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,, Unfall und Euerer Feinden blutdurstigen Rathschlägen bewah,,ren wolle. Und dieweil in so beschaffenen Dingen die Noth,, durft erforderen will, dass ihr die Ueberbliebne desto fleissiger ,, auf Euerer Hut und Schanz seiind, wöllend wir Euch ver,,mahnet haben, die Häupter zusammen ze haben, und Euch ,, von einanderen nicht zu sönderen, Euerem Kriegsvolk auch ,, alles Ernsts einzubinden, von dem Regiment keins Wegs zu weichen, sondern bei demselben standhaft zu verbleiben, dann ,, wir diejenigen, so sich dergestalt äusseren werden, an Leib, ,, Leben, Ehr und Gut strafen werden, und söllind Ihr das ,, Schreiben gemeinen Soldaten verlesen lassen. Hieneben so , wir dieser Sachen halber, was hierin fürzunehmen uns erst ,, mit unseren vertrauten, lieben, alten Eidgenossen der Stadt Zürich unterreden, und dann sich mit schliesslichem Bescheid ,, begegnen werden, ist unser Gesinnen, dass Ihr hierzwüschen ,, Euch zu dem Obersten der Stadt Zürich Fähnlein schlahind, ,, bei demselben verbleibind und einanderen redlich und eidge,,nössisch, ohne Furcht und Schrecken, wie wir Euch vertrau,, end, zustahn, vereinen und zusammen sezen, Euch zusammen ,, in guter Sicherheit auf Euerer Hut und Defension vor den ,, Feind halten, hüten und bewahren wöllind, wie wir unseren ,, vertrauten, lieben, alten Eidgenossen der Stadt Zürich darum ,, zugeschrieben und darneben ersucht haben, Euch mit Geld ,, und Munition behilflich zu sein, durch Mittel, dass Ihr wohl Proviant bekommen mögind, wie wir nicht zweiflen, dann es ,, werden Euch ohne Fehl bis in die 7000 Pfund in Erwartung ,, des Uebrigen zugeschossen werden. Und damit schliesslichen Ihr auch desto herzhafter und getröster seigind, haben wir ,, unseren G. L. A. Eid- und Bundtsgenossen der dreyen Grauen ,, Bünden zugeschrieben und sie ganz ernstlich bei Bündt und Eid vermahnet, Euch nicht zu verlassen, sondern redlich und ,, hilflich bei zu springen, getroster Hoffnung sie solches erstat,,ten und Gott der Allmächtig (den Ihr um seinen Bei- und Zu,, stand, auch Fürsichtigkeit und Tapferkeit ohn Unterlass bitten söllend) Euch nicht lassen, sondern Euch gnädige Hilf erzei,, gen werde, das wir auch thun wöllend, mit seiner Hilff.

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Beineben so ist unser Gesinnen an Euch, Ihr uns eigentlich ,, berichten söllind, welche und wie viel der Befehlsleute und Soldaten neben dem Herren Obersten und den Hauptleuten ,, auf dem Platz verblieben und welche von den Fähnlein ge,,wichen und was Gestalten. Wöllend uns im Uebrigen zu Euch ,, versehen, Ihr als getreue Burger, des gute Rechnung haben ,, und ob wohl zu End des anderen Monats nicht gemustert werden möchte, uns guten vernüglichen Bescheid desswegen ,, geben und die überbliebne Fähnlein in guter Ordnung halten werden. Daran wir gar nicht zweiflen. Und hiemit in Er,, wartung ferneren Bescheids und ferneren Resolutionen bitten ,, wir den Herren Gott im Himmel, dass er Euch Redlichkeit, ,Mannenherz und Tapferkeit und heilsamen Rath vergonnen wölle, dass Ihr Euch vor des Feinds Gewalt fürbas behüten ,, und beschirmen mögind. Ja er der Herr wölle Euer Heerführer und Sirmer sein. Amen."

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,,Datum den 9ten Tag Septembris Anno 1620. Schultheiss, Rät und Burger der Stadt Bern."

Hierüber sich die Berner in Gebühr gegen den Obersten von Zürich eingestellt und von ihm das Wort genommen, auch in allen fürfallenden Sachen sich Raths bei ihm erholet hand. Den 17. Septembris kamen unserer gnädigen Herren und Oberen Ehrengesandte, Hr. Statthalter Bräm und Jkr. Conrad Grebel zu uns gen Zutz. Die wurden von dem Hrn. Obersten und den Hren. Hauptleuten aussert Zutz empfangen, auch das ganze Regiment ihnen entgegen geführt.

