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466

Neuere Literatur.

Geologische Bilder. Von Bernhard Cotta, Professor an der Bergakade

mie zu Freiberg. Dritto verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 166 in

den Text gedruckten Abbildungen. Leipzig, bei J. J. Weber, 1856.

Mit Vergnügen begrüssen wir die dritte durch eine neue Abhandlung und zahlreiche Abbildungen vermehrte Auflage der „Geologischen Bilder von B. Cotta“, in denen der Verfasser sein schönes Talent populärer Darstellung auf eine würdige und ansprechende Weise verwerthet hat, als ein erfreuliches Zeichen, dass seine nützliche Arbeit die rasche und weite Verbreitung gefunden hat, die sie verdient. Alle diejenigen, welche sich mit den Resultaten der neueren Forschungen über den Bau unseres Erdballs einigermassen bekannt zu machen wünschen, werden in dieser Schrift, deren Verständniss sowohl durch die einfache und klare Darstellung des Verfassers wie durch zahlreiche und vorzüglich gelungene Holzschnitte erleichtert wird, reiche Belehrung und, wie wir glauben, lebhafte Anregung zu einer fortgesetzten Beschäftigung mit der geologischen Wissenschaft finden. Die vorliegenden Skizzen knüpfen sich an folgende zehn Hauptpunkte: die Entstehung der Erdoberfläche, die Vulcane, die geologischen Wirkungen des Was

Schnee und Eis in ihrer geologischen Bedeutung, die Gesteine der festen Erdkruste, die Architectur der Erdkruste, die Entstehung und der Bau der Gebirge, die Erzlagerstätten, die Kohlenlager und die Entstehung des organischen Lebens auf der Erde; neu beigegeben ist eine kleine Abhandlung über die Vorwelt als Kunstquelle“. Mit vorzüglicher Liebe sind bearbeitet die Abschnitte über die Vulcane, über die geologischen Wirkungen des Schnees und des Eises, über dic Gesteine der Erdkruste, wo vorzüglich die epochemachenden Entdeckungen Ehrenbergs kurz mitgetheilt werden, und der Abschnitt über die Entstehung des organischen Lebens. Indem wir die kleine Schrift allen denen, die sie noch nicht kennen und die in die geologische Wissenschaft eingeführt werden wollen, auf das Wärmste empfehlen, glauben wir, da wir den Namen des Verlegers oben genannt haben, nicht noch ausdrücklich hinzufügen zu dürfen, dass die Ausstattung höchst elegant ist und das Werkchen zu Geschenken besonders geeignet macht.

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-n.

Relation d'un voyage au Thibet en 1852 et d'un voyage chez les Abors en 1853

par M. l'Abbé Krick, suivie de quelques documents sur la même mission par MM. Renou et Latry. Paris 1854. 8.

