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Land am Südende der Bucht, am Guadalupe, der dort mündet, die Gegend, wo die Städte San José und Santa Clara liegen, bildet eine höchst anmuthige, fruchtbare und gesunde Gegend; man bezeichnet sie mit Recht als Kornkammer und Obstgarten für San Francisco. Weizen giebt die Aussaat achtzigfach zurück, Mais anderthalbhundertfältig, Kartoffeln erreichen ein Gewicht bis zu acht Pfund und sind dabei äusserst schmackhaft; Möhren werden drei Fuss lang, Kohlköpfe wachsen bis zu einem Durchmesser von zwanzig Zoll.

Bei den Indianern gab es eine Sage, der zufolge die Bucht von San Francisco einst ein Süsswassersee gewesen sei; aber bei einem Erdbeben habe sich das Küstengebirge geöffnet, das Meer sei in's Land geströmt, und seitdem habe die Bay ihre gegenwärtige Gestalt. Das überschüssige süsse Wasser sei durch die Thäler von San José und Santa Clara nach Süden hin abgeflossen und in der Bucht von Monterey dem Ocean zugeströmt.

Die Stadt San Francisco, der wichtigste Hafenort und der bedeutendste Handelsplatz an der gesammten Westküste Amerika's, war noch nicht vorhanden, als die Nordamerikaner die alte Hauptstadt der Azteken eroberten und „ in Montezuma's Hallen Tafel hielten“. Da, wo nun mehr als 70,000 Menschen wohnen, standen im Anfange des Jahres 1848 einige Lehmhütten. Das grosse Emporium liegt in einer keineswegs angenehmen oder fruchtbaren Gegend, nahe der nordöstlichen Spitze der oben erwähnten Halbinsel (37° 48' N. Br., 122° 25' W. L.), zwischen sandigen Hügeln, aber die Rücksicht auf den Handelsverkehr und die Seeschifffahrt war bei der Gründung massgebend. Zwei Miles östlich von der Stadt liegt die kleine Insel Yerba buena; diesen Namen führte auch das armselige Dorf, welches der prächtigen Stadt Platz gemacht hat. Wir gehen hier auf eine Schilderung der letzteren nicht ein, weil wir gelegentlich San Francisco als Welthandelsstadt näher zu behandeln gedenken, und bemerken nur, dass der Geldwerth ihrer jährlichen Ausfuhren jenem von New-York nicht nachsteht. San Francisco is the point! schrieb Robinson vor zehn Jahren in seinem oben erwähnten Buche, und der spürende Yankee hat das Richtige getroffen.

Zu den interessantesten Thälern in der Nähe des grossen Wasserspiegels gehört das Thal des Napa, eines kleinen Flusses, welcher von Norden her in die San Pablo-Bay fällt. Bartlett hat dasselbe im März 1852 besucht und beschrieben '). Er fand dasselbe von einigen

') Personal Narrative of Explorations and Incidents in Texas, New Mexico, California, Sonora and Chihuahua, connected with the United States and Mexican Boundary Commission, during the years 1850, 51, 52 and 53. By John Russell Bartlett. New York 1854. Vol. II, p. 13 ff.

