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I.

1479, 17. Jänner.

Dem Allerdurchleuchtigisten Fürsten und Herren Hern Fridreichen Römischen Kayser, zu allentzeiten Merer des Reichs, zu Hungern Dalmatien, Croatien etc. Kunigen, Herczogen zu Osterreich zu Steyr zu Kernnten und ze Krayn | Grafen zu Tyrol etc. meinem Allergnådigisten Herren.

Allerdurchleuchtigister Kayser und Allergnadigister Herr. Mein andachtigs gebete zu got, gehorsam und schuldig dinst sein Ewern Kaiserlichen gnaden alltzeit zuuoran berait. Allergnädigister Herre | Als Ich am negsten zu Grêtz auf das furhalten mir der ubergab halb das Ertzbistumb zu Saltzburg berurend von Ewrer Kaiserlichen gnaden wegen beschehen ain zedel mit meiner hanndgeschrift überge- | antwortt hab, und von derselben Ewrer Kaiserlichen Maiestat der maynung abgeschiden bin, Ich welle mein Capitel und Lanndschaft auf ainen benanten Tag heer zu mir ze komen eruordern mich mit Ine deshalb underreden und Ewr Kaiserlich Maiestat nachmals ain zimlich antwort în aller undertånikait geben, auch Ewern Kaiserlichen gnaden solhen tag auch verkůnnden. Also hab Ich dieselben mein | Capitel und Lanndtlewt auf Suntag nach sannd Erhartstag nêgstuerschinen heer zu mir eruordert. Auf denselben tag sein Ewrer Kaiserlichen gnaden treflich Rete heer zu mir komen und haben in Kraft ainer Credentz von Ewrer Kaiserlichen Maiestat ausgangen die maynung an mich geworben, auf das zuschreiben zusagen und zuembieten, so Ich Ewern Kaiserlichen gnaden getan sull haben, und dem hanndel und abschid nach der übergab des Ertzbistumbs Saltzburg negstmals zu Grêtz beschehen hab Ewr Kaiserlich Maiestat ain treflich Botschaft gen Rom zu unnserm heiligen Vater dem Babst | geferttigt, den sachen solher übergab halb und was deshalb notdurftig wirdet verrer nachzegeen. Ewr Kaiserlich Maiestat hab sy auch darauf heer zu solhem bemelten tag abgeferttigt mit | beuelh von Ewrer Kaiserlichen gnaden

wegen an mich ze begeren, daz den sachen auf solh obbemelt zuschreiben zusagen und zuembieten strackhs und furderlich nachgangen werde und durch das Capitel und Lanndschaft darinne kainerlai verhinderung beschehe etc. Sy haben auch mit meinem Capitel und Lanndschaft in meinem beywesen von Ewrer Kaiserlichen gnaden wegen in sunderhait ettweuil red gehalten und nachdem Ich in denselben reden auch angeczogen und angerûrt wurd, hab Ich doczumal mein zimlich antwort darzu getan, die nicht not tun hierinn zeuermelden, und hab nachmals | Ewrer Kaiserlichen Maiestat botschaft auf ir obberürt werbung von Ewrer Kaiserlichen Maiestat an mich beschehen geantwortt, Ich welle auf das fürderlichist mein treflich Botschaft zu Ewern Kaiserlichen | gnaden abferttigen und auf solh obbemelt werbung mein zimlich antwort tun, darab Ewr Kaiserlich Maiestat als Ich hoffe nicht werde missuallen empfahen. Und bitt darauf Ewr Kaiserlich gnad | mit aller undertånikait zu wissen, als Ich auf dem bemelten tag den hanndel nach der lenng meinem Capitel und Lanndlewten entekhen und erczelen hab lassen, haben sy des Stukhs halben, daz Ich Sy des hanndels darumb Ich mich zu Ewern Kaiserlichen gnaden gen Gretz gefügt nicht berichtet hab, ettwas missuallen gehabt. Wann wo Ich den hanndel im anfang an Sy hiet lanngen lassen, so ver- mainten Sy wolten mir wol souil geraten haben, daz solhs lanndtags und irrung nicht not getan hiet. Das Ich In aber in pessten verhalten hab, sunder Ewrer Kaiserlichen gnaden schreiben nach, darinn Ewr| Kaiserliche Maiestat mir verboten hat solhs nicht verrer erscheinen ze lassen sunder das in gehaim und vertrawn ze halten, das Ich auf solh schreiben trewlich getan und hab die sachen erst zu Gretz meinen | Reten zuerkennen geben. Allergnedigister Herr, mein Capitel und lanndschaft haben mich auch mit vleiss gebeten, nachdem Ich durch schikhung des Allmächtigen gots vom Capitel zu Salzburg ain- | tråchtiklich zu Ertzbischof erwellt, durch unnsern heiligen vatter den Babst bestått und mir durch gemaine Lanndschaft huldigung getan sey worden der maynung mir und nachmals nach mir dem | so mit rechter wal des Capitels erwellt wurd gehorsam zu sein. Auch angesehen daz solh ubergab dem Capitel an den freihaiten irer freyen wal und alltem löblichen herkomen merklich verletzung abpruch und nachtail bråchte. Daz Ich solh wierd und ere nicht übergåbe sunder die lennger behielte und bei dem Bistumb belibe, und ob Ich ainicherlay mångl oder beswarnuss hiet derhalb