Da Tübet noch eines der unbekanntesten Länder Asiens ist, greift man be. gierig nach jedem Werke, das neue Aufschlüsse über dasselbe verheisst, wird aber meist getäuscht. Czoma de Cörös gelangte hinein und lebte mehrere Jahre in einem Kloster West - Tübets, lernte die Sprache und hat schätzbare Werke über diese und auch Nachrichten über Tübet aus tübetanischen Quellen mitgetheilt. Vom Lande selbst scheint er nicht viel gesehen zu haben, wenigstens haben wir keine Berichte. Huc und Gabet kamen neuerdings allein von der Mongolei aus nach H’lassa, wurden aber alsbald von den Chinesen wieder nach Setschuen hinaustransportirt. Butan wurde 1773 von Boyle, 1783 von Turner, 1838 von Pemberton besucht; mehrere Engländer, wie Thomson, Hooker und Andere, überschritten neuerdings von ihren indischen Besitzungen aus die Grenze, durften aber nicht weiter vordringen. Nicht besser ist es dem Verfasser dieser Schrift, dem Abbé Krick, ergangen. Nachdem es 1848 dem Sohne eines Kampti - Häuptlings, Tchoking - Gohain, gelungen war, durch das Thal des Brahmaputra in Tübet einzudringen, wollte auch Krick den 15. December 1851 von Saikowh (Saikwah) aus es versuchen. Die Engländer unterstützten ihn auf alle Weise, der Oberst Jinkins übergab ihm im Namen der englischen Regierung eine Menge Geschenke für die wilden Häuptlinge, Major Witch kaufte ihm einen vortrefflichen Sextanten und lieh ihm einen Compass, auch andere Offiziere waren ihm behilflich, doch trug diese Freigebigkeit so gut als gar keine Früchte. Die Capitel 2 bis 5 erzählen kurz das verfehlte Unternehmen. Die Geographie kann nur einen dürftigen Gewinn davon ziehen. Tchumpura war das letzte Dorf in Assam, jenseits kein Weg mehr; nur in der guten Jahreszeit passiren hier einige Mischmis, während der Regenzeit verschwindet selbst der Fusspfad. Krick zog zum Theil das Bette des Brahmaputra hinauf, stieg Tage lang über hohe Berge, wovon er einen zu 9 - 10,000 Fuss schätzte, kam dann an den Fuss des Sincutru, ging das Bett des Tiding (?) hinab, der südöstlich dem Brahmaputra zufliesst, von einem Granitblock auf den anderen springend; kommt an einen Berg, der den Einsturz droht, man räth zur Umkehr, die Wilden wollen ihn tödten, endlich erreicht er Kotta, den letzten Weiler vor Tübet; er marschirt wieder im Bette des Brahmaputra. Bei dessen Zusammenflusse mit dem Ispack erweitert sich das Thal, der Weg wird besser, die bisher kahlen Bergkämme schmücken hohe Fichten, er glaubt sich in die Vogesen versetzt, zum ersten Male findet er Epheu wieder und sieht den Raben, der seit Assam verschwunden war; er tritt in ein kleines Thal, von einem Bache durchfurcht, der links von einem hohen Pik herabkömmt. Auf dem anderen Abhange gewahrt er ein breites Thal, durch die Anschwemmungen des Brahmaputra gebildet, und siehe da, das erste Dorf in Tübet. Er wirst sich auf die Kniee und betet sein Nunc dimittis; die Dimission erhält er freilich bald! War er im Lande der Mischmis bedroht, gefährdet und beraubt worden, so überliessen die Tübetaner ihn ohne Furcht und Hoffnung sich selbst. Vom Dorfe Ualung nehmen Einwohner, Häuser, Anbau, Landschaft einen reizenden Charakter an, das Thal zu beiden Seiten erweitert sich. Im Grunde sind gut unterhaltene Felder, an den Abhängen dichter kräftiger Fichtenwald, am Fusse der Berge schöne Bambu, Orangen, Citronen, Pfirschen, Lorbeeren; botanische Kenntnisse fehlen dem Missionar, die anderen Pflanzen zu nennen. Nach 2 Tagemärschen in einem milden Klima, wie in Europa im Mai, erreicht er den Flecken von Sommeu. Das Volk schaart sich um den seltenen Gast, schreit ihn an, er wendet sich an 3 Priester (Gelongs), giebt sich, um sie zu gewinnen, für einen „Mann des Gebetes“ aus, und da ihn hungert, erquickt ihn ein Lama mit Thee, nach Mongolen- Art bereitet, und einem Reiskuchen. Das Dorf, am Abhange eines Berges, mitten unter grünen Bäumen, hatte 12 Häuser; einen

