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Eisenerz, Schwefel und andere Mineralien, Maier mehrere Mineralwasser. Die Erdbeben auf Java, Sumatra, Tscheribon, Banda, Menado, den Molucken und überhaupt im indischen Archipel 1852 und 1853 werden chronologisch verzeichnet; auch einige wenige meteorologische Beobachtungen mitgetheilt. De Lange bestimmt die geographische Lage von Batavia, womit man Baron Melvill von Carnbee's „Discussion sur la longitude de Batavia et de quelques autres points principaux de l'ile de Java“ in seinem Moniteur des Indes 1848. Th. III. No. 1 vergleichen kann. Ausserdem enthält jeder Band Nachrichten über die Gesellschaft der Natuurkundige Vereeniging in Niederländisch-Indien. Als ein Curiosum mag erwähnt werden, dass unter den Mitgliedern seit 1850 vorkommt: Se. Hoh. Akwasi Boachi, Prinz von Ashanti, Ingenieur vom Minenwesen in Niederländisch-Indien zu Buitenzorg.

-th.

Sitzung der geographischen Gesellschaft zu Berlin

vom 6. September 1856.

Vorsitzender: Herr Prof. Ehrenberg. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls nahm Herr Du Rieux das Wort, um unter Anknüpfung an den in der vorigen Sitzung gehaltenen Vortrag des Herrn Prof. Walter über die Sklavenfrage zu sprechen. Der Redner empfahl bei Prüfung der Emancipationsfrage nicht bloss die Lage der Neger, sondern auch die der Weissen ins Auge zu fassen; es zeige sich nämlich, dass die weisse Race in den sklavenhaltenden Staaten nicht besonders gedeihe. Wenn innerhalb des Zeitraums von 1840 — 1850 in den sklavenhaltenden Staaten der Union sich die weisse Bevölkerung um fast eine Million vermindert, die schwarze hingegen um fast eine Million vermehrt habe, so sei dies eine zum Nachdenken anffordernde Thatsache. Niemand könne bei einem Vergleich zwischen dem Norden und Süden der Vereinigten Staaten in Abrede stellen, dass sich dort ein sehr hoher Grad von Cultur, ein ununterbrochencs rasches Fortschreiten, eine erstaunliche Mannichfaltigkeit der Interessen und eine Regsamkeit des geistigen Lebens zeige, von der man im Süden keine Spur erblicke; hier herrsche Stabilität und Versumpfung; das Interesse des Plantagenbesitzers sei fast das einzige, das sich geltend machen könne; die Weissen seien hier eine dumme und faule Race, und es zeige sich deutlich, dass der durch die Sclaverei bedingte wirthschaftliche und sociale Zustand anch für die geistige Entwickelung der weissen Race nicht von Segen sei. Der Unterschied in der geistigen Regsamkeit mache sich selbst in der Zahl der öffentlichen Organe geltend: während in den sklavenhaltenden Staaten nur 79 tägliche und 511 wöchentliche Zeitschriften erschienen, hätten die freien nicht weniger als 195 tägliche und 1513 wöchentliche Journale. Dass der emancipirte Neger auf einer niedrigen Stufe der Cultur stehe, sei nicht zu verwundern; er sei nach der Emancipation ein Proletarier und diese Klasse gehöre auch in andern Staaten nicht zu den Mustern der Civilisation. In den Vereinigten Staaten würde übrigens die Emancipation auch nicht mit so grossen wirthschaftlichen Inconvenienzen wie in andern Ländern verknüpft sein, weil hier

eine grosse Anzahl weisser Arbeiter vorhanden wäre, die gern einer lohnenden Beschäftigung in den südlichen Staaten entgegen gehen würden und deren Beispiel auch die emancipirten Neger zur Arbeit veranlassen würde. In andern Staaten sei es hanptsächlich der Mangel solcher Concurrenz gewesen, der den Grundbesitzer zu ruinirenden Ausgaben genöthigt und den Neger zu den masslosesten Lohnforderungen ermuthigt hätte. In Bezug auf die Einführung von Coolies sei grosse Vorsicht anzurathen; die mit diesen abgeschlossenen Contracte wären oft der Art, dass ihr Zustand von dem der Sklaven wenig verschieden sei; namentlich auf den Guano - Inseln befänden sich die Coolies in einer bejammernswerthen Lage.

