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Räthe zu Thiengen beurkunden die ver versammeltem Stadtrath geschehene Fertigung der drei Käufe, wodurch der kletgauische Rentmeister Johann Ludwig Braun, Bürger daselbst, von Heinrich Braun für 90 Gulden ein halb Fauchert Weingarten mit einem Wisenplätz, sodann von Georg Landolt für 70 Gulden ebenfalls ein halb Jauchert Neben, beide Stücke „an der Breite“, und von Marcell Füeßlin, jezo wohnhaft zu Freiburg im Breisgau, für 61 Gulden einen Krautgarten,,am Trottengeßlin", zu ledigem Eigentume erwirbt. Besigelt mit dem städtischen Secretsigel 1.

1598, 25. Februar. Der Richter und Stadtwaibel Mäuslin beurkundet die Fertigung des Kaufs, wodurch der Nentmeister Braun von dem Ehevogte der Barbara Senn von Thiengen für 49 Gulden ein halb Jauchert Wein- und Baumgarten „am Stettenrain" erwirbt, wovon ersterer den vollen Zehenden, lezterer aber nur „ein Wetterschöchlin“ 2 dafür und der Herrschaft jährlich eine Gans zinset. Besigelt wie oben und die nächste Urkunde.

1598, 4. Juni. Statthalter, Baumeister und Rath beurkunden ebenso die Fertigung des Kaufes, wodurch Ebenderselbe für 87 Gulden 3 Vierling Baumgarten am Brül von Beat Johann Maier für frei, ledig und eigen erhält.

1598, 10. November. Graf Rudolf von Sulz, Landgraf im Kletgau, bekennt für sich und seine Nachkommen: „Nachdem weyland der edel, ernuest vnd mannhafft Friderich Weißenawer, fürstlich marggräuisch hochbergischer Rath, Cammerer vnd oberster Leutenampt", sein gewesener lieber getreuer Hofmeister, am 27sten Jänner 1693, kurz vor seinem tödlichen Hinscheiden, einen wohlbedächtlichen lezten Willen aufgerichtet, wie es mit seiner Hinterlassenschaft an Hab und Gütern gehalten werden, daß nämlich dieselbe, da er keine ehelichen Leibeserben gehabt, in zwei gleichen Theilen: 1) der Liebfrauen- und Pfarrkirche und dem Gottesacker, wie 2) dem Spital oder Almosen zu Thiengen erblich zufallen solle, worüber der Graf zum Testaments-Executor erbeten worden, so verspreche er hiemit bei seinen gräflichen Ehren und Treuen, die von ihm dem Weißenauer früher verschriebenen 3000 und die an verfallenen Zinsen und laufenden Schulden eingenommenen 4000 Gulden, welche er zu seiner und seiner Nachkommen unvermeidlichen Nothdurfft" verwendeu und anlegen lassen, also die Summe von 7000 Gulden in gleichen

1 Es ist das oben bei 1560 beschriebene.

2 Ein kleiner Schochen Heues, Schock, Schober, acervus, meta foeni.

Theilen der Pfarrkirche und dem Spitale jährlich auf Martini mit 350 Gulden zu verzinsen, und deren Pflegern diesen Zins kostenfrei einzuliefern „von, auff, anßer vnd ab seinen eigentümlichen Gütern, als dem Hoff vnd Gewerb Neuti nechst bey Grießheim, item ab seiner Mülin im Lauffen an der Wuotach“, welche zwei Stücke er gedachter weißenauischen Stiftung für sich und all seine Erben zu einem „ungezweifleten Underpfand“ als Specialhypothek verschreibe 2c. Würde dieses Unterpfand durch irgend einen Unfall verderben und die benannten Zinse nicht mehr ertragen, so solle Graf Nudolf oder seine Nachkommenschaft dasselbe mit einem Andern ersezen, wogegen er sich und ihnen die Wiederlösung dieser 7000 Gulden vorbehalte. Es sigelt und unterschreibt der Graf. vnd beschehen an sanct Martins aubendt.“

„Geben

1 Das gräfliche Sigel ist abgerissen. Die Urkunde trägt die Ueberschrift: Verschreibung vmb 7000 gulden Hauptguts vnd jarlichs daruvn 350 gulden gefallenden Zünses des hoch vnd wolgebornen herrn Ruodolphen gravens zu Sulh gegen vnser lieben frawen Pfarrkirchen, dem Gottsacker vnd dem Spital alhie zue Thüengen.“

Bader.

Geschichtliche Notizen.

Nachtrag zur Statistik des Domstifts Basel. S. 1 flg.

