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STADTRECHTE

DRITTE ABTEILUNG:

ELSÄSSISCHE RECHTE

VERÖFFENTLICHT

VON DER

KOMMISSION ZUR HERAUSGABE ELSÄSSISCHER
GESCHICHTSQUELLEN

HEIDELBERG

CARL WINTER'S UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG

1902

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Harvard College Library
Von Maurer Collection
Gift of A. C. Coolidge
July 18, 1904

Alle Rechte, besonders das Recht der Übersetzung in fremde Sprachen, werden

vorbehalten.

555

I.

Einleitung.

Zur Zeit der Karolinger war Schlettstadt1 eine Pfalz und die ganze umliegende Gegend war Krongut. Karl der Große, welcher die Weihnachtstage des Jahres 775 daselbst verbrachte, verschenkte bereits die Kapelle an die Kirche von Chur. Doch sind wir über die Besitzverhältnisse zu Schlettstadt und deren Veränderungen bis ins elfte Jahrhundert nur ungenügend unterrichtet. Die darüber vorliegenden Urkunden sind, weil zum Teil unecht, nur mit Vorsicht zu gebrauchen.

Für das elfte Jahrhundert lassen sich zwei Dinghöfe in Schlettstadt nachweisen, unter welche die Einwohnerschaft und die Grundrechte verteilt waren.

Der erste, nördliche Dinghof gehörte der um das Jahr 1000 vom Grafen Werner von Ortenberg im nahen Weilerthale gegründeten Benediktinerabtei Hugshofen, die im Jahre 1061 durch Folmars Schenkung mit allem Zubehör an das Münster zu Straßburg überging. Nun wissen wir ferner, daß Kaiser Heinrich II. die Dompropstei dieser Straßburger Kirche mit Gütern zu Schlettstadt bereicherte. Aus diesen Thatsachen läßt sich, wenn auch nicht in völlig befriedigender Weise, begreifen, warum der Dompropst zu Straßburg einen Freihof und das Patronatsrecht der Pfarrkirche mit dem Etterzehnten und einem Viertel des großen Kirchenzehnten in Schlettstadt besaß, während dem Abte von Hugshofen der Dinghof mit dem andern Zehntviertel und dem Pfarrer die Hälfte des Zehnten zu eigen waren. Von Osten nach Westen lagen Pfarrhof, Dinghof und Freihof aneinander an der Nordseite der Kirche (Münster oder Pfarrkirche St. Georg).

Der zweite Dinghof gelangte im Jahre 1094 infolge der Stiftung Hildegards, der Gemahlin des schwäbischen Ritters Friedrich von Büren und Mutter des ersten Staufischen Herzogs, in den Besitz der südfranzösischen Benediktinerabtei Conques. Die aus dieser Gründung hervorgegangene Propstei St. Fides

1

Richtiger Schlettstatt, weil von Scladistat, Sclezistat abzuleiten, d. h. die Stätte oder der Ort im Riede, in der schilfigen und wasserreichen Gegend. Deshalb nimmt auch in der elsässischen Aussprache Schlettstadt nie den Umlaut im Adjektiv an, also Schlettstadter und nicht Schlettstädter.

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