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frembde ansehenliche gest verhanden, derenhalb mag man sich richten nach gelegenhait.

Zum achten soll in keinen wege gestat werden, das der collegiaten aigen famuli (die sie etwan zu beraitung irer pedte und stuben bei sich halten) im 5 collegio in die kuchen speißkamer oder keller geen, auf das durch dieselben nit hinweg genomen werde, davon sonst kochin und famulus zu erhalten seint.

Zum neundten solle die wochenrechnung an einem ieglichen sontag alßbaldt nach dem morgenessen in der collegiaten beisein beschehen und gehört, auch dieselbig sum durch den eltisten collegiaten underschrieben werden.

10 Zum zehenden soll der famul ein aigen register haben, darin die gest und andere extra, so in ieklicher wochen gehapt und genomen seint, ordenlich angezaichent werden; das soll er dan in derselben wochenrechnung anpringen verlesen zusamsummirt und dieselbig sum in das wochenregister auch eingeschrieben werden, und soll furter der famulus das extra von den schuldigen personen ein15 pringen und dem probst uberlieffern, dagegen der probst des uberlieferten gelts halb den famulum aigentlich quittirn, auf das kein vergeß noch irrung zwischen inen einfalle.

Zum ailften soll alweg auf den nechsten sontag nach einer ieden fronfast das extra derselbigen fronfasten in ein sum summirt und aufgeschrieben werden; 20 was auch desselben noch nit bezalt were, der famulus nach verschiener fronfasten von stund an vollendts einpringen und, wie obstet, damit halten, und sollen alle collegiaten bei verwirckung irer stett im collegio verbunden sein, ire genomen extra, und was sie fur ire gest schuldig, zu einer ieden fronfasten volkomlich abzuzaln.

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Zum zwolften, so furter die collegiaten durch resignation oder sonst auß dem collegio komen, soln sie bei irem iurament schuldig sein, was sie dem collegio noch zu thun, alßbaldt one allen verzug oder waigerunge zu bezaln, und die es verzögern, denselbigen das irig nit gefolgt noch wegkzuziehen gestattet werden, so lang biß das collegium vernuegt ist.

Zum dreizehenden soll kunftig ein ieder probst die notturftigen speißwein, auch das brenholtz ins collegium zu rechter zeit mit der andern collegiaten furwissen rathlich einkaufen, das sie die umb ein recht gelt bekomen und nit uberteuerst nemen mussen. Dasselbig brenholtz soll iedesmals in das holtzhaus gelegt werden, darzu die kochin und der famulus schlussel haben, anders oder 35 weiter nit dan in die kuchen und die gemeine ainich stub im collegio zu gebrauchen. Was dan sonst andere kauf antrifft, soll zu einer ieden zeit durch den probst den collegiaten anzaigt werden, mit irm furwissen und guttem rathe zu handlen.

Zum viertzehenden solle was kunftig bei beckern und metzlern in das col40 legium genomen wurdet, dasselbig von monat zu monat oder zum wenigsten alle fronfasten entlich abbezalt werden und keins wegs aufwachsen lassen.

Zum funfzehenden soll den collegiaten zugelassen sein, zu den iaren es dem costen des collegii nutzen mage, zwen oder drei costgenger zu halten, doch daß dieselben an dieses ort bequem, auch mit der bezalung costgelts nit ungewiß 45 seien und sich der ordnung des collegii gemeß halten, wie dan ein probst inen dieselbig zu ieder zeit zuvor anzaigen soll.

Treulich und sonder geverde.

Doch in dem allem churfurstlicher Pfaltze kunftige anderung minderung merung und verpesserung nach ieder zeit gelegenheit und notturft furbeheltlich.

Aus Acta fac. art. III.: cod. Heid. 358, 79a, f. 131-134v.

180. Friedrich II. kurfürst lässt die disputatio quodlibetica durch wechselnde disputa- 5 tionen der artistencollegiaten ersetzen. 1549 märz 1.

Nachdem auß allerhand ursachen fur rathsam angesehen ist, die quodlibeticam disputationem furtherhin zu underlassen, so hat aber unser gnedigster herr pfaltgrave churfurst etc., damit die iugent dannocht unversaumpt in exercitio debito angehalten, sonderlich die iennen, so in das collegium presentirt seint oder 10 kunftig darein angenomen werden, ir angefangen studium zu fruchtbarlichem ende volnfuren mögen, auch zu demselben dest genaigter verursacht werden, diese verordnung gethan und den collegiaten auferlegt.

