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systematische Einteilung und chronologische Anordnung an sich schon von hohem wissenschaftlichen Interesse sind, im Druck erscheinen zu lassen.

Dieser liegt nun in einem stattlichen Bande von 60 Bogen vor uns. Er soll nicht bloß den Mitgliedern der Gesellschaft dazu dienen, sich über die in der Bibliothek vorhandenen Bücher rasch unterrichten zu können, sondern er stellt auch ein bibliographisch-wissenschaftliches Werk dar, das über die Grenzen der Gesellschaft hinaus in allen Fachkreisen willkommen sein wird.

Berlin, im Oktober 1903.

Der Vorstand der Gesellschaft für Erdkunde.

Hellmann.

Vorbemerkungen des Bearbeiters.

Dem Vorworte des Vorstandes, mit dem dieser den nunmehr vollendet vorliegenden Katalog der Bibliothek der Gesellschaft für Erdkunde den Mitgliedern zur Benutzung übergibt, habe ich nur einige wenige Worte als einführende Vorbemerkungen anzuschließen. Sie betreffen im wesentlichen die Abweichungen des neuen Katalogs von der Form, in der seinerzeit das alte „Verzeichnis der Bücher“ zur Veröffentlichung gelangte.

Bei der Neuaufnahme der Bibliothek, welche als notwendige Vorarbeit der Herstellung und Drucklegung des neuen Katalogs vorausging, sind die Titel sämtlicher Druckschriften in größtmöglicher Vollständigkeit, in der Regel buchstabengetreu, kopiert worden. Diese Aufnahme bezog sich nicht nur auf die selbständigen Werke und auf die große Anzahl der in der Bibliothek vorhandenen Sonderabdrücke, sondern auch auf die Unter- und Nebentitel größerer Werke und deren Abteilungen und den Inhalt aller alten und neuen Sammlungen, Sammelwerke und Sammelbände. Auch von dem Inhalt der Zeitschriften wurden die Titel größerer Arbeiten, zumal wenn sie besondere Titelblätter aufzuweisen hatten, für die Aufnahme in den Katalog bestimmt.

Es erhöht sicherlich den Wert des vorliegenden Werkes und gibt ihm vor allem die Bedeutung eines auch über die Benutzung in den Kreisen der Gesellschaft für Erdkunde hinaus wichtigen wissenschaftlichbibliographischen Hilfsmittels, daß der Vorstand seine Genehmigung dazu gab, das Ergebnis dieser Aufnahme der Bibliothek der Veröffentlichung durch den Druck zu Grunde zu legen. So führt der neue Katalog nicht nur sämtliche in der Bibliothek vorhandenen Druckwerke mit allen ihren L'nter-, Neben- und Teiltiteln auf, sondern diese Titel konnten auch, im Gegensatz zu dem alten Bücherverzeichnis, in der Richtigkeit und Vollständigkeit zum Abdruck gelangen, die man von einem wissenschaftlichen Katalog zu fordern berechtigt ist.

Die Titelaufführungen im Katalog geben zunächst den ungekürzten Titel der Druckschrift wieder; die Verfassernamen sind aus demselben herausgehoben. Darauf, folgt die Angabe der Herkunft des Buches als einer amtlichen Veröffentlichung, einer Gesellschafts- oder Vereins-Publikation, als Sonderabdruck oder Ausschnitt aus einem Werk oder einer Zeitschrift. An diese schließt sich die Angabe der Bandzahl, sowie des Ortes und des Jahres der Herausgabe der Druckschrift, die Bestimmung der Zahl der Buchbinderbände, der Druckseiten, Tafeln und Karten und schließlich die Standortsbezeichnung des Buches in der Bibliothek, welche nach der Größe des gebundenen Bandes festgesetzt ist. Die Verweisungen, in der Form einer abgekürzten Titelangabe des Werkes, auf welches verwiesen wird, folgen auf der nächsten Druckzeile. Bei jedem Titel, auch bei den Verweisungen, ist die Standortsnummer des Buches angegeben. Mit Ausnahme des für alle Sprachen in gleicher Weise benutzten Siegels [S.-A.] für die Bezeichnung als Sonderabdruck sind Abkürzungen nicht angewendet worden.

Unvollständige Titel sind durchweg vervollständigt, fehlende Angaben, wie die des Verfassernamens und -Vornamens, des Erscheinungsortes und -Jahres sind nach Möglichkeit mit Hilfe des bibliographischen Materials, welches die Königliche Bibliothek bot, ergänzt worden.

