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ginnen solle, damit man dem ganzen Wesen auf den rechten und wahren Grund sehe. Ein weiterer Befehl des Churfürsten (1637, 6. Mai) verlangte von der Hörwarthischen Vormundschaft die Verschaffung des ungehorsamen Müllers zu Planegg nach Dachau, da er sich gegen den Commissions-Augenschein unterfangen habe, die Fischstrasse zu verhalten.

Die sämmtlichen Grund- und Hofmarksherrschaften an der Würm baten hierauf den Churfürsten wiederholt um Erneuerung des Augenscheines, bis dahin aber mit dem Befehle gegen den Müller innezuhalten. Der Augenschein wurde (1637, 7. September) wieder vorgenommen, ihm folgte bald darauf ein neuer Befehl (12. September), jeder Müller an der Würm solle die Fischstrasse nach einer gewissen Form dem übersandten Modelle gemäs einhalten, was dem Gutsherrn Veit 'Ulrich Ramung seines Müllers wegen (1638, 24. März) neuerdings eingeschärft wurde. Die Gutsherrn legten vergeblich für die Müller die Bitte ein, sie von der Herstellung der Wasserstrasse zu befreien, welche Letztre auf eigne Kosten nach dem neugemachten Modelle 3 Schuh breit und 112 Schuh tief herstellen sollten; gegen die ungehorsamen Müller wurde noch später (1645) mit Strafen eingeschritten.

Die Berechtigung des Gutsherrn zu Seeholzen hatte sich schon im Laufe dieser Streitigkeiten erweitert; denn er hatte (1608, 12. Juni) von Abt Johann und dem Convente zu Benediktbayern die zwei Theile Fischwasser eingetauscht, die sich von Steinkirchen bis zur Mühle in Graefelfing erstreckten. Johann Baptist von Rufin hat (1726, 8. März) als Gutsherr zu Kralling das Fischrecht von der Grubmühle an bis zu seinem Schlosse durch Kauf von Johann Joseph Anton Freiherrn von Hörwarth erworben.

Das schon erwähnte, unter ihm angelegte Saalbuch von 1737 gibt die Grenzen des gutsherrlichen Fischereirechtes von der Grubmühle bei Fusberg bis an den Zaun oder Fried des sogenannten Thalackers an, der zum Schloss Pasing gehöre, in dieser beträchtlichen Ausdehnung besteht das Recht des Gutsherrn auch gegenwärtig noch.

Am Beginne des 19. Jahrhunderts wurde (1815, 16. November) vom Zollrechnungscommissär Friedrich Ditt und dem Privatier Georg Briell der Antrag gestellt, die Würm derart triftbar zu machen, dass das

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Holz auf Scherren an beiden Seiten des Sees bis Leutstetten, auf dem Kanal bis Pasing gebracht werden solle 1).

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Der Plan scheiterte an den Kosten für die Ausführung und die Entschädigung der Adjacenten. In neuester Zeit ist dagegen durch E nigung der Letzteren eine Correction des Flussbettes zu Stande gekommen, die grösstentheils vollendet ist.

Die Gerichtsbarkeit über die Hofmark wurde bis zum Anfange des 19ten Jahrhunderts von eigenen Richtern ausgeübt, neben denen auch die Dorfgerichte und Ehehaftsgerichte bestanden. Durch die neue Organisation der Patrimonialgerichte (8. September 1808) erhielten die Hofmarksgerichte in Beziehung auf Jurisdiktion und Polizeigewalt bedeutende Beschränkungen. Aus den vier Hofmarksgerichten, die auch früher schon von einem Richter versehen wurden, entstand jetzt das Patrimonialgericht Planegg mit einem Gerichtshalter. Für die Verwaltung und das mit ihr verbundene Rechnungswesen dauerte die Abtheilung nach Hofmarken noch fort, jedoch wurde Seeholzen auch für diese mit der Hofmark Planegg vereinigt, als eigene Hofmark kommt es in der Amtsrechnung von 1808 zum letztenmale vor. In dieser Rechnung, gestellt von dem Verwalter Johann Nikolaus Knorr, sind die Einnahmen zu 6189 f. 54 kr. 3/8 hl., die Ausgaben zu 1092 fl. 43 kr. 111/16 hl., der Reinertrag zu 5097 f. 10 kr. 511/16 hl. angegeben. Durch das Gesetz über die Aufhebung der standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, dann die Aufhebung, Fixirung und Ablösung von Grundlasten vom 4. Juni 1848 hat die gutsherrliche Gerichtsbarkeit aufgehört, und die Grundrenten sind ablösbar geworden. Letzteres Verhältniss ist auch mit Ausnahme des Vogteihabers in den ehemaligen vier Hofmarken bereits durchgeführt.

1) Urkunden in der Amtskanzlei zu Planegg.

Abh. d. III. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. X. Bd. II. Abth.

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Zur äusseren Geschichte

der

älteren baierischen Landfrieden

von

Dr. Ludwig Rockinger.

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