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Papsturkunden in Frankreich.

II.

Burgund mit Bresse und Bugey.

Von

Wilhelm Wiederhold.

Vorgelegt von P. Kehr in der Sitzung vom 14. Juli 1906.

Dem Bericht über die Papsturkunden in der Franche-Comté lasse ich hier einen zweiten folgen über die Papsturkunden im Gebiete des alten Herzogtums Burgund, die ich aus den Departementalarchiven von Dijon, Mâcon und Bourg, dem bischöflichen Archiv zu Autun, der Nationalbibliothek zu Paris, den Communalbibliotheken von Dijon, Châtillon-sur-Seine, Mâcon und Bourg, und den Bibliotheken des Herrn de Charmasse, der Société Éduenne und des bischöflichen Seminars zu Autun gewonnen habe. Das Auxerrois habe ich zurückgestellt; es gehört jetzt zum Departement der Yonne, und so dürfte es praktischer sein, es zusammen mit der südlichen Champagne zu behandeln; ich konnte mich ja auch nicht an die alten Grenzen der Diöcese Langres halten, wofür ebenfalls gewichtige Gründe gesprochen hätten.

Wieder ist es mein Bemühen gewesen, die Ueberlieferung der alten Kaiser- und Papsturkunden möglichst lückenlos zusammenbringen. Der Zusammenhang des Herzogtums Burgund mit dem Imperium des Mittelalters war zwar gering; aber es gab doch Diplome für burgundische Klöster wie S. Benigne in Dijon und S. Jean-le-Grand in Autun, und so hat sich auch da immerhin einiges ergeben, wenn auch der größte Gewinn natürlich den Papsturkunden zugewachsen ist und zwar eine besonders reiche Ernte aus der Serie H des Departementalarchivs in Dijon. Hier hat schon v. Pflugk-Harttung einst für seine Acta pontificum RomaKgl. Ges. d. Wiss. Nachrichten. Philolog.-hist. Klasse 1906. Beiheft.

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norum gesammelt, aber ich sah sehr bald, daß mein Vorgänger sich die Arbeit etwas leicht gemacht. Bei der provisorischen Ordnung1) der Bestände des Archivs in den ersten Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts hatte man bei vielen Fonds besondere Liassen: „Bulles des papes" gesammelt, und lediglich diese Liassen und noch einige alte Chartulare hat von Pflugk-Harttung durchgesehen; um die übrige Masse hat er sich nicht gekümmert. Ich nahm zuerst die alten Inventare zur Hand und bin mit ihrer Hülfe dann dem Urkundenbestande doch wohl erheblich näher gekommen, wenngleich beim Anblick der so erbeuteten stattlichen Zahl von ungedruckten Urkunden sich mir doch ernste Zweifel aufdrängen, ob es mir nun wirklich gelungen ist, alle in diesen Massen verborgenen Urkunden ans Licht zu ziehen. Eins will ich aber nicht vergessen hinzuzufügen: die Bedingungen, unter denen ich habe arbeiten können, waren gegen früher doch wesentlich besser geworden. Jeder Benutzer des Archivs in Dijon hat darüber Klage geführt (zuletzt noch Jacob Schwalm im N. Archiv XXVII 697); davon ist jetzt keine Rede mehr. Der jetzige Director, Herr Jules Gauthier, läßt es an liebenswürdigster Teilnahme für die Arbeiten seiner Clienten nicht fehlen, und weitgehendes Verständnis und Entgegenkommen findet man auch bei Herrn Oursel in der Communalbibliothek. Beiden Herren sei hier nochmals mein aufrichtigster Dank ausgesprochen.

Département de la Côte d'Or.

Chapitre cathédral (ancienne Abbaye de Saint-Etienne) de Dijon. Neben den Originalen sind eine große Zahl, meist jüngere Chartulare erhalten; Papsturkunden sind überliefert in dem Chartular s. XII (G. 125), das zweimal copiert wurde (G. 129 und Ms. lat. 17082 Paris Bibl. Nat.) 2), in dem Chartular s. XV (G. 126), von dem wir vier Copien haben (G. 130, G. 131, G. 138 und Ms. lat. 17082 II Paris Bibl. Nat.), in dem Chartular s. XVII (G. 132), dem Chartular s. XV (G. 127), den „Bulles de St. Etienne" s. XVII (G. 121) und dem Ms. lat. 17196 Paris Bibl. Nat. Calixt II. J-L. 7171 Chart. s. XII. - Innocenz II. J-L.