Doch wesentlicher, als durch die so erreichte größere bibliographische Richtigkeit und Vollständigkeit der Titelangaben, unterscheidet sich der vorliegende neue Katalog von dem bisher in Gebrauch gewesenen Verzeichnis der Bücher durch die Anordnung der Bücher nach einem neuen, nach einheitlichem Plan entworfenen System.

Der im Jahre 1888 auf Grund eines vor vielen Jahren angelegten und seitdem unverändert fortgeführten handschriftlichen Verzeichnisses veröffentlichte Katalog trennte die in der Bibliothek vorhandenen Werke in nur drei große Abteilungen: „Allgemeine Geographische Literatur“, ,,Die einzelnen Weltteile" und Hülfswissenschaften". Diese Einteilung, die zur Zeit ihrer Entstehung wohl eine gewisse Berechtigung gehabt haben mochte, barg aber in sich, infolge ihrer Einseitigkeit und der nicht genügend durchgeführten systematischen Feststellung der Gruppen, Abteilungen und Unterabteilungen, mancherlei große Nachteile, die sich namentlich in der täglichen Praxis der Bibliotheks-Verwaltung bemerkbar machten und vor allem anderen die arge Unübersichtlichkeit des Bestandes der Bibliothek verschuldet hatten. Während der Rahmen der ersten großen Abteilung, „Allgemeine Geographische Literatur“, viel zu eng genommen war und vielem überhaupt keine Aufnahme gestattete, war der Inhalt der dritten, „Hülfswissenschaften“, ein viel zu mannigfaltiger und bunter und enthielt so viel dessen, was eigentlich in die beiden anderen Abteilungen eingeordnet sein mußte, daß die Bibliothek geradezu auseinander gerissen erschien. Obwohl z. B. die erste Abteilung eine Gruppe „Mathematische und Physikalische Geographie“ aufwies, mußten doch die Bücher klimatologischen Inhalts, Werke über den Magnetismus der Erde, über Vulkanismus und Erdbeben, über Gletscher und Glacialgeologie, über die Pflanzen- und Tiergeographie, sowie vor allem die gesamte geologische Literatur zu den Hilfswissenschaften gestellt werden!

Schon während der Drucklegung des Verzeichnisses, zu deren Beginn der langjährige Bibliothekar der Gesellschaft, Professor Dr. Wilhelm Koner, dahingeschieden war, konnte sich der Vorstand der Einsicht nicht verschließen, daß derselbe in seiner Anordnung dem Ergebnis der Entwickelung, welche sowohl die Geographie, wie die ihr verwandten Wissenschaften im Laufe des letztvergangenen Menschenalters genommen, nicht entspräche. Wie sich einerseits die Wissensgebiete der Geologie, Meteorologie, Biologie, Anthropologie und Ethnologie zu selbständigen Wissenschaften entwickelt hatten, für welche die Bezeichnung als Hilfswissenschaften irgend eines anderen Wissensgebietes nicht mehr angängig sein konnte, so hatte sich andererseits auch die Geographie als die Wissenschaft von der Erdoberfläche und den mit ihr in ursächlichem Zusammenhang stehenden Dingen und Erscheinungen fest umgrenzt und sich die Berechtigung erstritten, die Ergebnisse anderer Wissenschaften, soweit diese zur Erklärung der Formen und Erscheinungen auf der Erdoberfläche beizutragen geeignet sind, für sich in Anspruch zu nehmen. Wenn dem Vorstand aber auch aus dieser Ueberzeugung heraus die Anlage und Anordnung des Verzeichnisses in vielen Einzelheiten als nicht mehr zeit- und zweckgemäß erschien, so war doch damals eine Aenderung des Systems bei dem vorgeschrittenen Stand der Drucklegung ohne große pekuniäre Opfer nicht mehr möglich. Die Herausgabe eines Kataloges der Bibliothek in verbesserter Gestalt mußte der Zukunft überlassen bleiben.

