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Vorbericht.

Ebro, seit 1273 Abt des Stiftes Zwetl, war der erste Verfasser des Stiftsbuches seines Klosters, das unter dem Namen „Liber fundationum mon asterii zwetlensis" bekannt ist, und von seinem Einbande auch die Bärenhaut genannt wurde. Ob das Beispiel Otto's von Lonstorf, der seit 1254 Bischof von Passau war, und als solcher ein Stiftsbuch seiner Besitzungen schreiben liess, auf ihn wirkte, ein ähnliches zu gründen, ist unbekannt. Der Auftrag dieses Bischofes an alle seiner Aufsicht unterstehenden geistlichen Körperschaften, ihre Urkunden abschriftlich einzusenden'), hatte auf Ebro keinen Bezug, denn, wie alle Klöster der Cisterzienser, war auch Zwell von dem Diocesanbischofe eximirt, und es ist sein freier Wille gewesen, eine so werthvolle als mühsame Arbeit zu unternehmen, an welcher die Beharrlichkeit einiger Mönche Zwetls gescheitert war. Er erklärt sich selbst hierüber, indem er im

1) Wiener Jahrbücher der Literatur 55. Band, Anzeigeblatt S. 13 und,,Monumenta boica Vol. XXIX. Pag. II.

Eingange zu seinem Werke, schreibt1), dass schon Mehrere gesonnen waren, eine Geschlechtsfolge der Stifter zu liefern und mit Gemälden auszustatten, die Besitzungen und Einkünfte ihres Hauses aufzuzeichnen, damit sie nicht geschmälert oder entzogen werden können. Weil aber diese Vorsätze aus ihm unbekannten Gründen nicht verwirklicht wurden, unterziehe er sich diesem Werke. Doch auch er kam damit nicht zu Stande, weil des Todes Hand ihm den Griffel entwand. Man kann nicht mit Zuverlässigkeit angeben, wie weit im Stiftsbuche seine Arbeit gehe, es ist nur Muthmassung, dass sie bis zum zweiten Buche reiche, die sich auf nichts stützet, als auf die Meinung, so lange viele geschichtliche Anmerkungen vorkommen, welche die Chuenringer zum Gegenstande haben, walte Ebro's Hand, weil sein Nachfolger und Fortsetzer Abt Otto I. nur die Urkunden im Auge gehabt habe. Eine Meinung, die sich von selbst widerlegt, indem noch später, als Olto 1305 von der Ursache spricht, die ihn bestimmte das „liber fundationum" weiter zu führen, Bruchstücke über die Chuenringe vorkommen2). Abt Otto war'in die unangenehme Lage gebracht, sich wegen verlorner Urkunden, die vom Bischofe Wernhard von Passau herrührten, an diesen mit der Frage wenden zu müssen, was hierüber zu machen sey. Wernhard, dem Stifte freundlich gewogen, fertigte sie nochmal aus, und gab den Rath, alle Urkunden abzuschreiben, und die Abschrift zu bewahren, damit solche im Falle des Verlustes durch

1) L.ber fundationum monast. zwell. Blatt. 6. 2) Liber fundationum monast. zwell. Blatt. 74.

ein Unglück oder Nachlässigkeit, aus der abschriftlichen Sammlung leichter erneuet werden könnten. Abt Otto befolgte diesen Rath, und liess sie in ein Buch zusammentragen1). Ob er diesem Buche Ebro's schon vorhandene Arbeit anschloss, oder dieselbe nochmal abschreiben liess, ist nicht zu entscheiden, denn die Schriftzüge der beiden Aebte, oder wahrscheinlicher der Ordensbrüder, welchen dieses Abschreiben aufgetragen war, stehen sich zu nahe, als dass diese Züge den Unterschied eines bestimmten Jahres erweisen könnten. Es ist sogar mehr als wahrscheinlich, dass Otto dieselbe Hand gewählt habe, die Ebro beschäftigte, wenigstens im Allgemeinen und in der ersten Zeit. Später bemerkt man wohl einige Aenderung in der Haltung der Schrift, die sich bei einigen Urkunden verliert aber später wieder erscheint. Es wird hierüber in der Folge mehr gesagt werden.

Die ottonische Sammlung endet mit dem Blatte 135, denn dort heist es: wer fortfahren wolle, fange mit dem Jahre 1311 an. Otto lebte bis 1325. Ob er selbst einen Nachtrag besorgte, oder diess sein Nachfolger Gregor that, ist auch nicht zu bestimmen. Blatt 181, zweite Seite, findet sich aber schon eine Urkunde nach seinem Tode. Doch zeigt sich schon Blatt 172, zweite Seite, dass ein neuer Abschnitt beginne. Die letzte Urkunde ist unter Abt Dietrich erflossen.

Abt Michael und Abt Wolfgang benützten leere Seiten), welche sie mit Urkunden beschrieben.

1) Liber fundationum monast zwell. Blatt 93.

3) Liber fundationum monast. zwetl. Blatt 107. Seite 2. Columne 2 und Blatt 149. Seite 2. Columne 1.

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Diese gehören wohl nicht zu dem eigentlichen Stiftbuche, daher ich sie mit andern Bemerkungen in einem Nachtrage anschliesse. Als Blatt-Numerirung musste jene erste beibehalten werden, weil Abt Link, der seine Annales Austrio Clara Vallenses" (gewöhnlich Annales Zwetlenses genannt) als Kämmerer in seinem Stifte Zwetl 1639 vollendete, das liber fundationum häufig benützte, und auf dieses nach dieser sehr unbequemen Numerirung hinweiset. Er sagt in seinen Annalen I. 297, dass er Alles, was er bis zum Abte Ebro mittheilt, unter dessen Namen anführe, wenn es gleich von andern, weil er es ausgelassen hatte, geschrieben worden sey. (Seine Anführungen sind so zu finden, z. B.: „H. n. 2." das ist: Von den Blättern, die mit ij bezeichnet sind, muss man jene Stelle suchen, neben welcher H steht). Nach dem Abte Ebro weiset er zwar nur statt Abbas Ebro in lib. fund lit. D. n. 4. liber fundationum, man war aber schon gewohnt, darunter Ebro zu verstehen, und so kam es, dass dieser Abt von manchem neueren Schriftsteller für den einzigen Verfasser dieses schätzbaren Buches gehalten wurde.

Einzelne Stücke dieses Stiftungsbuches sind gedruckt. Herr Graf Wurmbrand ersuchte den Abt Melchior von Zwetl, zum Behufe seiner geschichtlichen Arbeiten, ihm dasselbe zu leihen. Der Abt gab es ihm, der Herr Graf schrieb viele Urkunden daraus ab, theilte sie, ohne darüber etwas gemeldet zu haben, dem Herrn Kanzler Ludewig mit, der sie im 4. Bande seiner Reliquiæ Manuscriptorum herausgab, und in der Vorrede fälschlich versicherte, sie vom Herrn

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