1) Für die Serie H, also die für uns wichtigste, besteht diese noch jetzt, und wann die neue Ordnung wird beginnen können, ist noch garnicht vorauszusehen. Uebrigens waren auch für die Serien B und G immer wieder die alten Inventare heranzuziehen, da das moderne Inventar aus den bekannten Gründen allzu oft versagt.

2) Auch im Ms. Baluze 39 f. 116 und folgende finden sich Copien aus G. 125.

7434 Chart. s. XII. J-L. 7505 Chart. s. XII. J-L. 7522
Chart. s. XII. J-L. 7524 Chart. s. XII. - J-L. 7541 Orig.
J-L. 7617 Chart. s. XII. J-L. 7668 Chart. s. XII. J-L. 7669
Chart. s. XII. - J-L. 7988 Orig.

Eugen III. J-L. 8933 Orig. Hadrian IV. J-L. 10167 Orig. J-L. 10544 Chart. s. XV (s. Anhang). Alexander III. J-L. 11479 Orig.') J-L. 12205 Orig. (1175) IV 1 Orig. (s. Anhang). - J-L. 12469 Copie von 1464 VI 152). — J-L. 12774 Orig. J-L. 12817 Orig. 14279 Orig. Lucius III. J-L. 14626 Orig. J-L. 14958 Orig. (s. Anhang).

J-L.

J-L. 14697 Orig.

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(1184)

J-L. (1186

XII 18 Chart. s. XVII (s. Anhang). J-L. 15425 Orig. 15453 zwei Originale. - Urban III. J-L. 15491 Orig.) 87) VII 10 Chart. s. XVII (s. Anhang). Celestin III. J-L. 17480 Orig. Vesoul).

Verloren ist die Urkunde: Celestini pape tertii de ordinatione canonicorum facta per I(ohannem) Lugdunensem archiepiscopum et abbatem Cisterciensem (Regest im Chartular s. XV f. 35 G. 126). Chapitre collégial de la Sainte-Chapelle de Dijon. Alexander III. J-L. 12167 Orig. 5) Lucius III. J-L. 15445 Orig. (s. Anhang). Celestin III. J-L. 17408 Orig. Diese Stücke stehen auch im Chartular s. XV (Paris Bibl. Nat. Ms. lat. 9868, Copie s. XVII davon Ms. lat. 17083), während das Chartular s. XVIII (G. 1217) Copien von Alexander III. J-L. 12167, 12774, 12817, Lucius III. J-L. 14697, 15425 (mit XVII kal. iunii) und J-L. 15453 enthält.

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Chapitre collégial de la Chapelle-aux-Riches de Dijon. Jules d'Arbaumont publicierte in den Mémoires de la commission des antiquités du département de la Côte d'Or VII (Dijon 1865–66) Urkunden von Lucius III. J-L. 15291, Urban III. J-L. 15772, 15872 und Clemens III. J-L. 16487 aus den Originalen im Departementalarchiv. Davon habe ich nur gefunden eine Copie von 1314 von Clemens III. J-L. 164876).

1) Und Copie von 1431 (aus Copie von 1220) und Copie von 1656 IV 3. 2) Dazu Copie von 1661 XI 1 (aus Copie von 1457 II 1). Vorhanden war auch noch eine Copie von 1428 II 16.

Das fehlerhafte Incipit nahm Fyot Chartular G. 132.

3) Dazu eine Copie von 1661 I 14. 4) Mit „Iustis petentium desideriis“. Hist. de S. Etienne Preuves 121 aus dem 5) Dazu Copie von 1402 VIII 14. Eine Copie von 1319 X 15 (in G. 117), eine von 1351 V 11, von 1402 VIII 14 und 1462 IX 10 (in Paris Bibl. Nat. Ms. Nouv. acqu. lat. 1827), während eine Copie von 1378 XII 14 verloren ist.

