Imágenes de páginas
PDF
EPUB

7

Einige hingen sich mehr an das Wort als an die Sadhe, und wo sie cambium und campsor fanden, da nah. men sie unsre Wechsel und Wechselredit an.

Andre vermischten Wechselrecht und Wechselgeschäffe, und glaubten schon Spuren des Wedselrechts bey den Ró: mern zu finden, weil diese ; wie alle Völker die einigen Han. del trieben, schon mit den Assignationen bekannt waren, und Cicero als er seinen Sohn nach Athen schicken wollte, sich erkundigte, ob er das Geld baar" mitnehmen müsse, oder ob es durch Verwechselung übermacht werden fónne.

[ocr errors]

Andre haben in den litterarum obligationibus der Römer unser Wechselrecht gesucht, ohne zu bedenken, daß weder der alte noch der neue contractus chirographarius der, Römer die (dynelle Erecution mit sich führte, welche gleichwohl einen wesentlichen Punct des Wechselrechts aus: macht.

Andre, und deren find bis auf die neueren Zeiten viele gewesen b), haben die Juden bey ihrer Vertreibung aus Frankreich für Erfinder der Wechsel angegeben, ohne einmahl zu bestimmen, ob dies bey der Isten, aten oder zten Vertreibung derselben mithin im 7ten, ieten oder 14ten Jahrhundert erfolget fen, und ohne, wie Herr Prof. Busch fehr richtig bemerkt hat, zu bedenken, daß doch diese armen bebrängten Seute es wohl am menigsten in ihrer Gewalt ge. Habt haben, für ihre Forderungen, mit denen sie oft kaum öffentlich auftreten durften, eine schnellere Erecution zu bez würfen, als die bey. andren Forderungen der Art damahls gewöhnlich war.

Anore

[ocr errors]

b) Serbit ARNOULD in seinem Werk de la balance du commerce de la

France Paris 1791 hångt T. s. p.21 noch an diese irrige Idee,
auch der sonst fo gründliche CAPMANY in memorias sobre el com-
mercio de Barcelona Eann fich von diesem Vorurtheil nicht loso
winden.

Andre haben die lombarden oder Florentiner c) für Erfinder der Wechsel gehalten, aber ohne diese unbestimmte gdee näher zu entwickeln, und ohne Wechsel und Wedselrecht gehörig zu unterscheiden,

Einige der neueren haben einen andren Weg gewählt, und mehr auf die Analogie des Rechts, oder auf die in der Natur der Sache beruhenden Gründe für die Strenge des Wechselrechts Rücksidit genommen.

Herr Leiserik d) glaubt, daß der Ursprung des Wechselrechts nicht sowohl in der Geschichte des Handels als in der Geschichte des Rechts aufzusuchen ren, und hat in Beziehung auf die manderley im Mittelalter in Teutsch, land und Jtalien üblichen Erecutiv- und andren accessori. Ichen Clauseln, deren manche durch spåtere Gereke vermorfen sind, die Wechselclausel für einen übriggebliebenen Zweig eines ausgestorbenen großen Geschlechts erflaret. Diese sinnreidie Auflösung aber scheint mir nicht genügend, denn Rie erkläret nicht, wann und warum dem einzigen Wort Wechsel auch nur die Kraft der gemeinen sonst ausführlich ausgedrůdten Erecutivclausel beygelegt reyn sollte. Auch kann ich mich überhaupt davon nicht überzeugen, daß der Ursprung dieses wichtigen Handelsinstituts mehr in der Rechts : als in der Handelsgeschichte aufzusuchen rey. Ich glaube vielmehr die Geschichte des Handels, und insonder:

feit

[ocr errors]

2 3

c) Villani in seiner Storia universale hat einmahl im vorbeygehn

gesagt, die Florentinar hätten die Wechsel erfunden; dies wie: derholt mit Beziehung auf ihn Rupis in reiner bifloire de Lyou. Aus diefein hat es Dupuy nachgesagt, aus diesem HeineccIUS und MANNI, leşterer in seiner Abhandlung de Florentinorum inventis; auf beide bezieht fich wiederum SALVE'rti in feinen antiq. Florentinis. So giebt ein Sab eines einzigen Schriftstellers Stoff zu vielen Allegationen, wenn er durch viele Schriften nachgeber tet wird, ohne daß man dadurch der Wahrheit um einen Schritt

näher gekommen wäre, gefeßt auch daß VILLAN; Recht hatte. d) Abhandlung über den Ursprung des Wechselrechte in v. Sels

show Jurist. Bibliothek 21.V. S. 730.