Nemlich: dieweil vor iarn iederzeit einem aus den collegiaten disputatio quodlibetica zu verrichten bevolhen gewest, das nun hienfuro, so lang quodlibetica 15 disputatio also in suspenso pleibt, an stat derselben ein ieder, so in das collegium geordent ist oder noch wurdet etc., alle iar ein disputation in artistica schola uf eim sontag nach dem morgenessen umb 12 uhr thun in seiner facultet materiam oder aus der philosophis ler und bucher, deren gemes in pronunciata und assertiones gezogen, disputiren soll, auch dessen solich ordnung gehalten 20 werden, das einer nach dem andern alweg uber zwen monat sein disputation volziehe und ie die eltisten vorgeen, also das in das gantze iar 6 disputationes von zweien monaten zu zwaien monaten eingethailt und ordenlich volpracht werden, davon sie dan selbs ir exercitium schöpfen, auch die zuhörende iugent ursach nemen möge, sich furbas zu einer facultet dest geliebter zu begeben und 25 zu furdern, daraus inen nutzs und aufkomen erfolgen muge. Doch sollichs biß auf weiter veranderung und verbesserung.

Aus Acta fac. art. III.: cod. Heid. 358, 79a, f. 135. - Darunter die eigenhändige be-
merkung: «Ist mir Arnoldo Opsopoeo r[ectori] und praeposito den 1. martii anno
49. den hern collegiaten vorzuhalten durch Philippum Ostringer aus bevelch des 30
prothonotarien Bastian Heurings behandigt worden.»> In der am 16. märz dem
kurfürsten überreichten eingabe, ibid. f. 139, bemerken propst und collegiaten über
die disputationen:

Am andern, gnedigster churfurst und here, als uns auch kurtz verschiener zeit an stat quodlibets etliche disputationes zu halten verordnet, haben wir solliche 35 ordenung auch geburender reverentz empfangen und verlessen, und wiewol hierin zu bedencken, welcher massen es mit den magistris argumentantibus gehalten, wer denselbigen gelt und woher man das geben soll, auch ob sampt den magistris die studiosi argumentirn und dergleichen mehr, so sein wir doch solcher von e. ch. g. gegebner ordnung und disputationes zu halten underthenigst genaigt, 40 in erwegung, dieselbigen nit zu geringem nutz unser und der auditorn erspriessen mogen, allein dabei underthenigst bittend, dhieweil von althers aim quodlibetario sein belonung aus der universitet seckel geraicht, nemlich [viii.] oder mehr gulden, darumb er dan ungeverlich uf vierzehen dag lang disputirt, auch zu dem in

allen superioribus facultatibus preuchlich, das ein ieder, ehe und zuvor er darin ain gradum erlangt, ein repetition halten soll und muss, es wollen e. ch. g. bei bemelter universitet gnedigst verschaffen lassen, das die viii. gl., so zuvor aim quodlibetario zu belonung geraicht, zum wenigsten under uns collegiaten (dieweil 5 die disputationes dem quodlibet nit gleich langwierig) distribuirt und zu ergetzung ains ieden gehapten muhe und arbeith verthailt mogen werden. Und daneben auch, dhieweil sich zudragen, das ein collegiat vielmals in zeit seins werenden stipendii disputirn mag, das er deshalben der repetition zum gradum gehorig und deroselbigen costen iberhaben und ime diese seine iarliche disputationes pro repe10 titione debita gerechnet mogen werden.

181. Universität ersucht den kurfürsten, ihr beim papste zur besserung ihres fiscus die incorporation erledigter geistlicher güter zu erwirken. 1549 mai 18.

Durchleuchtigster hochgeborner churfurst. E. churf. genoden seind unsere underthenigste gantz geneigtwilligste dinst alle zeit beraitz vleis zuvor. Genedigster 15 her und patron. Demnoch weilland die durchleuchtigsten hochgebornen der hochloblichsten weidtberumpten Pfaltz regirende churfursten, e. ch. g. hochloblichster und miltester gedechtnus voraltern seligen, auß sonderer hoer von gott genedigster begabter furstlicher vernunft mit zeitigem rathe und wolbedachtem gemudt ein churfurstliche stiftung und gemeine freie schul alhie zu Heidelberg vor vieln iarn 20 mit aller genedigster bekreftigung und auctorisirung des babstlichen stuls ufgericht, auch mit vil genoden freiheiten und incorporacion geistlichen prebenden hoeer und niderer stiften in und umbhere der churf. Pfaltz gelegen begnodt, weliches studium bißheran in einem guthen weßenlichen und erlichen stand erhalten und verpliben, in dem vil hochgelerter berumpter menner geistlichs und weltlichs 25 standts ufgezogen, die in der haligen geschrift, geistlich und weltlichen rechten, der artzenei und andern edlen freien kunsten nit allein dem hochloblichsten der Pfaltz churfurstenthumb bei Rein, sonder auch andern konigen churfursten fursten hern stetten landen und leuthen nutzlich furstendig und beraidtlich geweßen und auch noch, wie dan insonderheit dieser zeit deren nit wenig an dem kaiserlichen 30 und des hailigen Romischen reichs cammergericht seind und erfunden werden;

