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Basiliken vorkommt, und erklärt das Fehlen des opus sectile auf den zwei hintersten Arkaden der Mittelschiffsäulen durch die ehemalige Existenz eines eigenen Vordaches über dem Nartex.

In der Mitte der Längswand des rechten Seitenschiffes steht schon seit alter Zeit eine Granitsäule mit korintischem Marmorkapitell, zur Hälfte aus dem Boden herausragend, in einer besonderen Nische. Die Bedeutung dieser Säule war schon von jeher unklar. Nur die Kenntnis des Bodens, auf dem sie steht, konnte entscheiden, ob sie einem älteren Bau angehörend, noch an Ort und Stelle verblieben ist, oder ob sie als Gegenstand besonderer Verehrung hier eingemauert wurde. Trotz ihrer vollständigen Freilegung ist des Rätsels Lösung noch nicht gefunden Die Basis ruht in mehr als 2 m Tiefe auf unebenem Füllmalerial mit Mörtel vermengt, das mit der Unterlage eines Fußbodens nichts gemeinsam hat.

Im Jahre 1587 ließ Papst Sixtus V. eine Restauration der Basilika vornehmen, die besonders das Presbyterium, die Absis und die Krypta betraf1). Bei dieser Gelegenheit wurden die zwei vordersten Arkaden des Mittelschiffes beidseitig zugemauert und der Fußboden des Presbyteriums um zwei Stufen höher gelegt. Die Marmorbekleidung der Absiswand wurde samt dem Bischofsstuhl und dem sedile entfernt und zur Ausbesserung des Bodens benützt. Auf der Suche nach den Reliquien unter dem Hauptaltar wurde die alte Krypta vollständig zerstört, die Mauern durchbrochen und die Säulen mit den Architraven fortgeschleppt.

Die Ausgrabungen im Presbyterium haben nun die Mauerreste der alten Ambonen und der Ikonostasis wieder aufgedeckt, so daß nach Entfernung des modernen Baldachinaltars eine Wiederherstellung der Schola cantorum mit der vor Jahren aufgefundenen Marmorverzierung wieder möglich wird.

Neben zahlreichen Marmorinschriften (darunter ein Damasianisches Fragment mit den Lettern . . . VNDI) sind besonders zwei vortreffliche Fundstücke zu verzeichnen. Ein striglierter Sarkophag enthält in der Mitte das Brustbild des Verstorbenen über einer noch unbestimmten mythologischen Darstellung. An den Ecken der Vorderseite stehen Genien und an den Seitenstücken geflügelte Greife, eine Arbeit des 3.-4. Jahrhunderts. Aus dem 10. Jahrhundert stammt die Inschrift im Architrav einer Pforte:

') Genaue Angaben darüber sind im „Libro di tutta la spesa fatta da N. S. Papa Sisto V. a Santa Sabina“ enthalten; Vat. Arch. Armad. B. 15.

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RICII CONSTRVXERAT PRISCIS GENITRICISQVE DOMVM (Theo) DORA RENOBANS THEOPHYLACTI VESTARARII CONIVX.

War S. Sabina mit dem offenen Dachgebälk und den zweiundzwanzig kanellierten Säulen schon bisher eine der wenigen Kirchen, die ihren alten Stil im Ganzen bewahrt haben, so wird sie durch die neue Restauration vollends den wahren Charakter einer altchristlichen Basilika erhalten.

Camposanto-Colleg.

Dr. Paul Styger.

Die Christusstatue im römischen

Thermenmuseum.

(Mit 2 Tafeln.)

In der Altertumssammlung S. Giorgi befand sich vor kurzem eine angeblich in Civita Lavinia aufgefundene Statuette unter der Bezeichnung,,sitzende Dichterin", die alsbald von der Direktion des römischen Nationalmuseums für die neuerrichtete Sammlung christlicher Altertümer erworben wurde. Prof. Paribeni würdigte den Fund erstmals einer Untersuchung und erbrachte den Beweis, daß es sich um eine Darstellung der jugendlichen Christusfigur handle '). Die Statue aus lunensischem Marmor mißt 70 cm Höhe. In edelster Haltung sitzt der Jüngling auf einem Lehnstuhl, den Blick mit leichter Wendung rechts gerichtet, in der langen ungegürteten Tunika mit kurzen Aermeln und dem auf der linken Schulter aufliegenden von rechts her über die Knie ausgebreiteten Pallium. Das leichtgescheitelte Haar liegt auf dem Haupte glatt an, und ringelt sich in Locken doppelreihig über Stirn und Wangen bis auf den Nacken. Das Gesicht ist glatt und rundlich. Ueber den weitgeöffneten Augen mit tiefer Pupille wölben sich kräftige Braunen. Die Nase in der geraden Stirnlinie ist an der Spitze abgestoßen. Die aufgeworfenen Lippen des Mundes öffnen sich zum Sprechen. Zur Begleitung der Rede erhebt sich der rechte Arm, jetzt samt der Stütze beim Handgelenk abgebrochen. Die Linke umfaßt die beiden Enden der Buchrolle, zwei Finger zur Unterbrechung der Lesung zwischen die Rolle schiebend. Der rechte Fuß ist mäßig vorgesetzt, der linke zieht die Gewandfalten so stark nach innen, daß im Knie ein unschöner schiefer Winkel entsteht, der besonders in der Seitenansicht stört. Das Schuh