6) Auch im Ms. lat. 13872 p. 232 Paris Bibl. Nat. Die Originale müßten

Chapitre collégial de N.-D. de Beaune. Urban II. J-L. 5780 Orig. Calixt II. J-L. 6796 Orig. Eugen III. J-L. 9326 Orig. Alexander III. (1171–72) ▼ 27 Orig. (s. Anhang), J-L. 12439 Orig.') J-L. 12627 Orig. J-L. 12786 Orig. Clemens III. J-L. 16416 Orig. Das Grand Cartulaire s. XV bietet nichts darüber hinaus.

Chapitre collégial Saint-Denis de Vergy à Nuits. Eugen III. J-L. 8881 Orig. und im Chartular s. XIV Paris Bibl. Nat. Ms. lat. 5529 (s. Anhang). Das Chartular s. XIV in Dijon Bibl. Comm. Ms. 1057 (Baudot 126) beginnt 1182, hat aber keine Papsturkunden.

Chapitre collégial de N.-D. de Saulx-le-Duc. Celestin III. J-L. 17582 Copie von 1320. Spätere Copien in Paris Bibl. Nat. Ms. lat. 9869 p. 86 und 13872 p. 466.

Abbaye Saint-Benigne de Dijon. Johann V. J-E † 2128 Fälschung s. XII (Bibl. Comm. Ms. 909) 2). - Sergius I. J-E. † 2134 Fälschung s. XII ebenda 2). Johann XV. J-L. 3858

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jetzt im Fonds von la Chapelle-aux-Riches sein; 1769 waren sie im Archiv von S. Benigne (Inventar von 1769 Vol. III p. 969), so habe ich auch da gesucht, namentlich in H. 8 (Recteur riche), aber nichts gefunden.

1) Eine Copie s. XVII (in G. 2758) entstammt angeblich dem Chartular, bietet aber VIII kal. martii. Auch Pérard hat die Urkunde schon copiert (Dijon Bibl. Comm. Ms. 918 (Baudot 8) f. 125.

2) Und Copie von 1663 I 12 (aus Chartular s. XIV und der Fälschung) im Departementalarchiv. Das Chartular ist verloren; wir haben eine Inhaltsangabe von ihm in Paris Bibl. Nat. Coll. de Bourgogne 14 f. 24, wovon eine Abschrift im Departementalarchiv Ms. H. 119 A; mit dem Chartular s. XIV in Paris Bibl. Nat. (Ms. Nouv. acqu. lat. 562) ist es nicht identisch. Zur Ueberlieferung von S. Benigne möchte ich hier bemerken: Die diplomatische Untersuchung der Papsturkunden dieser Abtei verdiente eine besondere Abhandlung; ich kann mich einstweilen so wenig bei ihr wie bei den anderen sich aus unseren französischen Sammlungen ergebenden kritischen Problemen aufhalten und stelle daher hier nur einige äußerliche Beobachtungen zusammen, die vielleicht jemand anders von Nutzen sein können. Die Urkunden Benedicts VIII. J-L. 3991 und J-L. 3992, Gregors VII. J-L. 5079 und Paschalis' II. J-L. 6005 sind sicher von derselben Hand geschrieben (vielleicht auch von derselben Hand J-E. † 2128 und J-E. † 2134) in den ersten Jahren des zwölften Jahrhunderts, J-L. 6005 in Nachahmung eines Originals von Paschalis II, wahrscheinlich J-L. 5900, wenn nicht etwa zwei Originale von Paschalis II. vom selben Schreiber vorlagen, ein Zufall, der wenn auch ungewöhnlich, so doch nicht ausgeschlossen ist (Wir haben z. B. diesen Fall bei den Originalen von Paschalis II. für St. Claude in Lons-le-Saunier). J-L. 5079 ist nicht nur (von v. Pflugk-Harttung Acta II 142) mit Recht als zweifelhaftes Schriftstück" bezeichnet; es ist eine ganz plumpe Fälschung nicht einmal auf Grund einer Urkunde Gregors VII. Das beweisen die Unterschrift (noch dazu in Majuskeln) und die einfach aus einer Urkunde Paschalis' II. übernommene Da

Orig. '),

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plaren (vgl. Pérard Recueil p. 172) *).