Herr Prof. Walter bemerkt, dass Duttenhofer nicht gegen die Negeremancipation an sich sei, er halte dieselbe nur in der Art, wie sie bisher erfolgt, nicht für rathsam, denn die Neger seien wie die Kinder und vertrügen die Selbstständigkeit nicht; deshalb sei er dafür, dass ihr Zustand in den einer Art Hörigkeit verwandelt werde. Der Hauptpunkt, der untersucht werden müsse, bleibe immer die Frage, ob die Neger überhaupt der Freiheit fähig wären. Herr v. Humboldt gehe bei Behandlung der Sklavenfrage vom Standpunkte der Humanität aus, und der menschenfreundliche Gedanke der Emancipation beruhe auf der Voraussetzung, dass die schwarze und die weisse Race von Natur gleich befähigt wären. Diese Voraussetuung müsse aber erst bewiesen werden, und die bisherige Erfahrung spreche nicht dafür. Man dürfe nur die Berichte über Hayti lesen, wie unmanierlich dort z. B. ein angesehener Reisender von einem hochgestellten Neger empfangen sei. Auch in Sierra Leone habe die Emancipation nicht gefruchtet.

Herr Oberbürgermeister Krausnick wendet dagegen ein, die Entwickelungsfähigkeit der Neger sei sowol in der neuen Welt durch viele Beispiele, wie in dem Heimathlande der schwarzen Race dadurch constatirt, dass hier einige Negerstaaten allerdings eine gewisse Cultur zeigten, wenn auch eine andere als die unsrige. Es sei eine allgemeine Erfahrung, dass unterdrückte Völker, selbst wenn sie geistig noch so bevorzugt wären, in ihrer Cultur zurückgingen; dies lehre im grossen Massstabe das griechische Volk; auch die polnischen Juden bildeten in ihrem Culturzustande einen schneidenden Contrast zu der westeuropäischen Civilisation. Wie Druck, Noth und Elend den sittlichen und geistigen Zustand des Menschen deprimirten, das könne man sogar an Beispielen sehen, die uns viel näher lägen; er wolle nur an die schlesischen Weber erinnern.

Prof. Ehrenberg. Herr v. Humboldt hat bei Erörterung der Sklavenfrage den naturwissenschaftlichen Standpunkt ebenso im Auge gehabt, wie den der Humanität. Es ist wahrhaft lächerlich zu behaupten, dass die Neger, vom naturwissenschaftlichen Standpunkt betrachtet, als eine besondere Menschenspecies angeschen werden müssten, und es lässt sich dafür nicht der entfernteste Grund anführen; die aus der Verschiedenartigkeit der Haare hergeleitete Argumentation ist nicht stichhaltig, denn es ist bekannt, dass auch innerhalb der weissen Race das Haar bei verschiedenen Individuen verschieden gestaltet sei. Manche Naturforscher sind leider auf abscheuliche Abwege gerathen, indem sie ein Vergnügen daran finden, individuelle Ansichten und unerwiesene Hypothesen als ganz zuverlässige Wahrheiten in einer allgemein verständlichen Form vor ein Publicum zu bringen, welches, unbekannt mit dem gegenwärtigen Stande der Forschung,

den Inhalt solcher Schriften nicht zu beurtheilen versteht; diese haben anch über die Neger Ansichten verbreitet, welche eine besonnene Forschung als durchaus unbegründet verwirft. Zu ihnen gehört unter Andern Herr Burmeister, der in seinem Werke über Brasilien die Neger ebenfalls für eine besondere nur zum Dienen bestimmte Menschenspecies ausgiebt. Von Seiten der Naturforschung liegt dazu, wie bemerkt, durchaus kein Grund vor.

Herr Prof. Walter. Die naturhistorischen Gründe sind von Amerikanern, namentlich von Morton, erörtert worden. Dieser hat nachgewiesen, dass die Neger kleinere Schädel haben und dass die Gehirnmasse bei ihnen beträchtlich geringer ist. Seinen Untersuchungen zufolge hat die germanische Race durchschnittlich 88 Kubikzoll Gehirn; innerhalb derselben stehen die Engländer mit 91 Kubikzoll am höchsten. Die Neger dagegen haben nur 70, die Bewohner der australischen Inseln sogar nur 64 Kubikzoll Gehirn. Solche Verhältnisse verdienen doch beachtet zu werden. Was den Einwand betrifft, dass der Druck den Negersklaven herabgewürdigt habe, so ist zu bemerken, dass die freien Neger in vielen Gegenden Afrika's ebenso depravirt sind, wie die Sklaven. Viele von ihnen sind Cannibalen. Die Cultur der afrikanischen Staaten ist ausserordentlich gering; sie zeigt sich eigentlich nur bei den Fellatahs, aber dieser Stamm hat eine auffallend helle Hautfarbe und scheint auch von den Arabern viel gelernt zu haben. Burmeister führt für seine Ansicht eine grosse Menge Thatsachen an und weist nach, dass der ganze Körper des Negers vom Scheitel bis zur Sohle ein anderer sei, als der der weissen Race. Unter solchen Umständen wird man die Controverse mindestens als unentschieden betrachten müssen.

