird des Stiftes mit keinem Worte gedacht.

6. Im Jahre 1286, am nämlichen Tage, wo der von Kopp angeführte Kauf durch die Predigermönche zu Zofingen Statt fand, versprechen diese Mönche dem Grafen Ludwig, seinen Geschwistern und ihren Erben,,,dass wir uns nimmermehr entziehen sollen alles des Gutes, Rechtes und Freiheiten, so sie uns gegeben haben in der Stadt Zofingen u. s. w. Wir verjähen ihnen auch, dass wir in der Parochie zu Zofingen nimmer kein Kloster machen sollen von unserm Orden, noch von Mannen, noch von Frauen, ohne der Herrschaft Wissen und Erlaub." (Soloth. Woch. 1824. S. 28.)

Die hier angeführten Urkunden unterstützen jedenfalls die Ansicht, dass die Grafen von Froburg nicht blosse Vogteigewalt über Zofingen gehabt haben. Die Entscheidung dieser Frage hängt aber davon ab, ob jemals eine Urkunde über die Erwerbung der Stadt Zofingen durch das Habsburgische Haus wird aufgefunden werden. Denn bis jetzt ist sowohl das Jahr als die Art der Erwerbung ungewiss. Verkauften die Grafen von Froburg oder, nach Kopps Ansicht, das St. Mauritiusstift ihre Hoheitsrechte über Zofingen an König Rudolf oder seine Söhne? Dass Erste ist in der That wahrscheinlicher. Dass die drei Geschwister Ludwig, Markwart und Elisabeth, deren Verarmung auch durch andere Verkäufe, die sie machten, bewiesen wird, den Habsburgischen Vergrösserungsplanen nicht widerstehen konnten, für die der Besitz von Zofingen in der That sehr wichtig war, leidet keinen Zweifel. Bis daher urkundlich das Gegentheil bewiesen werden kann, wird man an

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nehmen müssen, dass die Hoheitsrechte über Zofingen von diesen drei Geschwistern, sei es durch Verkauf oder auf andere Weise, bald nach dem Tode des Vaters an das Habsburgische Haus übergegangen seien, dass ihnen hingegen die blossen Vogteirechte unter Habsburgischer Hoheit noch blieben, und dass sie ebendesswegen in jener von Kopp angeführten Urkunde von 1286 so ausdrücklich sagen:,, in der wir Vogt sind."

DENKWÜRDIGKEITEN.

Der Feldzug

Zürcherischer Truppen nach dem Veltlin

im Jahre 1620.

(Der Leuischen Sammlung auf der Stadtbibliothek in Zürich enthoben.)

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In was betrübtem laidigem Zustand gemein lobliche drey Bündt in alter freier hoher Rhätia, jetzt die Zeit haro, derlich aber seit Anno 1617 gestanden, ist aller Welt kund und offenbar.

Solches betrübten Zustandts aber fürnehmste Ursachen sind gewesen die Factionen, da einer diesem, jener einem anderen Potentaten, König, Fürsten oder Stand um des Gelts willen nachgeloffen, vnd entweders heimlich oder offentlich mit ihme tractiert hat.

Der ein war französich, der ander spanisch, der dritt venedisch und also fortan. Ja es waren ihrer viel, nicht nur vier, sonder allen Factionen zugethan, namend von ihnen Gelt und führtend sie hinter das Licht.

Der gemein Mann (der in Bündten nächst Gott und der Sonnen die höchste Oberkeit ist) fieng diese Sachen an merken, lupften Ihre Fähnlein zu unterschiedlichen mahlen, vorhabens die schuldigen nach Gebühr abzustrafen.

Insonderheit aber hat sich das Landvolk ufgemachet im Jahr des Herren 1618 vnd sich versammlet bei Tusis, vnd allda ein Strafgericht angesehen, fürnehmlich wider diejenigen, so der spanischen Faction anhängig waren, wie aus den gedrukten Grau-Bündtnerischen Handlungen des 1618 Jahrs zu sehen ist.

Hist. Archiv. III.

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