Nochdem aber, genedigster churfurst und her, ungeverlich inerhalb dreisig iaren in Teutscher nation nit allein etliche alte universiteten an iren iarlichen einkhomen hochlich gemert und gebessert, sunder auch etliche von newem1) ufgericht, die mit hoen einkhomen, reilichen stipendiis und iarlicher besoldung der 35 ordinarien lectores und professores bedacht und versehen worden, von deswegen sich dan doselbst hin vil gelerter und berumpter leuth begeben, durch die denselbigen universiteten ein groser nam und zuzug der iungen studirenden enstanden, so e. ch. g. hoch befreiten alten universitet alhie zu Heidelbergk, so mit den allerersten und altesten universiteten in Theutscher nacion ufgericht, nit zu kleiner 40 ringerung und abbruch gelangt, seitemol dieselbig irer iarlichen geringen einkhomens und professorn und lectorn besoldung wegen nit allein soliche hoe gelerte furtreffliche berumpte leuth und mener nit bekhomen noch zuherpringen, sonder auch dieihenigen, so sie bei ir gehapt, nit underhalten mogen und von ir uf bessere condiciones zihen loßen mußen, demnoch ein ider beflissen und genaigt

sich mit besoldung zu versehen, damit er seinem stand gemeß erhalten, auch seiner arbait kunst und geschihcklicheit ersprißlichen nutz und ergetzlicheit gehaben, ia vehig und empfenglich werden moge;

Auß diesem zu besorgen, wo sollichem nit zeitlich mit stattlichem ratht begegnet, iarlichs einkhomen umb ein gut theil erhoert, den ordinariis lectoribus 5 ire salaria gebeßert, das sie sich itzund in diesen gegenwurtigen schweren leufen und teuwren iaren darmit betragen und außkhomen mogen, zuletzst wenig bei deroselben e. ch. g. universitet pleiben, sonder noch hoern und beßern besoldung trachten und stellen wollen, geschweigen das erst andere zu deroselben sich zu begeben, zu bewegen und ufzupringen sein wurden, welches dan dickgedachter 10 universitet ihe lenger ihe mher zu nachtheil und abgang wurde gereichen.

Nhun seind wir in aller underthenigster demutigster, ia gantz getroster und unzweifenlicher hoffnung, wo dieser alten hochgefreithen universitet erzelter abgang an die allerheligst babstliche heilikeit in allerhochster demudt gelangt und bracht, es wurden dieselbig allergenedigst erwegen, ia zu hertzen und miltestem gemudt furen, 15 das deroselben allerseligster gedechtnus furfarn und pabst ofgedachte universitet, so allergenedigst mit hoher befreihung gegebner bullen und inverleibten geistlichen prebenden (daruf dan diese gantze universitet gestift und fundirt) begabt und bedacht auß allerhaligsten vaterlichen gemudt und bedenckung, was auß solicher alten und viel hohen stiften wolgelegner universitet hochste fruchtbare nutzparkait zu behaltung 20 Christlicher religion, auch guther pollicei beider geistlicher und weltlicher steend ersteen und ersprißen moge, durch irer heillikeit genadenreichen gewaltsame nit weniger allergenedigst geneigt sein, dan aller hochstgedochte irer hallikait furfarn und gewesende pabst allerselligster gedechtnus, zu begnaden und mit iarlichem einkhomen gleichermoßen zu erhoern, ia auch unsere alte habende und erlangte privilegien 25 und bullen zu confirmiren, bevorab und seithemol dieser zeit in e. ch. g. der Pfaltz hochloblichst churfurstenthumb vil erledigter geistlicher güter seind, so nit possessores habend, auch nit wol zu bekhomen sein werden, ia sollich guther und iarliche gefel nit wol in beßern nutz dan zu der universitet und underhaltung geschickter gelerter und gotzfurchtiger frommer leuth (so die angehent bluhend 30 iugendt zu rechter Christlicher religion und gotzfurcht auch allen thugenden erzeigenden gehorsam und guten kunst wie obgemelt furen, leiten, ia an und underweißen mochten) gewendt mogen werden.