fleissigen Ansiedlern bewohnt, die von der Ortschaft Napa aus einen Dampfer bis nach San Francisco fahren liessen. Bei der Ausmündung in die San Pablo-Bay hat das Thal eine Breite von etwa 6 Miles; weiter nach Norden wird es enger und bildet einen grossen, mit mächtigen Eichen bestandenen Park, wie er nicht schöner gedacht werden kann. Das Ganze bildete eine reizende Einöde, in welcher Wohnungen nur erst sehr vereinzelt und meilenweit auseinander lagen. Der Reisende bemerkt ausdrücklich, dass er nur Bäume sah, die schon Jahrhunderte alt waren, dass er nirgends jungen Nachwuchs fand, wie denn auch Unterholz ganz fehlte. Er meint, dass daran das Verfahren der Spanier schuld sei, welche den Boden abzubrennen pflegten, oder dass wegen der umherziehenden Viehheerden junge Triebe nicht haben aufkommen können. Die Berge, welche das Thal einschliessen, sind bis zum Gipfel bewaldet; einzelne Felsenmassen springen in phantastischer Gestalt weit vor. Auf Hügelreihen wachsen rothe Cedern; der Lauf des Napa ist mit Weiden eingefasst. Der Patriarch in diesem wilden Paradiese, der Missourier Yaunt, war vor fünfzehn Jahren in's Land gekommen und hatte von der Regierung eine beträchtliche Strecke Landes erhalten; er benutzte aber seine 5000 Aecker vorzugsweise nur als Viehweide. Revere hat einen Abriss der Lebensgeschichte dieses Abenteurers gegeben; so wie er sind und waren Tausende jener Männer, die im weiten Westen ihr Glück suchten. Er hatte unter Jackson in der Schlacht bei New-Orleans mitgefochten, später den Krieg gegen die Seminolen in Florida mitgemacht. Von diesen war er gefangen genommen und bereits an den Pfahl gebunden worden, um abgeschlachtet zu werden. Nur ein Zufall rettete ihm das Leben. Er kam später nach Californien, um Pelzthiere zu fangen, und schiffte mehr als einmal in einem kleinen Boote der Küste entlang. Im Jahre 1836 gelangte er zufällig in die Mündung des Napa; das Thal war damals nur von Indianern bewohnt. Bei dem Stamme der Caymas suchte der alte Trapper eine Ruhestätte, weil in seiner Jugend eine Wahrsagerin ihm prophezeiet hatte, dass er einst in einem fern gelegenen Thale Glück haben werde. Alle Jäger sind abergläubig. Yaunt ging nach Monterey, wurde californischer Bürger und erhielt eine Strecke Landes, auf welchem er sich ansiedelte. Mit den Wilden schloss er ein Bündniss, errichtete ein Blockhaus, führte die Caymas gegen andere Indianerstämme in's Feld, und war nach einigen Jahren thatsächlich Beherrscher des ganzen Napathales; die Indianer wurden so fügsam, dass sie ihm seine Heerden weideten und Holz für ihn fällten, namentlich die werthvollen Eichen und Cedern, die im Unterlande gesucht waren. Stämme von 280 Fuss Höhe sind auch in diesem Thale nicht selten; auch hier ist eine Heimath der Riesenbäume. Im oberen Napathale liegen Mineralquellen, die Shepard in Silliman's Journal (November 1851, S. 154) beschrieben hat.

Bartlett besuchte die schon mehrfach geschilderten „Geyser“ im Plutonthale, ging im April 1852 über San Francisco nach den Quecksilbergruben von Neu - Almaden im Thale von San José, das in mancher Beziehung jenem des Napa ähnelt, nur ist es ungleich länger und breiter. San José hat eine in hohem Grade günstige Lage und ist Mittelpunkt eines höchst ergiebige Ackerbaubezirkes, dessen Fruchtbarkeit wir schon weiter oben angedeutet haben. Der 13 Miles lange Weg nach Neu- Almaden führt durch eine wahrhaft reizende Landschaft. Die Maschinen für das Quecksilberwerk hatte die Compagnie aus England und den Vereinigten Staaten kommen lassen; Bartlett fand schon sechs Oefen in Betrieb. Das Quecksilber wird in gusseiserne Flaschen gefüllt, deren jede 75 Pfund enthält, auf Karren bis an den 20 Miles entfernten Landungsplatz gefahren, und geht von da zu Schiffe nach San Francisco. Damals wurde das Pfund mit 60 Cents bezahlt, halb so viel als die Rothschilde für das Quecksilber von AltAlmaden in Spanien nahmen. Die Qualität dieser californischen Grube liefs nichts zu wünschen übrig. Zu Ende des Jahres 1851 waren versuchsweise 1000 Flaschen nach Canton verschickt worden, weil in China immer starker Begehr nach Quecksilber ist. Die Ausfuhr aus San Francisco stellte sich im Jahre 1853 auf 18,800 Flaschen; sie hatten einen Geldwerth von 683,189 Dollars. Davon gingen nach Hongkong 5612 Flaschen zu 180,272 Dollars, nach Schanghai 812 Flaschen zu 31,199 Doll., nach Canton 366 Flaschen zu 14,125 Doll., nach Whampoa 300 Flaschen zu 11,500 Dollars. Der Versuch nach China war also lohnend gewesen und hatte eine beträchtliche Nachfrage zur Folge gehabt. Ferner gingen nach Calcutta 50 Flaschen, nach Mazatlan für die mexicanischen Bergwerke 2811, nach eben demselben Hafen und San Blas 255 und 1942, nach Callao in Peru 1800, nach Valparaiso in Chile 1977, nach New-York 1845 und nach Philadelphia 1000 Flaschen.