Benedict VIII. J-L. 3991 Copie s. XII in zwei Exem- J-L. 3992 Copie s. XII 2). Gregor VII. J-L. 5079 Fälschung s. XII. Urban II. J-L. 5695 Nachzeichnung und Copie s. XII). Paschalis II. J-L. 5900 Orig. (Liasse H. 22). - J-L. 6005 Fälschung s. XII. Calixt II. J-L. 7169 Orig.) - Honorius II. J-L. 7292 Fälschung J-L. † 7362 Fälschung s. XII. Innocenz II. J-L. Hadrian IV. (1156-1158) XII 8 Orig. (s. Anhang).

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s. XII. 7536 Orig.

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tierung. Auch Urban II. J-L. 5695 ist in der vorliegenden Fassung unzweifelhaft verdächtig die Bezugnahme auf die eigenhändige Unterschrift und die Besiegelung lassen vermuten, daß man, mit den in dem Original von Paschalis II. J-L. 5900 aufgezählten Rechten unzufrieden, sich darüber hinaus noch das Recht auf die Beisetzung der Bischöfe und der Canoniker von Bayeux in dem Kloster S. Vigor und gewisse Rechte in der Stadt Bayeux sichern wollte; im Uebrigen ist der Inhalt von J-L. 5900 unschwer aus dem von J-L. 5695 herauszuschälen. Paschalis II. J-L. 6005 ist durch die Identität der Schrift mit den oben genannten Urkunden mehr als verdächtig; inhaltlich wird die Urkunde schwer zu controllieren sein, denn in dem Original von Calixt II. J-L. 7169 wird sie wörtlich bestätigt. Eine sichere Fälschung aber haben wir wieder in Honorius II. J-L. † 7362, die zuerst wörtlich die Urkunde Calixts II. wiederholt, dann aber statt der Aufzählung der Besitzungen eine Bestätigung der Fälschungen Sergius' I. und Gregors VII. bringt. Von demselben Schreiber wie dieses Stück rührt dann auch J-L. 7292 her, und daß beide Urkunden auf Grund des Originals von Calixt II. J-L. 7169 hergestellt wurden, beweist schon eine einzige Tatsache: in dem Originale Calixts II. hatte der Kanzler vergessen, den Anfangsbuchstaben seines Namens nachzutragen; das so entstehende Imerici wurde unbesehen in die beiden anderen Stücke übernommen, indem bei J-L. 7292 ganz offenbar einem kleinen Mandat die Adresse: Hon(orius) episcopus seruus seruorum Dei. Richardo Baiocensi episcopo salutem et apostolicam benedictionem entnommen wurde; an die Datierung des Mandats: Dat. Laterani II non. maii wurde einfach die große Datierung per manum u s. w. angeschlossen. Der Schreibstoff ist für alle die unsicheren Stücke dasselbe ganz dünne Pergament.

1) Zwei Stücke; ein drittes Fragment in Paris Bibl. Nat. Nouv. acqu. lat. 1609. Auf die Rückseiten der beiden Fragmente in Dijon sind die Urkunden Sergius' I. und Johanns V. geschrieben.

2) Ob eine Fälschung vorliegt, vermag ich eben noch nicht sicher nachzuweisen; gewisse Nachahmung curialer Schrift ist nicht zu verkennen.

3) Auch hier hat anscheinend, wie schon der äußere Augenschein vermuten läßt, ein Mandat vorgelegen.

4) Dazu eine Copie von 1624 VIII 1 in H. 29. In einem kleinen „Inventaire des titres du prieuré de St. Vigor de Bayeux" s. XVII (Inventaire 72) wird auch Calixt II. J-L. 7169 als „sub plumbo" unter diesen Urkunden vorhanden erwähnt und bemerkt: „sur le dos d'icelle est escript deux bulles". Heute findet sich keine Urkunde Calixts II. in H. 22 (S. Vigor de Bayeux), und auf dem Original von J-L. 7169 steht auch nicht die erwähnte Notiz. Es gab also noch eine Urkunde Calixts II, vielleicht eine Fälschung.

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