Ob es mir gelungen ist, mit dem Anordnungsplan für die vorliegende Neuausgabe des Kataloges der Gesellschafts-Bibliothek ein der Entwickelung der geographischen Wissenschaft entsprechendes, auch für andere geographisch-bibliographische Zwecke brauchbares System zu schaffen, muß ich dem Urteil geographischer und bibliothekarischer Fachgenossen anheimgeben. Jedenfalls habe ich mich bemüht, den Katalog zu einem durchweg geographischen zu gestalten, das ihm zu Grunde liegende System so umfassend anzulegen und es so ins einzelne zu gliedern, daß es nachher möglich sein mußte, fast die gesamte in der Bibliothek vorhandene Literatur, auch die im alten Bücherverzeichnis in der Abteilung der Hilfswissenschaften aufgeführte, in den Bereich des rein geographischen Hauptteils des Kataloges hineinzunehmen. Die Anfügung eines kleinen Anhanges ist in der Tat nur dadurch notwendig geworden, daß die Bibliothek einen ansehnlichen Bestand an Hilfsmitteln sprachwissenschaftlicher Art und einige wertvolle Spezialwerke aus den Gebieten der verwandten Wissenschaften aufzuweisen hatte, die sich aus Rücksicht auf ihren absoluten Wert und auf die Person ihrer Verfasser nicht gut aus der Bibliothek entfernen ließen. Die allerdings vorgenommenen Ausscheidungen haben sich auf das notwendigste beschränkt: nur eine im Verhältnis zu dem Gesamtbestande der Bibliothek sebr geringe Anzahl von Büchern, meist Sonderabdrücke aus vorhandenen Zeitschriften, sowie unvollständige und geringwertige Reihen von Veröffentlichungen naturwissenschaftlicher Vereine oder vereinzelter amtlicher statistischer Publikationen sind nicht wieder in die Bibliothek aufgenommen worden.

Was nun die Einzelheiten des Anordnungsplans und die Verteilung der Bücher auf die einzelnen Abschnitte desselben anbelangt, so sind zunächst die Einzelschriften von den Zeitschriften und sonstigen periodischen Veröffentlichungen getrennt worden. Für die große Masse der ersteren ergab sich als erste und natürlichste Scheidung diejenige nach den Kategorien Allgemeines“ und „Besonderes“. So sind alle Werke, welche entweder das Gesamtgebiet der Erdkunde darstellen, ihre Geschichte oder Methode behandeln, die Gesamtheit der Formen und Erscheinungen auf der Erdoberfläche beschreibend oder erklärend zusammenfassen, oder eine einzelne, bezw. eine Gruppe derselben einer besonderen Betrachtung unterwerfen, ohne sich bei der Erörterung auf ein bestimmt begrenztes Gebiet der Erdoberfläche zu beschränken, in den ersten großen Abschnitt des Kataloges „Allgemeine Geographische Litteratur“ eingeordnet worden. Andererseits sind alle Bücher, welche als länderkundliche Beschreibungen, als Reisewerke oder als landeskundliche Beiträge einen irgendwie, natürlich oder politisch, begrenzten Teil der Erdoberfläche schildern oder eine besondere Erscheinung und besondere Verhältnisse in einem solchen Gebiet behandeln, in den zweiten Hauptteil des Bücherverzeichnisses „Die Literatur der einzelnen Erdräume und Meere“ verwiesen worden.

Auf Grund langer Erwägungen und nach mancherlei in anderen Richtungen geführten Versuchen hat sich dieses Prinzip der Sonderung der Bücher, wenn auch nicht als das vollkommenste, so doch als das für die Bestimmung und die Aufgaben eines Kataloges im Gegensatz zu denen eines Literatur-Repertoriums zweckentsprechendste erwiesen: eine eingehende Begründung dieser Entscheidung zu geben, würde jedoch an dieser Stelle zu weit führen.

Während für den ersten Hauptteil der „Allgemeinen Geographischen Literatur“ die weitere Gruppierung sich ungezwungen aus wissenschaftlichen Ueberlegungen ergab, hat für den zweiten, der „Literatur der einzelnen Erdräume und Meere", aus Zweckmäßigkeitsgründen die „Politische Geographie“ das Einteilungsprinzip hergeben müssen, in dem die Gruppen und Unterabteilungen nach den politischen Gebilden, den Staaten mit ihren Provinzen oder Kolonialgebieten, bestimmt und benannt worden sind. Wenn nach dem Titel oder dem Inhalt eines Werkes Zweifel bestanden, welcher Gruppe das Buch zuzuweisen sei, so ist der Titel stets mehrfach, an sämtlichen in Betracht kommenden Stellen, in der ganzen Vollständigkeit aufgeführt worden. Wo die Fülle der für ein Ländergebiet vor

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