Kilometer links floss der Brahmaputra, dessen Thal sich von Norden nach Süden ausdehnt, von hohen parallelen Bergketten eingefasst, deren Seiten mit hohen Fichten bedeckt und deren Gipfel weiss vom Schnee waren. So weit das Auge reichte, sah man in der Tiefe angebaute Felder von Reis und Weizen, durch einen Damm gegen die Bergströme geschützt, Heerden von Kühen, Ochsen, Pferden, Eseln, Mäulern frei weidend. Fünf bis sechs Kilometer im Norden zeigte sich eine grosse dreieckige Terrasse, die Residenz des Gouverneurs der Provinz Rima; sein Name war Yong. Den 17. Januar 1852 wurde dieser plötzlich dem Missionar angekündigt „ als der grosse Lama, der König der Könige, der den Donner in seiner Gewalt hat und eine Sonne in seinen Gedanken, dessen Zunge ein Schwert, dessen Wort ein Sturm, der befehlen könne, was er wolle, der das Recht habe, Hände und Füsse abzuschneiden und zum Tode zu verurtheilen, ohne dass Einer ein Wort dagegen sagen dürfe,“ wenn nicht Erfindungen des Missionars hier mitunterlaufen. Es begann nun eine Vernehmung über Herkunft, Absicht seiner Reise u. s. f.; das Resultat war der Spruch, dass er heimkehren müsse. Nach vielen Gefahren und Leiden kam der Reisende den 18. März 1852 wieder in Saikwah an. Man sieht, dieser Bericht ist viel zu unbestimmt gehalten, um erhebliche geographische Belehrung zu gewähren. Der Brahmaputra kommt nach Krick (p. 103) aus einem Gebirge, nordöstlich von Assam; sein Bett erscheint wie ein enger Canal, in Felsen gehauen; vom Brahmakundo bis Tübet soll er 150 bis 200 Meter breit und sein Lauf so reissend sein, dass an keiner Stelle ein Elephant ihn passiren könne; überall pralle er von den ihn einengenden Felsen wüthend ab, so dass er von Sommeu bis zu den Ebenen Assams nur ein weisser Schaum sci. Kein Schiff könne von einem Ufer zum anderen fahren, nur auf Hängebrücken aus Rattans, 2 -- 300 Fuss lang, 9-10 Centimeter dick, am Ende eines Felsens oder an einem Baume befestigt, setze man von einem Ufer zum andern über. Dies Wenige möchte das Merkwürdigste sein, was die unbedeutende Reise über Tübet und dessen Gränze, Assam und den Brahmaputra enthält. Das Beste in dem Buche sind noch die ethnographischen Nachrichten über die Mischmis (Cap. VI) und Abors, zu welchen der Verfasser 1853 reiste. Wir lassen nur zur Orientirung in diesen unbekannten Gegenden die Uebersicht der Grenzbewohner hier folgen: 1) die Butaner, erstrecken sich nach Krick vom Testa - Flusse im W. bis Demsiri im 0., im N. begrenzt von Tübet, im S. von Coos - Bezar (wohl Kutsch - Behar) und einen Theil von Assam, im W. von Nepal; 2) die Staaten des Radja von Towang, östlich von Butan; sie sollen nach Einigen unabhängig, nach Anderen H’lassa tributär sein; 3) die Akha, ein unbedeutender Stamm; er lebt unter 4) den Dupelas, deren Frauen blau tätowirt sind; sie stehen nicht direct mit Tübet in Verbindung, und grenzen im N. an die Abors. 5) Die Miris, ein Stamm von ursprünglichen Sclaven der Abors, wohnen, ohne Einfluss, am Fusse des Himalaya; die Abors reclamiren sie als altes Eigenthum und die Engländer möchten mit ihnen die Ebenen bevölkern. 6) Die Abors oder Padam's, der reichste, mächtigste und ausgebreitetste Stamm, ist nach Krick im W. begrenzt durch den Subanschiri, im 0. durch den Dihong und erstreckt sich nach S. bis zum Thale von Assam, im N. bis Tübet. Das grosse Thal des Dihong gehört ihm. 7) Die Mischmis, östlich von den vorigen, 95° 40' bis 97° und vielleicht noch weiter, erstrecken sich von Tübet nach Assam, sind im Besitze der beiden Ufer des Brahmaputra und zerfallen in 3 grosse Stämme: a) die Mischmis Sulikatta (mit abgeschnittenen Haaren), die im N. an Tübet, im S. an Assam, im W. an die Abors grenzen; b) die M. Taïns, an den Ufern des Brahmaputra, zwischen den ersteren im W., den Kamptis im O., Assam im S. und c) den M. Mizus im N., die Tübet berühren, so dass man, um nach Tübet zu kommen, durch das Land dieser oder der Tains muss; endlich 8) die Kamptis und Singfus (Sic) d. i. Singphos. Alle diese Stämme und auch ein bedeutender Theil von Butan haben ihre Thüren (duar) oder Wege, die in das Thal von Assam ausgehen, und die den Europäern erst seit 1824 etwas bekannt wurden, als die Engländer sich Assams bemächtigten.

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Buenos Ayres und die Argentinischen Provinzen. Nach den neuesten Quellen.

Herausgegeben von Karl Andree: Leipzig 1856. (Bd. X der Hausbibliothek für Länder- und Völkerkunde“. Leipzig, bei Carl B. Lorck.)