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Ich bewegt mocht | werden solh übergab ze tun, so wolten Sy mir so Ich Ine das das vertråwlich zuerkennen gåbe darinn ratsam hilflich und beistendig sein und sich gegen mir halten als getreun und gehorsamen des Stifts Lanndlewten wol zustunde, das mir dann pillich von In zu geuallen kumbt. Ich hab auch von der Zeit heer als Ich von Ewern Kaiserlichen gnaden zu Gretz abgeschiden bin die sachen und den hanndl bey mir selbs ermessen und uberwegen und kan in mir noch in rat nicht finden, daz Ich nach aller ergangerr hanndlung zum grund verpunden sey des Ertzbistumbs abzesteen oder das uberzegeben, und vermain darauf bey dem Stift meinen eren und wierden, darzu Ich von dem Allmächtigen got eruordert und dem Capitel erwellt bin lennger ze beleiben und das Ertzbistumb nicht uberzegeben oder des abzesteen. Und bitt darauf Ewr Kaiserlich Maiestat mit aller diemutikait auf das hochst so Ich kan und mag auch auf die sunder gross hoffnung so Ich zu Ewern Kaiserlichen gnaden vor | meniklich habe, Ewr Kaiserlich Maiestat geruche solh mein antwort, die doch in getreur und gehorsamer maynung beschiecht der obberürten ursachhalben mit gnaden und im besten zeuerne- | men und darab kain missuallen zuempfahen und mich und den Stift Saltzburg gnådiklich beuolhen ze haben auch mich deshalb nicht weiter anzestrengen sunder mir der wierde und eren | lennger ze uergunnen. Wann doch Ewr Kaiserlich Maiestat mir ettweofft und noch am jungsten zu Gretz gnadiklich zugesagt hat, Ewr Kaiserlich gnad welle von des gnadigen willens wegen so Ewr Kaiserlich Maiestat zu mir hab mich bei dem Bistumb gern haben alldieweil Ich das selbs behalten well. Auch angesehen daz mir am jungsten im abschid zu Gretz von des von Gran | wegen zugesagt ist worden, wo ich den hanndl zu Gretz entlich nicht well besliessen lassen, so well Er deshalb furan auch unverpunden sein, und so nu der von Gran hat unverpunden sein wel- len, nachdem der hanndel zu Gretz entlich nicht beslossen ist worden, so vermain Ich auch pillich darinn frey ze sein. Und gerueche Ewr Kaiserlich Maiestat mich und den Stift Saltzburg | in dem und annderm gnediklich beuolhen ze haben, als Ich dann des und aller gnaden unzweiflich zu Ewrer Kaiserlichen gnad verhoffe. Daran beweist Ewr Kaiserlich Durchleuchtikait mir | sunnder gnad, ich sol und wil auch das mit meinem andåchtigen gepet zu got gehorsamen willigen und schuldigen dinsten allezeit, underteniklich verdienn umb dieselb Ewr kaiserlich grosmachtikait, die der allmächtig got der

Kristenhait zu trost lanngezeit in begirlichem wesen gerueche ze behalten. Geschriben in Saltzburg an sannd Anthonientag, Anno domini etc. Septuagesimo nono |

Ewrer kaiserlichen Grosmåchtikait |

diemuetiger Caplan Bernhart |
Ertzbischoue zu Saltzburg. |

Orig. Perg. Briefform, mit rothem Wachs versiegelt.

Haus- und Staats-Archiv.

II.

1479, 26. Jänner.

Beatissime pater domine Reuerendissime. Concesserunt ad nos superioribus diebus Oratores Sanctitatis vestre et Reverendissimorum dominorum Cardinalium Collegii Honorabiles deuoti nostri dilecti Ludouicus de Agnellis Prothonotarius Apostolicus et Anthonius de Grassis Sacri Pallacii Auditor. Nobis unacum venerabili Alexanndro Episcopo Forliuiensi cum plena potestate de latere per Germaniam Legato deuoto nobis dilecto referentes bonam dispositionem et sincerum animum S. Vestre erga nos. Preterea magno animi ardore et desiderio S. Vestram teneri ad succurendum oppressioni Christiane legionis aduersum Turcos truculentissimos. Christiani nominis hostes. Qua in re pium et sanctum desiderium S. Vestre apprime commendantes, agimus gratias S. Vestre pro sua in nos animi sinceritate et beniuolentia. Nec fugit S. Vestram quanto studio labore cura et sollicitudine iam plerisque annis tam per Germaniam quam per Italiam insudauerimus ad propulsandos a Catholicorum ceruicibus infidelium mucrones ad subleuandasque res fessas Christianorum. Verum cum labores nostri successum non sortirentur, accessit tandem etiam bellum Italie, quod quantum officiat studio et desiderio nostro quamque periculosum sit christiane rei publice et quantum rabiem et vires Turcorum augeat, cum ipsi immanissimi hostes Christianos populos et potentatus mutuis inter se bellis cernunt dissidere, non satis digne diiudicari potest. Ut itaque compositis intestinis bellis una cum S. Vestra et aliis potentatibus Christianorum ad pessundandam Turcorum immanitatem liberius intendere valeamus, complura cum Oratoribus S. Vestre et Nobili Jacobo de Medio Oratore Illustris Ducis Venetiarum nobis

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