R. Paribeni: Statuina di Christo del Museo Nazionale Romano. Bollettino d'arte, fasc. 12. p. 381.

werk besteht aus einer doppelten Sohle mit Absatzkappe und zwei breiten kreuzweis gelegten Riemen. Das Vorderstück des linken Fußes fehlt; aber die Schnittfläche läßt erkennen, daß es schon ursprünglich bloß angefügt war. Die Basis ist ein unregelmäßiges Trapez, auf der Vorderseite und bis zur Mitte der Seitenstücke mit der einfachen Hohlkehle (Trochilus) verziert. Der Stuhl hat die seltene Form des Diphros mit Rücklehne '); letztere ist mit einem Tuch behangen, das auf der linken Seite das Polsterkissen verdeckt. Die Stuhlbeine mit einfachen Ringornamenten gehen in Löwenfüße aus.

Da Basis und Diphros nicht aus lunensischem, sondern aus griechischem Marmor gearbeitet sind, so ist auch ein zeitlicher Abstand in der Entstehung beider Teile anzunehmen; denn sonst wäre gewiß die ganze Statuette aus einem Stück. Welcher Teil ist nun wohl der ältere ? Eine sichere Antwort auf diese schwierige Frage ist überhaupt ausgeschlossen, da man sowohl annehmen könnte, daß die Basis erst angefertigt wurde, nachdem die Sitzfigur ihren früheren Bestimmungsort gewechselt hatte, als auch daß ursprünglich eine Statuette in Bronze auf der jetzigen Basis ruhte, welche dann durch eine Marmorkopie ersetzt wurde. Diese letztere Annahme dürfte die wahrscheinlichere sein, denn die Sitzfigur ist wirklich eine Kopie, die in der ganzen Auffassung deutliche Merkmale einer bronzenen Vorlage aufweist. An das Original erinnern noch die Motive der Gewandfalten und der weitabstehende rechte Arm, der im Marmor eine Sicherheitsstütze bedingte.

Den wichtigsten Beleg für die Identifizierung dieser Statue mit der Figur Christi bietet ihr jugendidealer Typus, der eine enge Verwandtschaft mit der Gestalt des göttlichen Lehrers auf einer Gruppe der ältesten christlichen Säulensarkophage bekundet. Die Aehnlichkeit mit Lat. Nr. 174 ist geradezu auffallend. Taf. 2. Man beachte hier vor allem den gleichen Schnitt der Gesichtszüge, die Proportionen der Gliedmasse und die Motive der Drappierung. Selbst jenes Detail des enganliegenden Palliums beim zurückgesetzten linken Fuß begegnet uns zweimal als etwas charakteristisches bei der Figur der Majestas Domini und bei Pilatus auf dem Gerichtsstuhl.

Somit dürfen wir den Ursprung des Originals, wenn nicht auch der Kopie unserer Christusstatue auf keinen Fall über die Mitte des dritten Jahrhunderts hinabrücken.

1) Der gleiche Diphros kommt in einem Alexander Severus Medaillon vor. Abgebildet bei Hirsch, Sammlung II. Abt. Taf 32, Nr. 2030.

Gerade die Darstellungen des thronenden Christus auf den ältesten Sarkophagen ') machen die Voraussetzung notwendig, daß derartige plastische Sitzstatuen existierten "). Es ist daher für die Bestimmung des ursprünglichen Standortes unserer Statuette nicht in erster Linie an ein heidnisches Lararium) zu denken, sondern sie mag im Verein mit den ältesten Standbildern des Guten Hirten in Nischen und Bogenfeldern altchristlicher Basiliken gestanden oder als Grabschmuck gedient haben.

Camposanto-Colleg.

Dr. Paul Styger.

1) Bassussarkophag, Lateranensis Nr. 174, Sarkophag in Perugia und der ältere von S. Francesco in Ravenna. Vergl. de Waal, der Sarkophag des Junius Bassus (Rom 1900) und Dütschke Ravennatische Studien (Leipzig 1909).

2) Das Papstbuch berichtet uns von einer silbernen Statuette des thronenden Christus, die Kaiser Konstantin d. Gr. dem Baptisterium des Lateran geschenkt habe. (Lib. Pont., ed Duchesne, I. p. 172.

3) Lampridius berichtet, daß der Kaiser Alexander Severus die Statue Christi neben der des Apollonius von Tyana, des Abraham und Orpheus in seinem Lararium aufgestellt hatte. Aelii Lampridii: Alexander Severus, 29: .. matutinis horis in larario suo, in quo et dives principes, sed optimos electos, et animas sanctiores, in queis et Apollonium, et quantum scriptor suorum temporum dicit, Christum, Abraham et Orpheum, et huiuscemodi deos habebat, ac majorum effigies, rem divinam faciebat."

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