Ich verdanke Hrn. Stoffel in Habsheim folgende Nachweisungen und Berichtigungen von Ortsangaben: „S. 7. Wlverßheim ist Pulversheim. Machtolzheim ein zerstörtes Dorf bei Ensisheim. Arswilr ein zerstörtes Dorf bei Sulz. Rüchshein, Rueschenhart, oder wie man schreibt Ruestenhart. Alswilre, Orschwihr. Swarzenberg, Noirmont près d'Orbey. S. 8. crazwilre, sollte nicht stehen Folrazwilre, Fortschwihr? (Es steht ganz deutlich Ocraßwilre in der Handschrift). Tetenhein, ? Tegenhein, = Deinheim, zerstörtes Dorf bei Husen. (Es steht Tetenhein, woraus auch Deinheim werden konnte). Ongershein, Ingersheim. Eishein, Nieder-, Ober-Enzen. Wiskilch, Weiskirch bei Leymen. Ratolßdorf, Rodersdorf wie S. 19. S. 21. Attemswilre, Attenschwiller. Bettelach, Bettlach, Canton Pfirt. Wilre, Wihr au val. Morswilre, Niedermorschwihr.“ S. 18. 3. 12. Gnadenthal scheint eher das Kloster in Basel zu sein als jenes an der Reuß.

Bur Sittengeschichte. (Schluß.)

14) Musikalische und andere Unterhaltungen.

Sie geschahen auf Jahresfesten, Rathhäusern, Reichstagen 2c., wie folgende Beispiele aus verschiedenen Orten und Zeiten beweisen.

Konstanz. 1443. Den wachtern uf den türnen 5 ß D. für ain aimer wins, den in ain raut gitt, daz si zů winächten nit umb gangint blaßen umb güte jar. Rechn. des Konstanzer Säckelamts fol. 10.

Im alten Buch der Rathserkenntnisse zu Freiburg i. Br. steht f. 25 Folgendes:

Ein mißbruch ist allenthalb, das man pfiffern und herolden gwonlich etwas schenckt, da durch gelt uß geben wirt on danck. ist aber ein bruch alhie von alter har, das man sölichen lüten nichts git. hat ein rat erkent, das man da bi bliben und denen lüten nichts geben föll. Actum uf mentag nach Galli (19. Okt.) 1495.

"I

Die Durlacher Stadtrechnung von 1551 enthält folgende Ausgabeposten. Einer fraweu, so uffs rathus mit einer leyren khomen, 8 D. (71⁄2 fr.). Einem fremden thürnbleser, so umb dienst angesucht, 31⁄2 ß D. (39 kr.). Einem gesangmeister, so uff dem rathaus gesungen und ein schenk begert 3 ß 8 D. (401⁄2 kr.). Etlichen jungen töhterlin, haben uff Johannis uff dem rathuß gesongen 2 ß D. (22 kr.). Für 5 wechterhorn 3 ß 4 D. (37 kr.).

Neujahrsgesänge im Kloster Günter sthal bei Freiburg. Die Klosterrechnung von 1595 enthält darüber Folgendes: Den megten als sie dem convent zum guoten ior gesungen 2 ß 7 D. 1 heller. den schuolern zu Freyburg, so das guot ior gesungen 11 ß 3 D. denen so in der ehr der h. drey künig gesungen 2 ß 10 D.

Lahr. Item 2 ß den armen sundersiechen uff ir kinigrich, als si das gut For gesungen. Nechn. des Gutleuthauses zu Lahr von 1611. Da die herumziehenden Musikanten einen König hatten (Pfeiferkönig, Bd. 9, 127. Bd. 11, 384), so hieß man ihr Gewerbe Königreich.

In Urkunden kommen zuweilen Notizen über Musikanten vor, welche für das Alter der Instrumente und der Spieler bemerkenswerth sind. So ein Chunrat der geiger von Weikershoven in Baiern 1279. Mon. boic. 10, 482. Figilbogo aus dem 12. Jahrh. Ibid. 13, 95. Rudgerus härpher, auch citharoedus genannt, von 1220 bis 1234. Ibid. p. 362. 365. Dieß Geschlecht zu Regensburg behielt den Namen. Sigibot citharoeda zu Tegernsee. 1190. Ibid. 6, 146. S. auch Trouillat év. de Bale 3, 815.

In dem Bürgerbuch zu Freiburg in der Schweiz von 1415 im dortigen Kant. Archiv kommen f. 21 vor: Cono dictus Blûmilly, mimus. Clewinus Remy, mimus. Hensillinus Remy, mimus, frater predicti.

Wiewol auf dem Neichstag zu Augsburg von 1530 und später verboten wurde, daß die fürstlichen Musikanten bei den Zuhörern Geld sammelten und auch die Sänger und Reimsprecher abgeschafft wurden, so beweisen doch folgende Auszüge, daß diese Verbote gerade auf den nachherigen Reichstagen nicht gehalten wurden. Diese Belege aus der Rechnung des Bischofs von Straßburg über seinen Aufenthalt zu Speier während dem Reichstage 1570 find aus den Originalpapieren im Karlsruher Archive genommen.

1570. Juli 13. Den trommetern Mainz und Trier, als sie zum Greyffen trumment haben, geben 12 gulden. (Der Greif war das Zunsthaus, worin der Bischof wohnte.) Frembden trometern geschenkt 1 Gulden. Item herzog Geörg Hannsen trummetern geschenckt 4 thaler, thun 4 Guld. 9 Baßen.