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In den letzten Jahren haben die Länder am La Plata - Strom unter den Segnungen des Friedens und in Folge der dem Handelsverkehr und der Stromschifffahrt gewährten Erleichterungen eine solche Bedeutung gewonnen, dass eine genauere Kenntniss derselben nicht bloss für den umsichtigen Kaufmann, sondern für jeden Gebildeten von dem höchsten Interesse ist. Der hoffnungsreiche Versuch eines Volkes, aus dem wüsten Treiben unaufhörlicher Bürgerkriege in die Bahn eines ruhigen, geordneten Fortschrittes einzulenken, erregt schon an sich lebhafte Theilnahme; wie viel mehr noch, wenn es sich um ein Land handelt, das von der Natur mit einem gesegneten Klima, mit einem theils für die Viehzucht, theils für den Ackerbau vorzüglich geeigneten Boden, und mit einem unvergleichlichen, für den Fortschritt der Cultur ganz besonders günstigen Stromsystem ausgestattet ist und in diesen Gaben eine bedeutungsvolle Bürgschaft für seinen wachsenden Wohlstand besitzt. Für uns Deutsche kommt noch hinzu, dass die Länder am La Plata schon jetzt in unserem überseeischen Handel eine bedeutende Rolle spielen und die Aufmerksamkeit der deutschen Emigration in einem noch höheren Grade, als es bisher der Fall war, verdienen. Um so dringlicher war das Bedürfniss, in unserer Literatur ein Werk zu besitzen, welches über jene ausgedehnten und zukunftsreichen Landschaften eine umfassende und zuverlässige Information gewährte; nicht sowohl weil es uns überhaupt an werthvollen Arbeiten über dieselben fehlte, sondern weil die vorhandenen theils vor, theils in dem Moment des ersten Aufschwungs jener Länder erschienen und die ermuthigenden Erfahrungen noch nicht verzeichnen konnten, welche die neue Aera des Fortschritts und ihre culturhistorische Bedeutung kennzeichnen. Es ist ein erfreulicher Beweis für die Umsicht und Regsamkeit der deutschen Handelswelt, dass dem sachkundigen Verfasser der oben genannten Schrift, wie er in dem Vorwort mittheilt, von vielen Seiten, von Gewerbetreibenden, Kaufleuten, Schiffsrhedern die Aufforderung zuging, die empfindliche Lücke in unserer Literatur durch ein Gemälde jenes ausgedehnten Ländercomplexes auszufüllen, und er kann des lebhaften Dankes gewiss sein, dass er seine ausgebreiteten Kenntnisse, seinen praktischen Blick und seine gewandte Feder der Lösung dieser wichtigen Aufgabe gewidmet hat. Denn es handelte sich hier nicht um die einfache Lebersetzung und Verarbeitung eines schon vorhandenen Werkes. Das vollständigste, welches wir über die La Plata - Staaten besitzen, ist die von Justo Maeso besorgte, mit werthvollen Anmerkungen und neuem statistischen Material bereicherte spanische Uebersetzung des englischen Werkes von Woodbine Parish; aber eine solche Doppelarbeit ist natürlich in sich viel zu wenig verschmolzen, als dass eine deutsche Reproduction rathsam erscheinen könnte. Es verdient daher vollen Beifall, dass sich K. Andree zu einer freien Bearbeitung seines Stoffes entschlossen hat, die ihm verstattete, das Entbehrliche und minder Wichtige jenes umfassenden Werkes fortzulassen und es durch bedeutendere Episoden aus anderen Quellen zu ersetzen. So hat er unter Anderem die lehrreichen Berichte Darwin's über seine Reise von El Carmen durch die Pampas nach Buenos Ayres, d'Orbigny's über seine Fahrt auf dem Paraná einflechten, und Sarmiento's Schriften wie die neueren statistischen Arbeiten Justo Maeso's auf eine praktische Weise verwerthen und interessante zusammenfassende Schilderungen (z. B. der Pampas - Indianer, der Gauchos) einschieben können.

Das hervorragende Talent des Verfassers für derartige Arbeiten ist so allgemein anerkannt, dass wir zur Empfehlung der vorliegenden Schrift nur noch auf die Reichhaltigkeit derselben hinweisen dürfen. Sie beginnt mit der Geschichte der Entdeckung der La Plata - Länder, schildert ihren Zustand zur Zeit der spanischen Herrschaft und die damals ausgeführten Erforschungsreisen, namentlich Land und Volk im Süden und Westen von Buenos Aires, und geht dann zur Geschichte der Freiheitskämpfe und inneren Wirren über, die bis in die neueste Zeit fortgeführt wird und mit einer Analyse der Bundesverfassung wie der auf die Stromschifffahrt bezüglichen Bestimmungen schliesst. Hieran reiht sich eine Darstellung des grossartigen Stromsystems und seiner Bedeutung für den inneren Handelsverkehr und die Ausbreitung der Cultur, der anderen Communicationsmittel, der Pässe über die Anden, und zum Schluss eine speciellere Schilderung der einzelnen Provinzen, bei welcher dem Staate Buenos Aires und den für deutsche Colonisation besonders günstigen Uferprovinzen (Entre Rios und Corrientes) eine vorzügliche Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ceberall werden die für die Cultur und die Verkehrsverhältnisse bedeutenden Momente mit Nachdruck und praktischem Sinn hervorgehoben, und da die Darstellung vom Anfange bis zum Schluss die den Verfasser auszeichnende Frische und Lebhaftigkeit behauptet, wird sich das Werk als eine eben so angenehme wie reichhaltige Quelle der Information ohne Frage den Beifall eines ausgedehnten Leserkreises erwerben,

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