Der Vorsitzende, Herr Prof. Ehrenberg, schliesst die Discussion und hält einen Vortrag über den Landstrich zwischen Osnabrück, dem Dollart und dem Jahdebusen. Bei Gelegenheit der Eisenbahnarbeiten sei man dort auf eine Sandart gestossen, die sich als dem Brückenbau sehr nachtheilig erwiesen habe. Er habe sie untersucht und gefunden, dass sie mit organischen Resten von Meeresformen erfüllt sei, eine merkwürdige Thatsache, welche an die alten Erzählungen über die cimbrische Fluth erinnere. Strabo deute den betreffenden Bericht des Posidonius irrig auf die gewöhnliche Meeresfluth; eine solche würde aber, wie er ganz richtig bemerke, die Cimbern aus ihren Wohnsitzen nicht haben vertreiben können, eben so wenig, wie sie Meeressand bis in die Gegend von Osnabrück führen konnte. Osnabrück liege schon entschieden im Hügellande, zwei Meilen von der deutschen Moorebene, 21 Meilen vom Meere, 18 Meilen vom Jahdebusen entfernt, in einer Höhe von 183 Fuss über dem Meere. Das Vorkommen jenes Triebsandes bei Osnabrück sei also nur dadurch erklärlich, dass hier ein periodisches Senken und Heben des Landes stattgefunden habe; eine Ansicht, für die auch die in Bezug auf die Küste der Nordsee gemachten Erfahrungen späterer Zeit sprächen.

Schliesslich legte Herr Mahlmann eine Nummer des Monatsblatts für medicinische Statistik und öffentliche Gesundheitspflege vor and theilte aus seiner daselbst abgedruckten Abhandlung „über die Volksdichtigkeit und Volksvermehrung in der dänischen Monarchie“ die Hauptresultate mit, die er mit den Ergebnissen der neuesten Zählungen in andern Ländern verglich.

XIII.

Briefe vom Rothen Meere.

Von W. Munzinger ').

Wischt, den 18. August 1853. Den 8. August 1853 bestiegen wir, begleitet von der Familie meines Reisegefährten und einigen Freunden, in Suez ein Boot, um unsere Barke, die — wegen Seichtigkeit des Hafens bei der Ebbe- auf die Rhede (Gâd el Merakib) vorausgegangen war, zu erreichen. Erst um Mitternacht lichteten wir die Anker und segelten, anfangs längs der afrikanischen Küste, dann der arabischen uns nähernd, mit günstigem Nordwind (Schemmål), der uns Nachmittags den 9. nach Cap Abu Zelima brachte, einer sandigen Rhede, die vor dem Nordwinde gut geschützt ist. Wir liefen an, die Matrosen beschäftigten sich mit Fischen, mein Gefährte schrieb sein nautisches Tagebuch; ich nahm meine Flinte auf den Rücken, um mir die Berge anzusehen, die der Küste parallel laufen.