Juli 15. Den Geigern geben 4 Guld. 9 Bt. Item als die Bergknappen zu Nacht gesungen haben, inen geschenckt 4 Bat. 5 Den.

Juli 16. Den Schuolern geben, so gesungen haben, 2 Baß. Den Singern geben, als sie zu Abend gesungen haben, 3 Baz. Den. Bergknappen geben 8 Baz. 9 D. Weiter armen Schuolern geben 3 Baz. Juli 20 Des Kaysers Trometern geschenckt 16 Thaler, thun 18 Guld. 6 Bazz.

Juli 21. Den Bergknappen geben, als sie zu Nacht gesungen haben, 3 Bazen.

Juli 22. Einer armen Frauwen, so gesungen hat, 3 Baß.

Juli 23. Den armen Schuolern geben 3 Baz. Des churfürsten zu Heydelberg Trumetern geschenckt, als sie getrumetet haben, 12 Thal., thun 13 Guld. 12 Baß.

Juli 24. Den Geuflern geben 3 Thal., thun 3 Guld. 7 Baz. 7 Den.

Juli 26. Jtem geben einem welschen Kurzweyler (Improvisatore), so an meines gnädigen Fürsten Tisch geprediget hat, 4 Thaler. Geben den Geucklern 4 Thlr. Item geben den welschen Geigern 4 Thlr., den Kölnischen Trometern geben 8 Thlr.

Juli 27. Des teutschen Herren Trometern geben 6 Thlr. Den Gauklern geben 3 Thlr. Den Bergknappen, so uff m. gn. Herren Stuben gesungen haben, 2 Thlr. Den welschen Geigern 3 Thlr.

Juli 31. Den Schuolern, so gesungen haben, 3 Bat. Dem Harpfenisten geben 1 Thlr.

Aug. 4. Den welschen Geigern geben 2 Thlr. Aug. 6. Den= selben 3 Thlr.

Oct. 2. Den armen Schuolern, so gesungen haben, 11⁄2 Baßen. Oct. 10. Herzog Hans Wilhelmen von Sachsen Trometern geben 4 Guld. 9 Bay.

Oct. 15. Des Kaysers Musicusen und Notisten, mit namen Simon de Non, so meinem gn. Herrn ettlich Music-Büecher verehrt, gegeben 16 Thlr., thun 18 Gld. 8 BB.

Oct. 16. Des Erzherzogen Trometern geben, als sie geblosen haben, 10 Gld. Den welschen Geigern geben 3 Gld. 6 Bß. 10 D.

Oct. 19. Denselben 4 Gld. 9 Bß. Oct. 24. Margraf Carlins Trometern geben, als sie bliessen, 8 Thlr., thun 9 Gld. 3 Bħ.

Obgleich die Monate August und September dieser Rechnungen fehlen, so machen doch die Ausgaben des Bischofs in den andern zwei Monaten für die Musikanten 143 Gulden 2 Bazen 10 Pfenning. Der damalige Gulden stand auf 2 fl. 16 kr. unseres Geldes, die Ausgabe für die musikalische Unterhaltung zweier Monate betrug demnach 324 fl. 30 kr. Darnach läßt sich dieser Aufwand ungefähr auch für die übrigen Fürsten und Herren ermessen. Aus diesem Herumziehen singender Bergleute ist es auch begreiflich, warum es eine besondere Liederart, genannt Bergreihen, gab. Die Instrumentalmusik war nur zweierlei, mit Blech und Saiten, und die italiänischen Violinisten ausgezeichnet.

15) Hochzeitordnung zu Konstanz. 1444. Dez. 7.

Ordnung von der hochhyten wegen.

Won das hailig sacråment der ee von dem allmächtigen gott loblich und wirdenklich zu halten angesehen und uffgesezt ist, und das aber besunder mit dem kirchgang bißher mit spillüten und ander hof= fart und wachhait manigfaltenklich enterot und anders fürgenomen und gehalten wirdet, dann got loblich sige, ouch richen und armen, gaistlichen und weltlichen groß unmůß, kosten und schaden über die hochzyten gangen ist und gåt: und darumbe sollichs zů verkommen haben unser herren burgermaister und raut uff hút den tage, dat diser bezaichnisse, das ist des nehsten mantags nach sant Nicolaus tage anno x. cccc. xliiijo. ainhellengklich geordnet und geseßt, maint ouch, das solchs hinfür ewengklich gehalten werde (wie her nach staut, und)

1. Dem ist also, des ersten, das hinfür niemant hie, wer ain hochByt hie zu Costenß haben wil, er sige rych oder arm, enkain mål zů der offneten han sol, oder er sol 10 guldin (31 fl. 57 kr.) zü büß gen. 2. Und wer der ist, der ain hochzyt haben wil, da sond baid tail zů yedem måle, insonders morgens und aubenh, nicht mer haben dann

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