Heit des Münzwesens, muß, samt der Geschichte des Han. delsrechts überhaupt, zu Hülfe genommen werden, wenn man dem Ursprunge der Sache någer kommen will.

Herr Prof. Büsch hat mit dem ihm eigenen Scharf. sinn Wechselgeschafft von Wechselrecht unterschieden, traffirte Wechsel für welche die Valuta' baar bezahlet worden, von allen übrigen trasfirten und eigenen Wedseln auf welche das Wedselrecht erst spåter per accomodationem angewandt worden sey, getrennt, urid den Hauptgrund des strengen Wedselredits für jene in der baar bezahlten Valúta als dem Kaufpreise des Wechsels gesekt, die dem Uussteller keinen vernünftigen Grund zu Weigerung der Zahlung übrig asse, wenn wegen non-acceptation oder non-folution der Wechsel mit Protest zurückkomme und gegen ihn eingeklagt werde e).

Die

3

[ocr errors]

Herr Prof. Sugo hat in dem eben jest eridienenen 4ten Heft
des ten Bandes reines Civilistischen Magazins eine rehr merk,
würdige urkunde, die Proceß : Ordnung für das Eis - alpbische
Gallien herausgegeben, in deren Listen Stapitel verordnet wird,
“daß wenn von jentanden" ein gemisses geliehenes Geld nach dem
Gepräge des römischen Volfs ausgemünzt in irgend einer Stadt
u.f.f. im Cis : alphischen Gallien nicht über die Summe von
15 Sesterzen eingefordert werde, wenn der Schuldner dieses Geld
souldig zu seyn eingeftanden und nicht bezahlt noch befriediget,
oder sich durch Sponfion und ein Judicium wie er rollre nicht
vertbeidiger eben das Verfahren eintreten folle, als wenn er in
niederaefeßten iudiciis 'nach Recht und Gefeß condemnirt ware
und der Praefect befehien roll ihn mit fich fort zu führen,
und der Gläubiger ihn soll mit fich fortführen können.” Ben Ers
låuterung dieser Stelle führt er in Beziehung auf obige Meis
nung des Herrn Prof. Bůsch das als zusammentretende Oründe

für ein strengeres Verfahren aus einer geliehenen Geldschuld als
-- aus einem andren Contract an, daß 1) ben keiner Art von Ges

aenstånden die Möglichkeit sie zu schaffen für jeden der nur (onft
Vermogen hat im allgemeinen so groß ren, wie bey dem Zeichen
des Werths aller Dinge dem currenten Gelde, da eine vers
fprodene Sache hingegen (wenn nicht z. B. der Verkäufer selbst
fie noch inne bat) vielleicht an dem Dit gar nicht zu haben
oder doch dem Besißer nicht feil ren; 2) der Stlåger nur eben
das wiederfordere was er schon gehabt ehe das Geschafft mit

dem

[ocr errors]

1

[ocr errors]

Die Wichtigkeit dieses Grundes ist unverkennbar, und er hat wohl unstreitig mit eingewirkt, um auch für Wedsfelo forderungen der Art persönlichen Urrest einzuführen oder zu rechtfertigen, allein ich glaube doch, daß bey dieser ganzen Vorstellung zu sehr die Idee zum Grunde gelegt worden, als ob zu irgend einer der Zeiten, in welchen man den Ur. sprung des Wechselrechts sudyt, eine bloß auf diese besondre Gattung von Handschriften beschränkte Usance oder Verord. nung der Wechselepecution zuerst ihre Eriften; gegeben habe; nicht zu gedenken, daß alsdenn eben die Gründe vorhanden gewesen wären um aud) einer gemeinen Assignation, wofür die Valuta bezahlet worden, einen gleid,en Vorzug einzu. råumen. Ueberdies würde diese Theorie nur den Grund der Strenge der Regreßflage, nicht den der Strenge der (mie. wohl selfneren) Hauptklage gegen den Acceptanten erklären.