') Der Verfasser, ein junger Orientalist, begab sich im Jahre 1852 von Paris, wo er seine Studien beendigt hatte, nach Unter-Aegypten, um sich dort im Türkischen, Arabischen und Persischen praktisch weiter zu bilden, und trat, um seinen Aufenthalt in jenem Lande verlängern zu können, nach einem halben Jahre in ein alexandrini. sches Handelshaus. In dieser Stellung fand er bald Gelegenheit, an einer commerciellen Expedition nach den Hafenplätzen des Rothen Meeres Theil zu nehmen und namentlich in Massua lüngere Zeit zu verweilen. Nach mehr deun Jahresfrist kehrte er bach Alexandrien zurück, mit dem festen Entschluss, die Grenzländer von Habesch zum zweiten Male und für einen noch längeren Aufenthalt zu besuchen; im März 1855 führte er diesen Plan aus und im August hatte er seinen Zielpunkt erreicht, Keren im Lande der Bogos, auf der Strasse von Massua nach Cassela etwa unter 16° N. Br. und 36° 0. L. v. P. gelegen. Hier lebt er seitdem unter den Eingeborenen, mit linguistischen und ethnographischen Forschungen beschäftigt, die sich nainentlich auf die Völkerschaften der Bogos, Beni Amer, Schoho's, Schangalla’s, Galla's und Somali's beziehen, und es wäre zu wünschen, dass er in den Stand gesetzt würde, seine Zeit vollständig der Verarbeitung der von ihm gesammelten Materialien widmen zu können. Die hier mitgetheilten Briefe, die durch ihre Bemerkungen über die commerciellen Verhältnisse der Küsten des jetzt an Bedeutung gewinnenden Rothen Meeres von Interesse sind, beziehen sich auf die erste Reise und bilden die Einleitung zu dem Bericht über den Aufenthalt in Massua, den wir in einem der nächsten Hefte veröffentlichen werden.

D. R. Zeitschr. f. allg. Erdk. Neue Folge. Bd. I.

19

Wild zeigte sich nicht; um so mehr erregte die eigenthümliche Structur der Berge (Sandstein mit horizontalen Schieferlagen durchzogen) meine Aufmerksamkeit. Ausläufer des Sinaï mit heissen Quellen und Schwefelminen treten etwas nördlich von Abu Zelima bis an's Meer heran. Die Fläche zwischen diesem und den Vorbergen war früher vom Meere bedeckt, wie der mit Muscheln vermischte Flugsand beweist. Hier hatte ich das erste Anzeichen, dass das Rothe Meer auf seiner arabischen Küste immer seichter wird, was besonders in Gedda klar hervortritt, wo die Stadt durch das Zurückgehen des Wassers bald eine Stunde vom wirklichen Hafen entfernt sein wird.

Den 10. August früh verliessen wir die Rhede und schifften mit einem tüchtigen Nordost, der unser Schiffchen hübsch herumdrehte, Tor zu, das wir vor dem Assr (Nachmittags 3} Uhr) erreichten. Der Hafen ist ziemlich geräumig und gut geschlossen, doch im Innern seicht. Er ist von der Nordseite durch Klippen, an denen schon manches Schiff scheiterte, von der Südseite durch eine mit Dattelpalmen bedeckte Landzunge geschlossen. Tor ist ein armseliges Dorf mit kaum 30 Häusern. Die Einwohner sind Christen syrischer Abkunft; ihre geistlichen Angelegenheiten werden durch einen armen alten, etwas bettlerischen, griechischen Priester vom Berge Sinaï geleitet; im Uebrigen sind sie von den Beduan kaum zu unterscheiden. Sie scheinen arm, treiben aber mit Provisionen von Suez einen einträglichen Tauschhandel gegen Perlmutter- und Schildkrötenschaalen, die von den Fischern hierher gebracht werden; dann und wann lässt der liebe Gott ein Schiff stranden, und das Strandrecht versteht sich hier von selbst.

Die mohammedanischen Toriten wohnten früher den Christen zur Seite in einem Dorfe, dessen Ruinen, von einem nahen Hügel Raubnestern gleich auf das Meer herabsehend, noch nicht der Zeit Platz gemacht haben. Jetzt leben sie draussen zwischen den Dattelwäldern und in der Wüste; doch ziehen fast alle jungen Leute auf's Meer, werden Matrosen oder fischen auf eigene Rechnung. Unsere Schiffsleute waren alle von Tor und deshalb mussten wir ihnen den 11. August freigeben, um ihren Familien Lebewohl zu sagen. Die Sprache der Toriten ist arabisch; wer aber von Kairo kommt, versteht davon kein Wort; die Aussprache ist viel gutturaler und wird dadurch sehr unverständlich. Die arabische Sprache hat überall dasselbe Fundament von Wörtern und Formen, aber jede Provinz oder fast jedes Dorf giebt ihr einen eigenthümlichen, nur an Ort und Stelle verständlichen Zu

satz.

Den Tag nicht nutzlos zu verbringen, bestieg ich nach Mittag einen Esel, um das warme Bad zu besuchen, das sich am Fusse des Berges befindet, der sich hinter Tor erhebt. Die Gegend ist fast eine Wüste,

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