Weil nhun, e. ch. g., wier des genedigsten churf. und hochloblichsten gemutz, ia gleich deroselben hochloblichster gedechtnus furaltern, geneigtsein deroselben 35 universitet zunemen und aufwachsen genedigst zu befurdern ganz getrostlich verhoffen, auch underthenigst erkhennen, so langt an dieselbig unser gantz underthenigst hochfleissigste, ia demutigste und flelichste bitt, oberzelten deroselben universitet hohen zugestandenen abgang und mangel an die allerhalligst bapstlich halikeit ufs allerthemudigst gelangen und furpringen zu loßen, in hochster demudt 40 gantz flelichst bittende, das ir hailikeit sollichen allerdemutigsten anzeigenden mangel und abgang barmhertziglichen bedencken, ia zu hertzen und allermiltestem gemudt furen und in moßen irer haligkait furfarn allerselligster gedechtnus auß sonderer in gott allerheiligster vatterlicher guttigkait dieselbig allergenedigst durch seiner hailigkait genadenreiche gewaltsame bedencken begnaden und mit 45 etlichen in e. ch. g. derohochloblichster Pfaltz churfurstenthumb erledigten geist

lichen gutern, als obvermeldt, begaben und deren incorporiren, auch vorige habende privilegien und bullen confirmiren und bestettigen wollen, darvon der universitet iarlich inkhomen stattlich mocht erhoert und gebessert werden, darmit die professores und ordinarii lectores, als vorsteet, in diesen harten schweren zerenden 5 iaren, in dennen alle victualia und leibzucht im hochsten kauf, bei vilgedochter universitet bei- und underhalten werden kunden, durch weliche der universitet zugestandener abgang widderumb erstattet, auch in ir alt weßen und zuzugck der studirenden gepracht werden mocht. Das seind umb e. ch. g. (die der almechtig in seliger fridtsamer regirung langwirig gefristen wolle) wir in allerunderthenigkait 10 zu verdienen gantz geneigt willig sein. E. ch. g. underthenigste etc.

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182. Rektor entbietet die universitäts-angehörigen mit berufung auf den beschluss des Augsburger reichstags zur theilnahme an der fronleichnamsprocession u. s. it. 1549 iuni 16.

Rector et universitas studii Heidelbergensis.

Quoniam ab imperatoria maiestate in comiciis Augustanis anno redemptionis humane 1548. declaratio quedam in negotio religionis Christiane proposita et publicata et ab omnibus imperii ordinibus recepta est, in qua processiones pro veteri more observandas esse statuit, quare vobis omnibus et singulis dominis 20 doctoribus licenciatis nobilibus magistris baccalaureis studentibus, cuiuscunque denique ordinis status seu dignitatis nostre iurisdictioni subiectis districte precipiendo mandamus, ut iuxta tenorem statutorum universitatis die Iovis proxima, que festum corporis Christi appellatur, circa sextam et septimam horas antemeridianas in ecclesia regali sancti spiritus conveniatis ibique processioni vene25 rabili eucharistie sacramento honeste exeundo et redeundo in laudem et gloriam omnipotentis dei sub pena legitima intersitis. Preterea ad aures nostras pervenit, nonnullos nostre iurisdictioni subditos ecclesias (ubi sacra tractantur) ingredi atque hinc inde sine devocione deambulantes rumorem facientes neque ullum honorem venerabili sacramento vel eucharistie, cum a sacerdote in celebratione sacrificii 30 altaris elevatur, exhibentes, idque cum maximos candulo et in contemptum tum salutaris oblationis illius unici sacrificii Iesu Christi, quo omnium salus comparata est, cuius tantumodo memoria et graciarum actio habetur, cum religionis nostre Christiane fieri intelleximus. Idcirco, cum huiusmodi ab homine Christiano aliena esse debeant, vobis omnibus et singulis nostre iurisdictioni suppositis mandamus 35 ac prohibemus, ne quisquam in posterum predicte Christiane religioni neque ceremoniis (sine quibus non solum religio coli non potest, verum eciam mutatione tumultus ac dissenciones magne in ecclesia oriri solent) resistere aut quicquam in contemptum agere vel facere presumat. Quod si quis adversus senatus nostri iussa et decreta (quod absit) egerit, gravissima arbitraria per senatum nostrum 40 dictanda pena mulctabitur. Dat. sub rectoratus nostri sigillo dominica trinitatis, anno salutis millesimo quingentesimo quadragesimo nono.

Nullus deponat ante finem summe misse sub statuti pena. Aus Ann. VII, 31. Rektor war Konrad Dyem aus Heidelberg.

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