Wir schliessen diese Mittheilungen mit nachstehender Tafel, die wir einem Berichte des amerikanischen Seeoffiziers M’Arthur entlehnen. Er war bei der Küstenaufnahme zwischen Monterey und der Columbiamündung thätig; Bache hat die Resultate veröffentlicht ').

N. Breite:

W. Länge: Punta Pinos bei Monterey

36° 37' 30" 121° 58' 00" Santa Cruz, Landspitze

36 56 00 122 6 30

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') Notices of the Western Coast of the United States; U. S. Coast Survey. A. D. Bache, Superintendent. Washington 1851. S. 10.

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N. Breite: Punta Año nuevo

37° 11' 00" San Pedro, Landspitze

37 34 00 Punta Lobos.

37 46 30 Fort Point, Einfahrt nach S. Francisco 37 48 20 Süd - Farallon

37 36 30 Nordwest-Farallon

37 44 00 Punta de los Reyes

38 1 30 Punta Tornales.

38 14 30 Bodega Head

38 18

30 Fort Ross

38 33 00 Blunt's Riff, gegenüber Mendocino 40 27 15 Cap Mendocino, Zuckerhut

40 27 00 False Mendocino

40 31 00 Eel River, Einfahrt

40 39 30 Table Bluff

40 44 00 Humboldt-Hafen, Einfahrt

40 51 00 Trinidad-Bay, Ankerstelle

41 5 40 Klamath-Fluss, Einfahrt .

41 34 00 Hafen St. George, Ankerstelle

41 43 00 Pelicanbay, Indianerdorf, Ankerstelle 41 55 00

W. Länge: 122° 23' 00" 122 28 00 122 27 30 122 28 12 123 00 00 123 8 00 123 2 30 123 2 30 123 5 00 123 16 30 124 30 00 124 27 30 124 26 00 124 17 00 124 13 00 124 8 00 124 5 00 124 1 30

4 00 124

4 00.

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Miscellen.

Baumwollen - Production der Vereinigten Staaten von

Nord-Amerika. Aus einem in dem Journal des Économistes (Paris 1856, p. 423) befindlichen Artikel über den Baumwollenhandel der Vereinigten Staaten entnehmen wir folgende statistische Resultate. Von allen Erzeugnissen des amerikanischen Bodens nimmt die Baumwolle den ersten Rang als Handelsartikel ein. Während ror 60 Jahren nur wenige Baumwollen-Plantagen in Nord-Amerika existirten, sind gegenwärtig circa 77,000 Plantagen auf einem Areal von 5 Millionen Acres Landes in den 12 südlichen Staaten der Union angebaut. Anfangs beschränkte sich die Baumwollen-Cultur nur auf die heissesten Gegenden, gegenwärtig aber dehnen sich die Pflanzungen bereits bis zum 37° nördl. Breite aus. Der niedrigste Temperaturgrad, welchen die Baumwollenstaude ertragen kann, sind 60° Fahrenheit oder +12,4° R. Im Januar beginnen die Arbeiten auf den Baumwollenfeldern, und Anfangs August schreitet man zur Ernte. Nach dem Census von