Morndess den 18. Septembris beruften sie zu sich den Herrn Obersten, die Haupt- und Befehlsleut. Da that Hr. Statthalter Bräm ein weitläufige ausführliche Oration, warum sie von unseren gnädigen Herren und Oberen ins Engadin geschickt worden, namlich die Beschaffenheit aller Sachen dieses Regiments zu erkundigen. Hr. Oberster Steiner antwortete in aller Nahmen und erzählte alle Verloffenheit unserer ganzen Reis, insonderheit aber, wie es mit der Wormserschanz und vor Tyran ergangen und warum wir uns wiederum gen Zutz begeben, auch wie man schier uicht wüsse, wem man trauen dörfe. Auch

ward fürgebracht, was die Berner ihres Regiments halber an unser gnädig Herren begehrt. Hierauf entschlossen sie sich samtlich gen Samaden zu reisen, zu musteren und alle Ding zu besichtigen, das beschah noch desselbigen Tags und wurden unter allen 7 Bernerfahnen funden 958 Mann, die Haupt- und Befehlsleut, Trabanten, Schiffleut, Lakeyen darunter gerechnet.

Den 21. Septembris sind die Herren Gesandten wiederum naher dem Brättigäu verreist.

Den 23. Septembris schrieben sie ab Davos dem Hrn. Oberst und Hauptleut, dass sie mit ihren Fahnen aus dem Ober-Engadin aufbrechind und sich in X Gerichten Bund verfügind. Also kamen am Morgen drauf den 24. Septembris Landammann Antoni Travers, Landammann Wolfgang und Fortunat von Juwalta, J. Victor Travers, Landammann Lorenz Wietzel, Hr. Peter Conradin Plant und andere Fürgesetzte des oberen Engadins zu dem Hr. Obersten, bedankten sich der ihnen bewiesenen Gunst und treuen Beistands, tranken die Lezi und nahmen einen freudigen Abschied.

Sind also denselbigen Tag verreiset und wieder über die Scalettam kommen auf Davos. Des folgenden Tags ins Brättigäu gegen Fideris, Luzein und Sass, und lagen allda ein Tag still. Den 27. Septembris zogen wir gen Grüsch, Sewis und Schiers, und lagen allda auch ein Tag still, bis wir endlich den 29. Septembris in die Herrschaft Maienfeld ankommen sind. Hr. Oberster Steiner und Hr. Hauptmann Stuki legten sich gen Maienfeld ins Stättlin, Hr. Hauptmann Schmid gen Malans. Die Berner aber loschirten sich in den Gottshaus-Bund gen Zizers und Igis und warteten allda beide Regiment bis auf ferneren Bescheid ihrer Herren und Oberen.

Nachtrag zu Blumers Abhandlung

über Glarus.

Nachdem meine Abhandlung über die älteste Geschichte des Thales Glarus bereits gedruckt war, fand ich noch Gelegenheit, das General-Landes-Archiv in Karlsruhe zu besuchen, wo ich indessen keine, auf den Inhalt meiner Arbeit bezügliche, Urkunde vorfand. Dagegen : sah ich hier einen seckingischen Codex aus dem zwölften Jahrhundert, welcher das Leben des heil. Friedolin's von Balther enthält. Derselbe bestätigt auf interessante Weise die von mir oben S. 9 ausgesprochene Vermuthung, dass das miraculum de Sancto Fridolino", welches die Vergabung des Thales Glarus an Seckingen erzählt, ein späterer Zusatz sein möchte, indem nämlich diese Erzählung dort nicht wie in den Abschriften am Ende der Lebensbeschreibung steht, sondern nur mit einer, um ein volles Jahrhundert neuern Schrift an einer andern Stelle des Codex, wo zufällig noch Platz offen war, sich eigeschalten findet. Es steht zu hoffen, dass Herr Archiv-Director Dr. Mon e auf Grundlage dieses Codex nächstens das Leben Friedolin's neu herausgeben und dabei zugleich das Geschichtliche, welches darin enthalten sein mag, von dem Sagenhaften genau ausscheiden werde. Inzwischen geht aus jener Entdeckung mit Sicherheit hervor, dass die gewöhnliche Annahme, Glarus sei durch die Vermittlung des heil. Friedolin an Seckingen gekommen, jedes urkundlichen Beleges, das irgendwie in Betracht kommen könnte, entbehrt.

J. J. Blumer.

Druck von J. J. Ulrich.

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