Herr Hofrath Runde f) legt den Grund des firengen Wechselredits darinn: daß der Credit die Seele des Handels ren, daß derjenige, der sich nach Wechselrecht verbinde und nicht sogleich zur Verfallsgeit zahle, seine kaufmännische Ehre verliere, gleichsam seine Infolvenz erkläre, und sich dadurch fugae fufpectum mache, und daher schon nach dem gemei. nen römischen Recht in Verhaft genommen werden könne; wobey er jedoch annimmt, daß das Wedvselrecht seine Haupts stúße aus der in Teutschland so häufigen Verpflichtung zum Gefängniß erhalten haben, die in folchen Contracten von

denen

A

24

dem Beklagten anfing (welches doch berm deposito und commodato auch der Fall ist); 3) et das fordère was er von keinem dritten in deffen Hände auch das geliehene Geld übergegangen mehr zu fordern befugt rey. Diese Gründe würden denn aber frevlid Geldschulden überhaupt, nicht Wechsel in specie betrefo fen, und wenn Herr Prof. Sugo das oben angeführte Stapitel scherzweise das Werelrecht der Römer nennt, so ist gewiß dabey seine ubricht nicht aus dieser Verordnung über Schulden die bociten nur 15 Selterzien betrafen, und deren Anwendung der Suldner durch Sponfion gleich hemmen konnte, unser Wech.

felrecht abjuleiten. f) Grundfåge des getheinen teutfcben Privatrechts s. 231. (ate Uufl.)

[ocr errors]

denen der kaufmännische Credit abhänge für filschweigend bewilliget anzunehmen sey.

Wie sehr auch ich der Meinung rey, daß die suspicio fugae in die Einführung des Personalarrefig wider den Schuldner eingewirkt habe, wird die nachfolgende Abhandlung ergeben; allein ich glaube, diese muß nidèt allein aus den allgemeinen Gründen der Erhaltung des Credits t'e auch beym Waarenhandel, auch bey bloßen Assignationen eintreten, sondern historisch aus dem Gange den der Handel und das Münzwesen im Mittelalter nahm, aus der Beschaffen. heit der Personen die zuerst das Wechselgeschafft betrieben, und aus dem bestimmten Begriff den man mit cambium verband hergeleitet werden. Wiefern ich durch diese Untersu. chungen in gegenwärtiger Ubhandlung der Wahrheit näher gekommen sey, muß ich den Leser zu urtheilen überlassen. Vielleicht wird mancher der auch mit der Ausführung selbst nicht einverstanden ist, in den beygelegten und bisher in Teutschland wenig bekannten Urkunden Stoff zu näherer Nad forschung finden. Denn aus solchen Urkunden muß doch wohl geschöpft werben, was nicht bloß Hypothese blei. ben roll.

Es ist auffallend, daß da die mehresten barinn über. einkommen, daß wir die Erfindung der Wechsel vorzüglich den Italienern verdanken, da es befannt und oft gesagt ist, daß das Wechselmesen am frühesten in Italien und Frank. reich (und eben so gewiß auch in 2rragonien), ausgebildet worden, gleichwohl unter dem zahllosen Heer der teutschen Schriftsteller über das Wechselrecht rich, so viel mir wissend ist, noch keiner an die früheren Gefeße und andre Quelle des Wedselrechts dieser Sande gemagt hat, und daß selbst von den neuen Wechselgelegen Italiens und Spaniens ro wenige im Umlauf sind. Der fleißige Siegel in seinem corpore iuris cambialis und dessen Fortseker der nun verstor. bene uhl sammleten weniger für die Geschichte des Wechselrechts, als für die Kenntniß seiner jeßigen Beschaffenheit,

daher

[ocr errors]
« AnteriorContinuar »