1850 zählte Alabama 16,000 Plantagen, Georgien 14,578, Mississippi 15,110, Süd - Carolina 11,522, Tennessee 4,043, Luisiana 4,205, Nord - Carolina 2,827, Arkansas 2,175, Texas 2,262, Florida 990, zusanımen 73,812 Plantagen, deren Zahl sich bis zum Jahre 1855 nach einem neueren Ueberschlage um etwa 4000 vermehrt hat. Die Total - Production beträgt c. 3 Millionen Ballen. Die ersten rier der genannten Staaten, deren Alluvialboden sich vorzugsweise zur Baumwollen - Cultur eignet, produciren allein 2 Millionen Ballen.

Die Steigerung der Baumwollen - Production in den Vereinigten Staaten ergiebt sich aus folgenden Angaben. Im Jahre 1784 kamen 8 Ballen nach Europa; 1792: 304 Ballen = 45,600 Livres. 1801 betrug die Total- Production 40 Millionen Livres, wovon etwas mehr als die Hälfte ausgeführt wurde; 1811 war die Production 80 Millionen Livres; 1821: 170 Millionen oder 425,000 Ballen, wovon 125 Millionen exportirt wurden. Im Jahre 1824 erzeugten die Vereinigten Staaten 509,158 Ballen; 1827: 957,281 Ballen; 1830: 997,845 Ballen; 1831: 1,038,848 Ballen; 1843: 2,378,875 Ballen; 1851: 2,355,257 Ballen; 1852: 3,015,020 Ballen; 1853: 3,262,882 Ballen. Die Berechnung für das Jahr 1855 ist noch nicht abgeschlossen, doch übertrifft die Production dieses Jahres die der früheren bedeutend.

Was die Ausfuhr der Baumwolle betrifft, so sind von allen Staaten des alten Continents Frankreich und England die Hauptconsumenten. Beispielsweise wurden im Jahre 1845 nach England 1,439,306 Ballen, nach Frankreich 359,357 Ballen, nach den nördlichen Staaten Europa's 134,501 Ballen und in die übrigen Staaten 150,592 Ballen ansgeführt; im Jahre 1854 belief sich der Export nach England auf 1,603,750, nach Frankreich auf 374,058, nach dem Norden Europa's auf 165,172 und nach den übrigen Ländern auf 176,168 Ballen.

Die Hauptausfuhrhäfen für die Baumwolle sind New-Orleans, welches fast die Hälfte der zur Ausfuhr bestimmten Baumwolle befördert, ferner Mobile, Savannah, Charleston, New-York, Philadelphia und Boston. Die Consumtion der Baumwolle in den Vereinigten Staaten selbst giebt für die Jahre 1800 bis 1850 eine dem Steigen der Gesammt-Production analoge Steigerung. Im Jahre 1800 wurden in der Union 500 Ballen, im Jahre 1840 295,193, 1845: 389,006, 1850: 487,769 und im Jahre 1855 593,584 Ballen verarbeitet.

Dampfschifffahrtsverkehr auf dem Mississippi und seinen

Nebenströmen.

Nach dem Railroad Record versahen im Jahre 1851 auf dem Mississippi und seinen Nebenströmen 610 Dampfschiffe zu 134,867 Tonnen den Dienst. Inn Jahre 1855 war die Zahl der Dampfschiffe auf 735 zu 191,112 Tonnen gestiegen. Die Schiffszahl hat in den letzten vier Jahren einen Zuwachs von 20 pCt., die des Tonnengehalts eine Vermehrung von 40 pCt. erfahren. Die auf den Schiffen angestellte Bemannung ist in diesem Zeitraume von 12,412 auf 14,894 Mann gestiegen. (Austria 1856, p. 501.)

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